Open Source in der Verwaltung: grüner, billiger, sicherer?

Golem.de: Wie sieht es aus mit den laufenden Betriebskosten? Spielt auch das Kriterium der sogenannten grünen IT eine Rolle?

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Albrecht: Das ist bei uns ein zentrales Kriterium. Denn wir wollen mit unserer IT-Beschaffungsstrategie auch die Themen Energieverbrauch und Kostenoptimierung immer im Blick behalten. Zwischen Open-Source-Anwendungen und geschlossenen Anwendungen gibt es deutliche Unterschiede in den Energieverbräuchen: Wenn man etwa auf dem Desktop die aktive Nutzung von Microsoft-Produkten einstellt, verbrauchen sie dennoch beträchtliche Energie, während bei Open-Source-Anwendungen der Energieverbrauch unmittelbar auf ein sehr niedriges Niveau abfällt. So etwas findet man natürlich nur heraus, wenn man in dem Bereich auch tatsächlich mal genauer hinsieht.

Golem.de: Ist Open Source also billiger im Unterhalt?

Albrecht: Wir müssen uns verabschieden von der leichtgläubigen Vorstellung, dass mit einem Umstieg alles billiger werden würde. Das ist nicht notwendigerweise immer der Fall. Allerdings kommt man nur im schlechtesten Fall auf eine vergleichbare Kostenhöhe, wobei man vielleicht sogar noch ein bisschen Handlungsspielraum hat, um Schulungen und Dienstleistungen auszuweiten. Auch um die Pflege und Sicherheitsmaßnahmen muss man sich natürlich selbst kümmern. Das preisen wir alles mit ein und haben damit auch einen ehrlichen, klaren Blick darauf, was ein Umstieg bedeutet.

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Golem.de: Spielt auch die Datenschutz-Grundverordnung eine Rolle, die die Datenverarbeiter und nicht den Hersteller einer Software in der Verantwortung sieht?

Albrecht: Es gibt überall in der öffentlichen Verwaltung Schwierigkeiten, mit absoluter Sicherheit für eine sichere Verarbeitung in Microsoft-Produkten zu sorgen. Es sind zwar häufig nur theoretische Möglichkeiten des Missbrauchs, aber auch theoretische Fragen können praktische Relevanz bekommen, wenn man beispielsweise an mögliche Backdoors und Verpflichtungen durch Geheimdienste denkt. Das betrifft natürlich die Verwaltung, denn wir verarbeiten hier die Daten von Bürgerinnen und Bürgern. Für den Einsatz von Open Source haben wir das klare Argument, dass der Einblick durch die Aufsichtsbehörden hier viel stärker gewährleistet ist. Eine rechtskonforme Verarbeitung nach der Datenschutz-Grundverordnung kann deutlich sicherer abgebildet werden.

Golem.de: Welcher Faktor spielte denn nun die größte Rolle bei der Entscheidung für Open Source: Der Kostenfaktor, der Sicherheitsfaktor oder gar der Ökofaktor?

Albrecht: Der ausschlaggebende Faktor ist die Flexibilität, also die Tatsache, dass die Verwaltung in ihren Prozessen frei ist, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und selbst nach eigenen Bedürfnissen zu bestimmen, welche Lösungen man einsetzen will. Auch in Veränderungsprozessen können wir zum Teil doch auch kürzere Entwicklungszyklen haben. Dieser größere Handlungsspielraum ist in einem geschlossenen System häufig nicht gegeben.

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 Schleswig-Holstein: Bye, bye Microsoft, hello Open Source
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ikhaya 02. Jul 2020

Solange man bestehendes nutzt weil anderes nicht gut genug ist, wird der Zustand sich...

S76 29. Jun 2020

Man sollte mal ermitteln, wie viele Kosten eigentlich durch solche Ineffizienzen von...

honk 26. Jun 2020

Nur geht es hier um ein Office Paket, nicht um Windows.

honk 26. Jun 2020

Ist doch relativ klar. Wer bisher nur mit Kreide und Schwamm gearbeitet hat, hat andere...

honk 26. Jun 2020

Und genau daran hapert es in diesem Ministerium für Digitalisierung. Die ist auch erst...


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