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Schlechte Ausstattung: Nordkoreas Satellit hätte nicht zum Spionieren getaugt

Auch wenn die Rakete mit dem Satellit nicht nach dem Start abgestürzt wäre, hätte er wenig Nutzen gebracht.
/ Werner Pluta
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Bergung des Satelliten durch das südkoreanische Militär: "schwerwiegender Fehlschlag" (Bild: Reuters)
Bergung des Satelliten durch das südkoreanische Militär: "schwerwiegender Fehlschlag" Bild: Reuters

Nordkoreas erster Spionagesatellit, der nach dem Start abstürzte, war nicht sehr nützlich. Er war aber ohnehin nicht zum Spionieren geeignet, wie eine Untersuchung des südkoreanischen Militärs ergeben hat.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un stellte den ersten Spionagesatelliten des Landes Mitte Mai auf einer öffentlichen Propagandaveranstaltung vor . Am 31. Mai sollte er ins All fliegen. Stattdessen stürzte die Trägerrakete mit ihrer Nutzlast nach einem Fehlstart ins Meer.

Das südkoreanische Militär entdeckte den abgestürzten Satelliten kurz darauf und barg ihn zwei Wochen später. Anschließend hätten Militärexperten aus Südkorea und den USA ihn untersucht, berichtet die britische Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) .

Die Auflösung reichte nicht zum Spionieren

Als Aufklärungssatellit hätte er nicht sinnvoll eingesetzt werden können, erklärten die Experten. Die erste Prüfung habe ergeben, dass die Ausstattung nicht ausgereicht hätte, um Ziele zu verfolgen. Zudem hätten die optischen Geräte eine zu geringe Auflösung gehabt.

Der Satellit hätte nach Angaben der nordkoreanischen Regierung der erste Aufklärungssatellit des Landes sein sollen. Er war dazu gedacht, die militärischen Aktivitäten der USA zu überwachen. Den Absturz nannte die nordkoreanische Führung einen "schwerwiegenden Fehlschlag" .

Das Land brachte in den vergangenen Jahren zwei Objekte in die Umlaufbahn. Nach Angaben der Regierung handelt es sich um Erdbeobachtungssatelliten. Laut Reuters gibt es aber keine Bestätigung, dass sie funktionieren oder Signale aussenden.

Südkorea, Japan und den USA verurteilten den Raketenstart. Dabei sei ballistische Raketentechnologie zum Einsatz gekommen. Nach einer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats darf Nordkorea solche Technologie nicht nutzen.


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