Schlechtes Betriebssystem: Warum Windows 11 vernachlässigt wurde
Die Namen Microsoft und Windows stehen für die meisten Menschen in enger Symbiose. Das eine würde ohne das andere nicht existieren. Doch wurde in letzter Zeit Windows stark vernachlässigt. Das aktuelle Ergebnis ist ein unbeliebtes Windows 11 mit Bugs, Feature-Bloat, alter UI und schlechter Leistung.
Wie konnte es dazu kommen? Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter Ewan Dalton(öffnet im neuen Fenster) versucht sich an einer Erklärung(öffnet im neuen Fenster). Demnach spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie Windows 11 so vernachlässigt werden konnte. Dabei ist etwa ein Fakt klar: Kaum jemand kauft Windows heutzutage noch als komplettes Produkt selbst. Stattdessen wird der Umsatz für Windows vor allem durch OEM-Lizenzen erwirtschaftet.
Vom wichtigsten Produkt zum Symbol
Unternehmen kaufen Lizenzen bei Microsoft ein und verkaufen ihre Endgeräte mit dem vorinstallierten Windows 11. Auch gibt es Enterprise-Kunden, die ihre PCs und Laptops über KMS-Server oder andere zentrale Verwaltungstools mit Windows 11 versorgen. Entsprechend ist Windows schon lange nicht mehr das Produkt mit dem meisten Umsatz.
Diesen Fakt verbindet Dalton mit der allgemeinen Konzernkultur bei Microsoft. Teams im Unternehmen hätten traditionell eher eine Rivalität und keine Zusammenarbeit gepflegt. Gelder für Innovationen würden an die Teams gehen, die dem Management die besten Versprechen geben können. Seitdem Satya Nadella CEO von Microsoft ist, soll diese Kultur des Konkurrenzkampfes zumindest zurückgefahren und in eine kooperativere Herangehensweise umgewandelt werden.
Da die Konkurrenz allerdings sehr groß sei, werde Windows als Produkt nicht mehr als das wichtigste Element betrachtet und entsprechend mit weniger Entwicklungsbudget versorgt, so Dalton. Andere Produkte wie Microsoft 365 und allem voran Microsoft Azure und die darunterliegende Cloud-Infrastruktur sind flexibler. Wenn Menschen etwa einen Mac nutzen, dann werden sie kein Windows kaufen. Clouddienste und Office-Abos lassen sich aber auch für solche Kunden gut verkaufen.
Die Teams rund um Windows erhielten nach und nach weniger Geld und Windows wurde für den Ausbau anderer Systeme, unter anderem das aktuell anhaltende Investment in KI-Ressourcen, vernachlässigt. Das Problem: Menschen sehen Windows weiterhin als das Vorzeigeprodukt für Microsoft an, auch wenn es nicht mehr so viel Umsatz generiert.
Sollte Windows 11 weiterhin einen schlechten Ruf haben, könnte sich das auch auf andere Produkte des Unternehmens auswirken. Kunden wechseln zu Linux, nutzen eine andere Cloudlösung oder stellen auf eine alternative Office-Lösung um. Aus diesem Grund investiert Microsoft nun wieder Geld in die Entwicklung und Verbesserung von Windows 11. Dem direkten Umsatz durch Windows wird das nicht unbedingt helfen. Allerdings könnte der Ruf des gesamten Konzerns auf dem Spiel stehen, wenn das OS scheitert.
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