Schnellerer Glasfaserausbau: Hamburg übernimmt privaten Glasfaserbetreiber Willy.tel

Die Stadt Hamburg hat 49,9 Prozent des Netzbetreibers Willy.tel übernommen. Das gab die Konzernholding der Stadt am 16. Juli 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Bei dem Anteilskauf wurde der mittelständische Netzbetreiber Willy.tel mit 178 Millionen Euro bewertet.
Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) wolle so einen beschleunigten Ausbau des Glasfasernetzes erreichen, sagte er. Bis zum Jahr 2034 solle es 100.000 zusätzliche Anschlüsse geben. "Das ist ein ambitionierter Plan" , erklärte Dressel.
Mit der Beteiligung ließen sich Synergien im städtischen Gesamtverbund Glasfaser in der Fläche weiter ausbauten. In Hamburg sind laut den Angaben aktuell bereits rund 50 Prozent der Haushalte mit Glasfasertechnologie versorgt. Bürgermeister Peter Tschentscher sagte: "Allen Schulen und jedem zweiten Haushalt in der Hansestadt stehen bereits heute Glasfaseranschlüsse zur Verfügung."
Hamburg: Telekom baut bereits stark aus
Willy.tel versorgt über 150.000 Haushalte im Stadtgebiet. Der schnellste Zugang Willy.Duoflat 1.000 kostet monatlich 49,90 Euro. Geboten werden bis zu 1 GBit/s im Download und 250 MBit/s im Upload.
Im Großraum Hamburg ist auch der City-Carrier Wilhelm.tel aktiv, dem das Festnetz von Hansenet/Alice verkauft wurde. Die Telekom und Wilhelm.tel unterzeichneten im März 2022 eine Absichtserklärung, wodurch die Telekom im Netz des kleineren Anbieters ihre Produkte anbieten kann. Wilhelm.tel ist über die Stadtwerke im Besitz der Stadt Norderstedt, die an Hamburg angrenzt. Mit dem Netzbetreiber Willy.tel in Hamburg ist Wilhelm.tel seit langem partnerschaftlich verbunden.
In Hamburg plant die Telekom neben Berlin das größte zusammenhängende Ausbauprojekt im Bundesgebiet: 540.000 Haushalte und Unternehmensstandorte sollen bis Ende 2025 einen FTTH-Anschluss buchen können.