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Schockinhalte: Facebook will Mitarbeitern 52 Millionen US-Dollar zahlen

Wenn Facebook-Mitarbeiter durch Schockinhalte traumatisiert worden sind, können sie auf Zahlungen von bis zu 50.000 US-Dollar hoffen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Ein Vergleich zwischen Facebook und Klägern liegt vor.
Ein Vergleich zwischen Facebook und Klägern liegt vor. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Facebook und seine Inhalte-Prüfer haben sich in einem Gerichtsverfahren auf eine Zahlung von 52 Millionen US-Dollar geeinigt. Die Inhalte-Prüfer werfen dem sozialen Netzwerk vor, dass sie ihr Job krank gemacht habe. Die betroffenen Beschäftigten sollen bei einer Diagnose wie einer posttraumatischen Belastungsstörung bis zu 50.000 US-Dollar für ihre Behandlungskosten bekommen, wie die Anwälte der Kläger mitteilten.

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Wer Inhalte bei Facebook prüft, muss sich regelmäßig Szenen von Gewalt und Misshandlungen ansehen. Die Mitarbeiter aus den Lösch-Teams seien täglich mit Tausenden Videos, Bildern und Liveübertragungen von sexuellem Missbrauch von Kindern, Vergewaltigungen, Folter, Sex mit Tieren, Enthauptungen, Suiziden und Morden konfrontiert.

Diese Mitarbeiter sind oft nicht direkt bei Facebook, sondern bei Dienstleistern angestellt und arbeiten als Zeitarbeiter. Im Herbst 2018 verklagte eine frühere Inhalte-Prüferin Facebook, weil sie durch die gesehenen Inhalte nach neun Monaten eine posttraumatische Belastungsstörung davongetragen habe. Facebook wurde vorgeworfen, das Unternehmen ignoriere seine Pflicht, für die Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen.

Facebook will Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter treffen

Die nun erzielte Einigung muss noch vom zuständigen Richter gebilligt werden und gilt für mehr als 10.000 Menschen aus den US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas, Arizona und Florida, die seit 2015 für Facebook gearbeitet haben. Der Mindestbetrag liegt bei 1.000 US-Dollar.

Facebook stellte in der Einigung weitere Vorkehrungen zum Schutz der geistigen Gesundheit der Inhalte-Prüfer in Aussicht. So soll bei Videos standardmäßig der Ton ausgeschaltet bleiben, und die Videos sollen in schwarz-weiß abgespielt werden. Inwiefern sich damit die psychische Belastung bei einer solchen Arbeit verringern lässt, ist nicht bekannt. Bewerber für die Jobs sollten auf mentale Widerstandsfähigkeit geprüft werden, hieß es weiter.

Vorfälle in Deutschland

Auch in Deutschland gab es Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Lösch-Teams. Die deutschen Löschzentren betreibt Facebook nicht selbst, sondern greift auf die Dienstleistungsfirmen CCC und Arvato zurück, die unter anderem im Callcenter-Geschäft tätig sind. Nach Kritik an den Arbeitsbedingungen gewährte Facebook im Jahr 2017 einigen wenigen Journalisten Zugang zum Berliner Löschzentrum und betonte die Maßnahmen zur psychologischen Unterstützung.

Gespräche mit Mitarbeitern - in Anwesenheit von Facebook-Vertretern - zeichneten damals ein Bild von Menschen, die mit der Härte des Jobs zu kämpfen haben und zum Teil abstumpfen. "Ich weiß noch, das erste Enthauptungsvideo - da hab' ich dann ausgemacht, bin raus und hab erstmal ein wenig geheult", erinnerte sich eine 28-jährige Mitarbeiterin. "Jetzt hat man sich so daran gewöhnt, es ist nicht mehr so schlimm."

Einer der Teamleiter sagte damals, Mitarbeiter müssten sich selbst melden, um psychologische Betreuung zu bekommen. "Ich als Teamleiter weiß ja nicht, ob jemand Betreuung braucht oder nicht." Zugleich arbeiten die Menschen in den Löschzentren mit dem Gefühl, andere vor Schaden zu bewahren: "Wenn ich jemandem ersparen kann durch meine Arbeit, dass er das sehen muss, dann finde ich das sehr gut", sagte eine der Frauen.

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deadjoe 13. Mai 2020

Ich verstehe ja das es ahrt ist, dass man Dinge sieht die man einfach nicht vergisst-aber...

AntonZietz 13. Mai 2020

Die durchschnittlichen Behandlungskosten einer Psychotherapie in den USA liegen pro...

Held_vom_Erdbee... 13. Mai 2020

In der Schule musste ich mir immer rotten.com angucken. Bekomme ich jetzt auch 50k...


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