Phoenix tauscht die Stecker bereits aus
Beim Ladestecker für 375 Ampere sei "ein Fehlerbild bekannt, das in Einzelfällen zu Ladeabbrüchen führen kann". Allerdings lägen nur bei rund einem Prozent der ausgelieferten Stecker dieser Produktvariante Reklamationen vor.
Zudem lasse sich auf Basis des konkreten Typenschildes und des genauen Ladevorgangs nicht abschließend beurteilen, ob die geschilderten Ladeabbrüche "tatsächlich auf dieses Fehlerbild zurückzuführen sind".
Laut Phoenix Contact wurden für die fehlerhaften Produkte bereits technische Anpassungen umgesetzt. "Darüber hinaus haben wir unsere Kunden über das Fehlerbild informiert, die Lagerbestände bei unseren Kunden proaktiv überprüft und die betroffenen Produkte technisch angepasst", hieß es weiter.
Alpitronic sieht keinen Hardware-Fehler
Betroffene Elektroautofahrer sollten sich im Falle einer entsprechenden Störung direkt an den jeweiligen Ladenetzbetreiber (Charge Point Operator/CPO) beziehungsweise Betreiber der Ladesäule wenden, damit die Meldung geprüft und bearbeitet werden könne.
Nach Einschätzung von Alpitronic steckt hinter den Fehlermeldungen nicht unbedingt eine Produktionsfehler beim Stecker. "Nach aktuellem Kenntnisstand liegt kein tatsächlicher Defekt am Kabel oder Stecker vor. Vielmehr handelt es sich um ein technisches Fehlerbild, bei dem das System während eines internen Prüfvorgangs fälschlicherweise eine Störung erkennt", teilte der Hersteller auf Anfrage von Golem mit.
Das heißt: Neben einem echten Mangel im Stecker kann auch ein Softwarefehler zum Abbruch des Ladevorgangs geführt haben. Für Nutzer ist das von außen nicht erkennbar. Laut Alpitronic wendet sich der Ladenetzbetreiber im Falle von Fehlermeldungen an das Unternehmen. "Dort wird das Fehlerbild umfassend analysiert und auf dieser Grundlage werden anschließend die erforderlichen weiteren Schritte festgelegt und eingeleitet", sagte eine Sprecherin weiter.
Offenbar weniger Ladekabel abgeschnitten
Für Kunden ist somit unklar, welche Art von Fehler bei einem Problem mit dem Ladestecker vorliegt. Es kann sinnvoll sein, ein Foto des Typenschilds von der Unterseite des Steckers zu machen und den Fehler dem Ladenetzbetreiber zu melden. Vielleicht hilft das dabei, den Fehler schneller beheben.
Denn ein Ladestecker ist beileibe nicht die einzige Fehlerquelle bei einem Ladevorgang. Im Vergleich zum Jahr 2025 sollen zumindest die Fälle von abgeschnittenen Ladekabeln rückläufig sein.
Aber es passiert weiterhin häufig genug, dass eine Ladekarte oder ein Zahlungsmittel nicht akzeptiert wird oder ein Ladevorgang aus einem anderen Grund abgebrochen wird. Angesichts der Tatsache, dass sich immer mehr Fahrer ein E-Auto anschaffen, sollten die Kinderkrankheiten der Ladeinfrastruktur weniger und nicht mehr werden.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.