Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Schnellstes Elektroauto: Faraday Future macht Tesla mit FF 91 Konkurrenz

CES 2017
Auf der CES hat Faraday Future einen Prototyp seines Elektroautos FF 91 vorgestellt. Bei Beschleunigung und Reichweite soll er besser sein als derzeitige Teslas. Ein wichtiges Detail ist aber noch nicht bekannt.
/ Friedhelm Greis
80 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der FF 91 mit ausfahrbarem Laserscanner auf der Motorhaube (Bild: Faraday Future)
Der FF 91 mit ausfahrbarem Laserscanner auf der Motorhaube Bild: Faraday Future

Der kalifornische Elektroautohersteller Faraday Future hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas seinen ersten Prototyp vorgestellt ( Video(öffnet im neuen Fenster) ). Der FF 91 soll mit 1.050 PS noch stärker beschleunigen als ein Tesla Model S und über einige automatisierte Funktionen verfügen. Das Elektroauto soll ab 2018 lieferbar sein. Interessenten können bereits eine Anzahlung von 5.000 Dollar leisten. Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, dürfte aber bei deutlich mehr als 100.000 Dollar liegen.

FF 91 A New Breed of Electric Vehicle – Trailer
FF 91 A New Breed of Electric Vehicle – Trailer (02:12)

Ausgestattet mit einer 130-kWh-Batterie liegt die Reichweite laut Pressemitteilung (öffnet im neuen Fenster) bei mehr als 700 Kilometern (NEDC). Die in Kooperation mit LG Chem hergestellte Batterie soll die schnellste derzeit verfügbare Ladegeschwindigkeit aufweisen. Damit könnten 800 Kilometer pro Stunde nachgeladen werden.

Firma will trotz aller Probleme durchhalten

Ende Dezember hatte The Verge über finanzielle Probleme bei dem Autohersteller berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Offenbar ist dem chinesischen Investor Jia Yueting das Geld ausgegangen, so dass Rechnungen nicht bezahlt werden konnten und sich der Bau der neuen Autofabrik im US-Bundesstaat Nevada verzögert . Führende Manager, darunter der "globale CEO" Ding Lei, sollen das Unternehmen verlassen haben(öffnet im neuen Fenster) . Vizepräsident Nick Sampson sagte jedoch bei der Präsentation am Dienstag: "Trotz aller Neinsager und Skeptiker werden wir durchhalten."

Der FF 91 unterscheidet sich dabei deutlich von dem im vergangenen Jahr vorgestellten FF Zero 01 Concept . Der Prototyp sieht zwar immer noch ein bisschen futuristisch aus, aber eher wie eine klassische Limousine. Das Besondere an den 36 Sensoren, die die Umgebung des Autos wahrnehmen: Ein Laserscanner ist in der Mitte der Motorhaube platziert und wird bei Bedarf ausgefahren. Daran könnten Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer erkennen, wenn sich das Fahrzeug im Selbstfahrmodus befinde, erläuterte Hong Bae, Entwicklungschef für Assistenzsysteme und autonomes Fahren. Neben dem 3D-Lidar hat das Auto zehn Kameras, 13 Fern- und Nahbereichsradare und zwölf Ultraschallsensoren.

Schneller als der schnellste Tesla

Eine der "coolsten" Funktionen, über die der FF 91 verfüge, sei das selbstständige Einparken. Dies wurde in Las Vegas auf einem Parkplatz demonstriert. Allerdings gehört ein solcher Parkpilot zu den autonomen Funktionen, die am einfachsten zu realisieren sind. Bislang ist es rechtlich noch nicht erlaubt, sein Fahrzeug zu verlassen und ohne direkte Kontrolle einparken zu lassen.

Ein besonderer Fokus wurde zudem auf die Beschleunigung des Autos gelegt. Demnach soll der FF 91 in 2,39 Sekunden von null auf 60 Meilen in der Stunde beschleunigen, was umgerechnet 2,475 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde entspricht. Damit wäre der FF 91 eine Hundertstel Sekunde schneller als ein Tesla Model S 100D mit einem speziellen Softwaretuning . Der Porsche 918 Spyder soll es jedoch schon in 2,2 Sekunden von 0 auf 60 Meilen/h geschafft haben(öffnet im neuen Fenster) . Faraday Future sprach dennoch von einem "neuen Weltrekord" .

Offen bleibt, ob die Firma trotz aller Schwierigkeiten in der Lage sein wird, ihre Produktionsziele zu erreichen. Falls ja, dürfte es einen neuen Konkurrenten für Tesla, aber auch die deutschen Oberklassehersteller geben.


Relevante Themen