Schnell wie SSD: Bastler erweitert Raspberry Pi 5 um SD Express Slot
Trotz hoher Leistung setzt der Raspberry Pi 5 noch immer auf verhältnismäßig langsame SD-Karten als Standardspeichermedium – sofern man nicht einen der mittlerweile zahlreichen M.2-Adapter nachrüstet. Dabei ermöglicht der Standard SD Express seit 2018 Übertragungsraten von 985 MByte/s und mehr. Der Bastler Will Whang entwickelte ein HAT-Modul, mit dem sich die schnellen Speicherkarten im Mikro-SD-Format am beliebten Bastelcomputer nutzen lassen.
Das ist nicht einmal besonders kompliziert, da SD-Express-Karten über PCIe angebunden werden und das NVMe-Protokoll verwenden. Whang nutzt daher die herausgeführte PCIe-Lane des Raspberry Pi 5. Auf seiner Platine sitzt noch ein WCH-Mikrocontroller , der allerdings nicht einmal unbedingt erforderlich wäre. Laut White Paper (PDF)(öffnet im neuen Fenster) sind SD-Express-Karten ohne vorherige Konfiguration über PCIe ansprechbar. Eine Application Note von Microchip (PDF)(öffnet im neuen Fenster) zeigt ein Design, das lediglich mit einem Inverter und wenigen passiven Komponenten auskommt.
Whang nutzt den Mikrocontroller in erster Linie, um eine eingesteckte Karte automatisch zu mounten. Zudem ist ein Taster verbaut, über den die Karte wieder ausgehängt werden kann. Für diese Funktionen muss ein Python-Script(öffnet im neuen Fenster) laufen, das Whang ursprünglich für ein anderes Projekt – einen Adapter für Compact Flash (CF) Express – geschrieben hat. Auch der 1,8-Volt-Spannungswandler für die Karte sowie eine Status-LED werden vom Mikrocontroller angesteuert.
Schnell, aber praktisch sinnlos
Anders als das Vorgängerprojekt für CF-Karten wird Whang den SD-Express-Adapter nicht in größerer Stückzahl fertigen lassen. Er stellt lediglich Schaltplan und Board-Layout – beides erstellt mit Kicad – auf Github bereit(öffnet im neuen Fenster) .
Denn SD-Express-Karten haben, wie Whang hier anmerkt, eine Reihe von Nachteilen: Sie sind teurer als eine gleich große M.2-SSD und bei größeren Schreiboperationen kaum schneller als hochwertige reguläre SD-Karten. Hier wird der verwendete Flashspeicher zum Flaschenhals. Dem steht als Vorteil entgegen, dass SD-Express-Karten problemlos im Betrieb ein- und ausgesteckt werden können. Allerdings ist das Angebot recht überschaubar, Nintendos Switch 2 bringt den Standard erstmals ins Consumer-Segment – und könnte damit für eine Steigerung der Nachfrage und infolgedessen auch des Angebots sorgen.
- Anzeige Hier geht es zur Samsung SSD 980 Pro bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.