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Schlüsseldienste: Apps für Panzerknacker

Abfotografieren und ausdrucken lassen: Dienste wie KeyMe und KeyDuplicated haben sich darauf spezialisiert, Schlüssel nachzumachen. Das spart zwar den teuren Schlüsseldienst, könnte aber Dieben zugutekommen.

Artikel von Johannes Wendt veröffentlicht am
Macht Schlüssel in einer halben Minute nach: der KeyMe-Kiosk
Macht Schlüssel in einer halben Minute nach: der KeyMe-Kiosk (Bild: KeyMe)

Wer einmal versucht hat, eine Haustür mit einer Kreditkarte zu öffnen, hat festgestellt: Kreditkarten zu ersetzen, kann unangenehm lange dauern und die meisten Haustürschlösser sind gut gesichert. Sperrt man sich aus, ist die Ultima Ratio deshalb meist der Schlüsseldienst. Der ruckelt fünf Minuten am Schloss und ist drin. An Sonn- und Feiertagen kostet die Ruckelei sogar mehrere Hundert Euro. Schlüsseldienst-Apps kosten zwar weniger, bergen aber eine Gefahr: Sie könnten interessant für Kriminelle sein.

KeyMe und KeyDuplicated schaffen den Schlüsseldienst ab

Inhalt:
  1. Schlüsseldienste: Apps für Panzerknacker
  2. Manuelle Schlüssel werden zum Sicherheitsrisiko

Das Unternehmen KeyMe aus San Francisco arbeitet daran, den Schlüsseldienst zu ersetzen. Um in eine Wohnung zu kommen, braucht man nur noch ein Foto vom Schlüssel. Nutzer erstellen dieses Foto einmal und speichern es in der App von KeyMe ab. Haben sie sich ausgesperrt, gehen sie mit dem eingescannten Foto zum KeyMe-Kiosk, einem Automaten oder zum Schlüsselladen selbst.

Eine halbe Minute braucht der KeyMe-Kiosk, um aus dem gespeicherten Foto einen Kunststoffschlüssel zu drucken. Das kostet beim Schlüsselmacher 10 US-Dollar, beim KeyMe-Kiosk 20.

Der Markt für KeyMe ist groß. Nach Angaben der Firma sperren sich allein in den USA pro Jahr 90 Millionen Menschen aus. Das ist fast jeder dritte US-Bürger. Bislang beschränkt sich KeyMe, genau wie Konkurrent KeyDuplicated, ausschließlich auf die USA. Rechtliche Probleme gab es mit den Schlüsselkopierern bislang nicht. "Es ist uns kein Fall bekannt, in dem Diebe einen Schlüssel nachgemacht haben", schreibt Michael Harbolt, Marketingchef von KeyMe, in einer Mail an Golem.de.

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Dass Missbrauch aber doch möglich ist, zeigt Andy Greenberg, Redakteur von Wired. Er machte ein Foto vom Schlüssel eines Freundes. Eine Stunde später stand er in dessen Wohnzimmer.

Greenberg ist geglückt, was die KeyMe-Gründer vorgeben, um jeden Preis verhindern zu wollen: der unbefugte Gebrauch der App. Zahlreiche Hürden haben sich die Entwickler einfallen lassen. Das Foto des Schlüssels soll auf weißem Untergrund, von beiden Seiten und im Abstand von zehn Zentimetern aufgenommen werden. Wer den Schlüssel nachmachen will, soll außerdem per Kreditkarte zahlen und seine Adresse hinterlassen. Sogar die Verwendung von Überwachungskameras hat KeyMe angedacht.

Manuelle Schlüssel werden zum Sicherheitsrisiko 
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Shoedoc 09. Jun 2015

Die 120 Euro sind m.E. nach noch ganz in Ordnung, außerhalb der normalen Arbeitszeit mu...

Zwangsangemeldet 17. Jan 2015

Und das ist gut so! Wenn es kryptographisch sichere RFID-Schlüssel gibt, können die nicht...

Robert0 14. Jan 2015

Jaja, die USA und die Leute, die dort ihre eigenen Probleme lösen. Dort gibt es ja auch...

jclaus19 13. Jan 2015

ein guter Schlüsseldienst kann jeder Schlüssel nachfertigen ohne ein original zu haben...

plutoniumsulfat 09. Jan 2015

Was ändert es daran, ob der Staatsanwalt nen Plastikschlüssel nimmt, oder deine Tür...


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