Abo
  • Services:
Anzeige
Deutsche Daten sollen hier nicht mehr raus.
Deutsche Daten sollen hier nicht mehr raus. (Bild: High Contrast/Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Germany)

Provider sehen 'Irreführung der Politik'

Anzeige

Dies ist nach Angaben von Experten jedoch mit einem hohen Aufwand verbunden. Alleine die Telekom soll nach Schätzungen über rund 10.000 Router in Deutschland verfügen. Die komplette Umstellung könnte rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Es könne auch sein, dass Router ausgetauscht werden müssten. Inwieweit die neuen Einstellungen automatisiert eingetragen werden können, ist offen. Sämtliche Provider, die sich am "nationalen Internet" beteiligen, müssten ihre Router umstellen. Doch viele davon haben noch ein anderes Problem: Sie wären darauf angewiesen, ihren Traffic verstärkt über das Netz der Telekom laufenzulassen. Dies wäre mit höheren Kosten verbunden, da die Telekom sich die Nutzung ihrer Leitungen teuer bezahlen lässt.

Die meisten anderen Provider handhaben das anders. Sie haben untereinander vereinbart, die Daten kostenlos ohne besondere Entgelte auszutauschen, zu "peeren". Der Austausch der Daten erfolgt an sogenannten Peering Points. Der weltweit größte dieser Internetknoten, DE-CIX, steht in Frankfurt am Main. Zwar ist die Telekom durchaus an den DE-CIX angeschlossen, jedoch nicht zum Peeren. Die Peering-Politik der Telekom gilt als sehr restriktiv. Man muss nach Angaben eines Providers in drei verschiedenen Ländern mit ihr peeren, damit sie überhaupt über ein Peering-Angebot verhandelt. Das Unternehmen ist stolz darauf, seit Dezember 2010 weltweit keinen Traffic mehr zukaufen zu müssen und als sogenannter Tier-1-Provider zu gelten. Um nicht auf die Angebote der Telekom eingehen zu müssen und dennoch an die Endkunden zu gelangen, kaufen kleinere deutsche Provider ihren Traffic bei anderen Großanbietern, die wiederum mit der Telekom peeren oder vom Ausland aus den Traffic billiger einkaufen. Dies ist dann für die kleinen Provider zwar günstiger, hat aber den Nachteil, dass die Internetverbindung dann oft länger ist und über mehr Router laufen muss. Und wahrscheinlich übers Ausland.

Sollte es tatsächlich zu einem "Schlandnet" kommen, wäre solcher Traffic nicht mehr möglich. Am Netz der Telekom führte damit kein Weg vorbei. Es ist daher kein Wunder, dass die 220 deutschen Provider, die derzeit am DE-CIX peeren, über die Telekom-Pläne nicht gerade amüsiert sind. "Wir halten dieses Ziel für gut, aber die Pläne der Deutschen Telekom für öffentlichkeitswirksame Augenwischerei und einen Versuch, ihr altes Monopol in Deutschland de facto wiederherzustellen", sagt Harald Summa, Geschäftsführer der DE-CIX Management GmbH. Um ihr Ziel zu erreichen, müsse die Telekom einfach nur ihre Peering-Politik ändern und beim DE-CIX mitmachen. "Bisher hat die Deutsche Telekom aber alle diesbezüglichen Gesprächsangebote unsererseits ignoriert, so dass uns ihre aktuelle Initiative als reine Marketingaktion und Irreführung der Politik erscheint."

Sicherheitsgewinn sehr fraglich

Mit Unbehagen vernehmen die Provider daher den Ruf der Telekom nach einer gesetzlichen Regelung. Wenn die Telekom ebenfalls am DE-CIX peeren würde, könnten "riesige Mehrkosten auf allen Seiten" gespart werden, sagt Summa. Es könnte allerdings auch sein, dass der Vorschlag der Telekom zum Eigentor wird, wenn das Unternehmen gesetzlich zum Peeren gezwungen würde. Vielleicht stünde am Ende auch eine Lösung, die eine Aufteilung der Kosten unter den Providern vorsähe.

