Schnittverletzungen: Mähroboter töten Igel
Die zunehmende Beliebtheit von Mährobotern sind ein Problem. Igel sind vornehmlich nachts auf Nahrungssuche – und dann sind auch viele Mähroboter aktiv.
Das Problem: Bei Annäherung von Gefahr rollen sich Igel zusammen und verharren an Ort und Stelle. Mähroboter erkennen sie nicht und fahren sie mit ihren scharfen Messern an. Werden die Tiere verletzt, ist das oft ihr Ende, wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung berichtet(öffnet im neuen Fenster) (Triggerwarnung: Abbildung schwerverletzter Tiere).
Daten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Mähroboter stellen eine große und wachsende Gefahr für Igel dar. Diese besonders geschützte Tierart erleidet vermehrt Schnittverletzungen, die nicht selten schwerwiegende bis tödliche Folgen haben. Es gibt nach Angaben des Instituts bisher keine marktreifen technischen Lösungen, die Kleintiere wie Igel zuverlässig erkennen können.
Das Leibniz-IZW dokumentiert und analysiert seit September 2022 Fälle von Igeln mit Schnittverletzungen, die eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind. Über eine geschlossene Facebookseite werden Funde von Igelauffangstationen gesammelt. Bereits Hunderte solcher Fälle wurden dort registriert, doch dies ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Viele verletzte Igel werden erst gar nicht gefunden oder gemeldet, so das Institut. Besorgniserregend ist auch der deutliche Anstieg der Fälle seit Beginn dieses Frühjahrs. Dieser Anstieg steht vermutlich im Zusammenhang mit den jährlich steigenden Absatzzahlen von Mährobotern, die um 12 Prozent zunehmen.
Nachtmähverbot würde viel helfen
Obwohl Hersteller gegenteilige Behauptungen aufstellen, erkennen den Angaben des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung zufolge Mähroboter kleine Tiere nicht. Wer selbst etwas tun will, lässt seinen Mähroboter nicht in der Dämmerung oder Nacht fahren. Da sind Igel überwiegend aktiv(öffnet im neuen Fenster).
Die Igelauffangstationen und die Forscher erwarten Maßnahmen seitens der Politik: Das könnte die staatliche Übernahme der Tierarztkosten oder ein Verbot des Betriebs von Mährobotern während der Nachtstunden in der Bundesartenschutzverordnung sein. Zusätzlich sei eine nachhaltige Kommunikation und Aufklärungsarbeit in Politik und Gesellschaft erforderlich.
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