Abo
  • Services:

Schlandnet: So funktioniert das deutsche Internet

Marketing-Gag oder ernst gemeinte Initiative? An den Plänen der Telekom für ein nationales oder regionales Internet scheiden sich die Geister. Auch technisch ist das Thema komplexer, als der Provider zu vermitteln versucht.

Artikel veröffentlicht am ,
Deutsche Daten sollen hier nicht mehr raus.
Deutsche Daten sollen hier nicht mehr raus. (Bild: High Contrast/Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Germany)

Für René Obermann ist das alles kein Problem: "Wenn Absender und Empfänger von Datenpaketen innerhalb des Schengen-Raums liegen, können wir den Datenverkehr auch darin belassen", sagte der Telekom-Chef am Montag in Bonn zur Eröffnung des Cybersecurity-Gipfels. Es gehe dabei nicht um "Renationalisierung des Internets, sondern um Verfahrensweisen, die anderswo längst praktiziert werden". Diese Pläne, aus Datenschutzgründen ein regionales oder nationales Internet aufzubauen, sind fast ausschließlich kritisiert worden. Doch wie lässt sich technisch überhaupt ein solches "Schlandnet" oder "Schengennet" einrichten? Der Aufwand wäre nach Ansicht von Experten beträchtlich, der Nutzen zweifelhaft und der Profiteur könnte in Deutschland vor allem ein Unternehmen sein: die Deutsche Telekom.

Inhalt:
  1. Schlandnet: So funktioniert das deutsche Internet
  2. Provider sehen 'Irreführung der Politik'

Die entscheidende Rolle bei Festlegung der Übertragungswege im Internet spielen die Router. Das Internet ist weltweit in mehr als 45.000 Autonome Systeme (AS) aufgeteilt, die untereinander über Router mit Datenleitungen verknüpft sind. Ein autonomes System, beispielsweise ein Internetprovider, ein großes Unternehmen oder eine Universität, wird dadurch definiert, dass es eine gemeinsame Routing-Richtlinie verfolgt. In dieser Richtlinie wird festgelegt, ob und wie Traffic aus anderen Autonomen Systemen durch das eigene Netz geleitet wird. Untereinander kommunizieren die Systeme über das Border-Gateway-Protokoll (BGP). In sogenannten Routing-Tabellen werden Routen zu allen anderen verfügbaren Systemen festgehalten. Derzeit finden sich in den Tabellen rund 480.000 Routen zu den Systemen.

Die Wahl der tatsächlichen Route erfolgt nach verschiedenen Kriterien. Auf der einen Seite soll die Route einen möglichst schnellen Transport der Daten sicherstellen, auf der anderen Seite aber nicht zu hohe Kosten verursachen. Denn je nachdem, welche Route gewählt wird, werden für die Nutzung der Systeme unterschiedliche Gebühren fällig. Um den Traffic nicht über alle verfügbaren Routen laufenzulassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bestimmte Routen lassen sich beispielsweise mit einer Eigenschaft versehen. Wenn man ein nationales Internet bauen wollte, müsste man auf diese Eigenschaften setzen, sogenannte Communities, erläutert Tom Eichhorn vom Berliner Provider Syseleven. So ließe sich eine Community definieren, die besagt: Dieser Traffic wird in Frankfurt eingespeist. Oder auch: Diese Daten dürfen Deutschland nicht verlassen. Das Problem bei diesem Vorgehen: Alle beteiligten Router müssten Einträge über diese Communities in ihre Routing-Tabellen übernehmen.

Provider sehen 'Irreführung der Politik' 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 15,99€
  2. 8,59€
  3. 44,99€

JNZ 14. Nov 2013

Tja, die TK hat anscheinend gute Leute im Marketing & Vertrieb...

allgemeinkonkret 14. Nov 2013

Die "gesamte Welt" muss gar nichts umstellen - "nach außen" kann das geschlossene Netz...

AgatePalim 14. Nov 2013

Anstatt nur einen sehr großen (und mehrere sehr kleine) Internet-Knoten zu haben, über...

violator 13. Nov 2013

Ach die Telekom würde bestimmt gerne für nen gewissen Aufpreis "SafeRouting" anbieten...

Robert0 13. Nov 2013

Habe mich ne Weile lang immer gewundert worüber alle reden. Denn meine SMTP pakete...


Folgen Sie uns
       


God of War (2018) - Fazit

Viele langjährige Fans von Kratos dürften beim neuen God of War erst mal vom Glauben abfallen. Der Neue hat aber auf eigenständige Art ebenfalls das Zeug zum Kulthelden.

God of War (2018) - Fazit Video aufrufen
HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  2. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort
  3. Vive Focus HTC stellt autarkes VR-Headset vor

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

    •  /