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Schlechte Bewertungen: Adobe hat sich mit Photoshop auf dem iPad verkalkuliert

Adobe hat vor kurzem eine Version von Photoshop für das iPad vorgestellt, die zwar stark an die Desktop-Bildbearbeitung erinnert, jedoch deutlich weniger Funktionen bietet. Die Kritik daran macht dem Unternehmen zu schaffen.
/ Michael Linden
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Photoshop auf dem iPad (Bild: Adobe)
Photoshop auf dem iPad Bild: Adobe

Adobe hatte sich entschlossen, die iPad-Version von Photoshop auf den Markt zu bringen, obwohl erst wenige Funktionen des Desktop-Pendants umgesetzt sind. Während der Präsentation und danach betonte das Unternehmen, dass bald weitere Funktionen folgen werden, doch der Erwartungshaltung der Nutzer entsprach das Produkt nicht.

Wütende Reviews auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) und hämische Bemerkungen auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) bezeugen, dass die Minimum-Viable-Product-Strategie falsch war. Darunter wird eine Minimalversion eines Produkts verstanden. Diese soll laut Definition bei minimalem Aufwand den Kundenbedarf decken. Letzteres scheint aber nicht der Fall zu sein. Adobe hatte zudem den Fehler gemacht, die iPad-Version als echtes Photoshop anzukündigen. Der Grund: Die Desktop- und die Tablet-Version teilen sich eine Codebasis. Für den Nutzer stellt sich jedoch die Frage nach dem Funktionsumfang und hier muss die Tablet-Version einfach passen.

Demo von Adobe Photoshop auf dem iPad (Herstellervideo)
Demo von Adobe Photoshop auf dem iPad (Herstellervideo) (14:02)

Adobes Produktchef Scott Belsky schreibt resigniert auf Twitter: "Wenn man versucht, alle mit einer Version 1 glücklich zu machen, wirst du entweder nie liefern oder niemanden glücklich machen."

Zudem bietet die Konkurrenz auf dem iPad längst ausgereifte Grafiklösungen an. So hat etwa Affinity Photo(öffnet im neuen Fenster) nach einem Bericht von The Verge(öffnet im neuen Fenster) längst einen Funktionsumfang erreicht, der ernsthafte Bildbearbeitungen auf dem Tablet zulässt.

Adobe will nun in kurzen Abständen neue Funktionen freischalten. Die iPad-Version kann einen Monat lang kostenlos genutzt werden, danach ist ein Abo notwendig, das auch die Nutzung der Desktop-Version und Adobe Lightroom umfasst. Das Abo kostet im Monat 11,89 Euro. 2020 soll die Vektorsoftware Illustrator für das iPad erscheinen.


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