Gefährden Bots die Demokratie?

Wirtschaftswoche Online: Wie gefährlich sind Social Bots generell für die Demokratie, zum Beispiel bei Wahlen?

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Hegelich: Das Beeinflussungspotenzial von Social Bots ist sehr, sehr groß. Es gibt häufig Entscheidungen, wie zum Beispiel das EU-Referendum, die Bundespräsidenten-Wahl in Österreich oder die US-Präsidentschaftswahl, wo es ziemlich knapp wird. Kleine Effekte könnten das Wahlergebnis bestimmen. Selbst wenn Bots nicht besonders effektiv sind, würde auch ein ein bisschen effektiverer Bot ausreichen, um Wahlen zu entscheiden. Zudem haben Bots das Potenzial, durch gezielte Falschmeldungen den Börsenkurs zu manipulieren.

Die Strategien der Manipulation werden auch immer besser und die Bots von Tag zu Tag schlauer. Beim Brexit waren es eher Spambots, die sich nur an den Hashtag Brexit dranhängen wollten. In Amerika gibt es aber beispielsweise ein Netz von Bots, die hauptsächlich rassistische und antisemitische Witze erzählen. Zwischendurch wird dann Donald Trump beleidigt. Vermutlich steckt dahinter eine relativ geschickte Strategie: Man generiert Programm für eine bestimmte Zielgruppe. In diesem Fall gehen die Bot-Macher davon aus, dass die Trump-Wähler eher Gefallen an rassistischen Äußerungen haben. Man spricht sie mit diesen Witzen positiv an, um ihnen dann Trump madig zu machen.

Wirtschaftswoche Online: Hat so etwas Erfolg?

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Hegelich: Das weiß man nicht genau. Wir untersuchen aktuell, wie stark andere Nutzer von solchen Strategien beeinflusst werden. Dafür gibt es auf jeden Fall einige Indizien. Die größte Gefahr ist, dass Manipulation über Umwege stattfindet. Die Bots beeinflussen Trends. Dann schaut sich irgendwer die Trends an, ohne die Inhalte zu lesen, und lässt sich davon beeinflussen. Beispielsweise könnte jemand denken, dass die Brexit-Befürworter eindeutig vorne liegen, und geht dann nicht mehr wählen.

Bots hängen sich an jeden Trend

Egal welcher Trend gerade angesagt ist: In dem Moment, in dem Aufmerksamkeit generiert wird, hängen sich die Bots automatisch dran. Sie suchen danach, was gerade trendig ist, nehmen diesen Hashtag und verbreiten ihren Spam.

Wirtschaftswoche Online: Gerade Spambots sind nervig. Könnten sie dem Internet zum Verhängnis werden?

Hegelich: So schlimm wird es nicht. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass der Nachrichtendienst Twitter unter die Räder kommt, weil dort massenhaft Bots unterwegs sind. Und wenn ich als User irgendwann keinen Nutzen mehr darin sehe, bei Twitter zu sein, verlasse ich die Plattform. Zumal andere Netzwerke Twitter verstärkt Konkurrenz machen.

Wirtschaftswoche Online: Wie präsent ist das Thema Manipulation der sozialen Medien durch Bots in der Politik?

Hegelich: Es wird an allen möglichen Ecken versucht, politischen Einfluss über solche Methoden zu nehmen. Inwiefern dass dann gelingt, ist in den Sozialwissenschaften schwer zu sagen. Man weiß nie, was passiert wäre, wenn es diese Einflussnahme nicht gegeben hätte. Die Betreiber erhoffen sich aber etwas und es ist simpel und extrem günstig, Bots zu betreiben. Manch ein Akteur gibt dann 2000 Euro für seine Bot-Armee aus - schaden kann es ihm ja nicht.

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 Bots manipulieren Trends, Gruppen und einzelne PersonenSchutz vor Fake-Profilen 
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Pointer 25. Jul 2016

Guggst du: http://lmgtfy.com/?q=AI+Box+Experiment

Pointer 25. Jul 2016

Leider nicht jedem. In den sechziger Jahren lernten wir noch Informationen kritisch...

jungundsorglos 21. Jul 2016

Das gilt nicht nur fürs Internet, wie der Artikel andeutet. Auch nicht nur bei komischen...

lala1 21. Jul 2016

"bösartige Bots" ... Bots sind nicht gut und böse (genau so wie Tiere nicht) sondern es...



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