Abo
  • Services:

Schlüsselaustausch: Aufregung um angebliche Whatsapp-Backdoor

Hat Whatsapp eine Backdoor? Das behaupten zumindest ein Sicherheitsforscher und der Guardian. Tatsächlich könnte es auch eine weniger spektakuläre Erklärung geben.

Artikel von veröffentlicht am
Bei Whatsapp gibt es eine Schwachstelle - aber eher keine Backdoor.
Bei Whatsapp gibt es eine Schwachstelle - aber eher keine Backdoor. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

In der Verschlüsselung von Whatsapp gibt es eine Backdoor - so berichtet es zumindest die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf den Sicherheitsforscher Tobias Boelter. Boelter hatte seine Erkenntnisse zur Verschlüsselung von Whatsapp bereits in einem Lightning-Talk bei der Hackerkonferenz 33C3 vorgestellt [Folien als PDF]

Inhalt:
  1. Schlüsselaustausch: Aufregung um angebliche Whatsapp-Backdoor
  2. Hintertür für Regierungen?

Whatsapp ist demnach in der Lage, einen Austausch des Schlüsselmaterials zu forcieren, wenn ein Nutzer offline ist. Fehlerhaft gesandte Nachrichten würden dann erneut zugestellt. Nutzer bekommen davon in der Standardeinstellung nichts mit, die Nachrichten könnten dann von Whatsapp mitgelesen werden.

Unklar ist, ob es sich um eine absichtlich platzierte Schwachstelle handelt - oder ob hier nicht ein nachvollziehbarer Tradeoff zwischen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit vorliegt. Whatsapp nutzt seit dem vergangenen Jahr das Signal-Protokoll, das derzeit als fortschrittlichste Lösung für verschlüsseltes Instant-Messaging gilt. Signal bietet Perfect Forward Secrecy, das bedeutet, dass alte Nachrichten auch dann nicht entschlüsselt werden können, wenn ein Angreifer in den Besitz des Schlüsselmaterials gelangt.

Nach Angaben von Boelter kann Whatsapp einen Schlüsselaustausch forcieren, wenn einer der Nutzer (Alice) offline ist. Sendet ein anderer Nutzer (Bob) dann eine Nachricht, wird diese nicht mit einer Fehlermeldung quittiert, sondern trotzdem übertragen. Dabei wird das neue, möglicherweise kompromittierte Schlüsselmaterial verwendet.

Nachrichten könnten mitgelesen werden

Stellenmarkt
  1. Clariant SE, Frankfurt, Sulzbach
  2. Dataport, Altenholz bei Kiel, Hamburg

Damit könnten Nachrichten durch den Dienstebetreiber mitgelesen werden, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wäre dann hinfällig. Whatsapp versendet anders als Signal standardmäßig keine Warnmeldungen, wenn die Schlüssel ausgetauscht werden. Tatsächlich dürften solche Warnmeldungen einen Großteil der Nutzer überfordern. Selbst wenn Nutzer die Warnung in den Whatsapp-Einstellungen aktivieren, wird die Warnmeldung erst angezeigt, nachdem die Chatnachricht mit dem neuen Schlüsselmaterial übertragen wurde.

Boelter schreibt aber, dass Whatsapp-Betreiber Facebook darüber hinaus auch auf ältere Nachrichte zugreifen könne. Dazu würden einfach ältere auf dem Smartphone vorhandene Nachrichten im Hintergrund erneut gesendet. Damit könnte die Perfect-Forward-Secrecy ausgehebelt werden, denn Whatsapp hätte im Normalfall nur Zugriff auf die mit dem privaten Schlüssel des Smartphones verschlüsselten Datenpakete. Unklar ist, ob das auch wirklich geschieht.

Hintertür für Regierungen? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 519€ bei Alternate lieferbar
  2. (u. a. Pacific Rim Uprising, Game Night, Greatest Showman, Lady Bird, Ghostland, Weltengänger)
  3. WLAN-Repeater 21,60€, 8-Port-Switch 26,60€, Nano WLAN USB-Adapter 5,75€)
  4. (heute u. a. Dockin Bluetooth-Lautsprecher)

FreiGeistler 20. Jan 2017

Du meinst: Weil, verifizierbar ist das nicht. Davon abgesehen; david_krieger, lear...

DY 17. Jan 2017

Schon, aber es bleibt keine Wahl derzeit. Wichtig wäre Flexibilität hinein zu bekommen...

DY 17. Jan 2017

Die Leute sollen sich gerade so sicher fühlen, dass sie nicht umsteigen. Das bedeutet...

ibsi 16. Jan 2017

Sie machen ja Kapital. In Form von Werbung (schau mal wie viel von Googles Gewinn durch...

LoopBack 16. Jan 2017

... Nicht vergessen: http://blogs.fsfe.org/larma/2017/signal-backdoors/


Folgen Sie uns
       


3D Mark Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti)

Wir haben die Raytracing Demo von 3D Mark auf Nvidias neuer Geforce RTX 2080 Ti und der älteren Geforce GTX 1080 Ti abspielen lassen.

3D Mark Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti) Video aufrufen
Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

Künstliche Intelligenz: Wie Computer lernen
Künstliche Intelligenz
Wie Computer lernen

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und neuronale Netze zählen zu den wichtigen Buzzwords dieses Jahres. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass Computer bald wie Menschen denken können. Allerdings wird bei dem Thema viel durcheinandergeworfen. Wir sortieren.
Von Miroslav Stimac

  1. Innotrans KI-System identifiziert Schwarzfahrer
  2. USA Pentagon fordert KI-Strategie fürs Militär
  3. KI Deepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten

Apple Watch im Test: Auch ohne EKG die beste Smartwatch
Apple Watch im Test
Auch ohne EKG die beste Smartwatch

Apples vierte Watch verändert das Display-Design leicht - zum Wohle des Nutzers. Die Uhr bietet immer noch mit die beste Smartwatch-Erfahrung, auch wenn eine der neuen Funktionen in Deutschland noch nicht funktioniert.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Skydio R1 Apple Watch zur Drohnensteuerung verwendet
  2. Smartwatch Apple Watch Series 4 mit EKG und Sturzerkennung
  3. Smartwatch Apple Watch Series 4 nur mit sechs Modellen

    •  /