Schlüssel gestohlen: China-Hacker hatten Zugriff auf persönliche Microsoft-Konten

Schon in der vergangenen Woche gab es Medienberichte über Angriffe von chinesischen Hackern , die einen Signaturschlüssel von Microsoft stehlen und damit in E-Mail-Konten zahlreicher Organisationen eindringen konnten - darunter auch mehrere Regierungsbehörden verschiedener Staaten. Einem neuen Bericht von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) zufolge scheinen die Auswirkungen dieses Vorfalls aber noch weitaus größer zu sein, als bisher angenommen wurde.
So sollen etwa Sicherheitsforscher von Wiz festgestellt haben, dass sich mit dem gestohlenen Schlüssel Zugangstoken für alle Azure-Active-Directory-Anwendungen generieren ließen, die mit Microsofts OpenID v2.0 arbeiten. Dies betraf ebenso persönliche Microsoft-Konten, die beispielsweise im Zusammenhang mit Skype oder Xbox-Diensten genutzt werden. "Dazu gehören verwaltete Microsoft-Anwendungen wie Outlook, Sharpoint, Onedrive und Teams sowie Kundenanwendungen, die die Microsoft-Konto-Authentifizierung unterstützen, einschließlich solcher, die die Funktion Anmeldung mit Microsoft anbieten" , so die Forscher in ihrem Bericht(öffnet im neuen Fenster) .
"Ein Angreifer mit einem AAD-Signaturschlüssel ist der mächtigste Angreifer, den man sich vorstellen kann" , warnte Ami Luttwak, CTO und Mitbegründer von Wiz. Denn dieser könne auf fast jede Anwendung zugreifen - als beliebiger Benutzer. "Das ist die ultimative Shape-Shifter-Superkraft der Cyber-Intelligenz."
Microsoft hat Angreifer bereits ausgesperrt
Um einen weiteren Missbrauch des Signaturschlüssels zu unterbinden, hat Microsoft bereits eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt. Nachdem der Konzern den gestohlenen Schlüssel für ungültig erklärt hatte, können die Hacker seit dem 3. Juli 2023 keine weiteren Zugangstoken mehr generieren und folglich auch nicht mehr in fremde Benutzerkonten eindringen. Danach haben die Redmonder nach eigenen Angaben auch keine mit dem Signaturschlüssel in Verbindung stehenden bösartigen Aktivitäten mehr feststellen können.
Nach heftiger Kritik an Microsofts bisheriger Praxis, für die Untersuchung möglicher Hackerangriffe erforderliche Protokolldaten nur im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnements bereitzustellen, kündigte der Konzern außerdem kürzlich an , seinen Cloudkunden ab September ohne Zusatzkosten Zugriff auf ausgewählte Protokolle zu gewähren.