Doch selbst wenn das nationale Internet Realität würde, ist der Zugewinn an Sicherheit zweifelhaft. Es scheint eher unwahrscheinlich, dass der US-Geheimdienst NSA tatenlos dabei zusehen würde, wenn sich der deutsche Internetverkehr vom Ausland abkoppelte. Ohnehin ist der BND am DE-CIX sehr präsent und wertet den Internettraffic dort aus. Selbst der Branchenverband Bitkom, dem die Telekom angehört, steht den Plänen daher vorsichtig gegenüber: "Ich schätze den Ansatz, mehr für die Sicherheit zu tun, aber es sind noch viele offene Fragen zu klären", sagte Sicherheitsreferent Marc Fliehe Golem.de. "Um den Nutzen abzuschätzen, müssten die Geheimdienste erst einmal aufklären, wie die Daten im Internet bislang abgegriffen werden." Dass dies wirklich geschieht, ist aber noch unwahrscheinlicher, als dass die Telekom freiwillig in Deutschland peert.

 Schlandnet: So funktioniert das deutsche Internet

eye home zur Startseite
JNZ 14. Nov 2013

Tja, die TK hat anscheinend gute Leute im Marketing & Vertrieb...

allgemeinkonkret 14. Nov 2013

Die "gesamte Welt" muss gar nichts umstellen - "nach außen" kann das geschlossene Netz...

AgatePalim 14. Nov 2013

Anstatt nur einen sehr großen (und mehrere sehr kleine) Internet-Knoten zu haben, über...

violator 13. Nov 2013

Ach die Telekom würde bestimmt gerne für nen gewissen Aufpreis "SafeRouting" anbieten...

Robert0 13. Nov 2013

Habe mich ne Weile lang immer gewundert worüber alle reden. Denn meine SMTP pakete...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Verve Consulting GmbH, Hamburg, Köln
  2. SYNLAB Holding Deutschland GmbH, München, Augsburg
  3. Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart
  4. Fachhochschule Südwestfalen, Iserlohn


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  2. (u. a. Resident Evil: Vendetta 14,99€, John Wick: Kapitel 2 9,99€, Fight Club 8,29€ und...
  3. Einzelne Folge für 2,99€ oder ganze Staffel für 19,99€ kaufen (Amazon Video)

Folgen Sie uns
       


  1. Spieleklassiker

    Mafia digital bei GoG erhältlich

  2. Air-Berlin-Insolvenz

    Bundesbeamte müssen videotelefonieren statt zu fliegen

  3. Fraport

    Autonomer Bus im dichten Verkehr auf dem Flughafen

  4. Mixed Reality

    Microsoft verdoppelt Sichtfeld der Hololens

  5. Nvidia

    Shield TV ohne Controller kostet 200 Euro

  6. Die Woche im Video

    Wegen Krack wie auf Crack!

  7. Windows 10

    Fall Creators Update macht Ryzen schneller

  8. Gesundheitskarte

    T-Systems will Konnektor bald ausliefern

  9. Galaxy Tab Active 2

    Samsungs neues Ruggedized-Tablet kommt mit S-Pen

  10. Jaxa

    Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Dokumentarfilm Pre-Crime: Wenn Computer Verbrechen vorhersagen
Dokumentarfilm Pre-Crime
Wenn Computer Verbrechen vorhersagen

Programmiersprache für Android: Kotlin ist auch nur eine Insel
Programmiersprache für Android
Kotlin ist auch nur eine Insel
  1. Programmiersprache Fetlang liest sich "wie schlechte Erotikliteratur"
  2. CMS Drupal 8.4 stabilisiert Module
  3. Vespa Yahoos Big-Data-Engine wird Open-Source-Projekt

Core i7-8700K und Core i5-8400 im Test: Ein Sechser von Intel
Core i7-8700K und Core i5-8400 im Test
Ein Sechser von Intel
  1. Core i7-8700K Ultra Edition Overclocking-CPU mit Silber-IHS und Flüssigmetall
  2. Intel Coffee Lake Von Boost-Betteln und Turbo-Tricks
  3. Coffee Lake Intel verkauft sechs Kerne für unter 200 Euro

  1. Re: Bahn schneller machen

    grumbazor | 19:41

  2. Re: Dalli Dalli

    teenriot* | 19:34

  3. Re: Leider verpennt

    arthurdont | 19:33

  4. Das würde mich auch freuen:) (kt)

    ckerazor | 19:29

  5. Re: Versichertenstammdatenmanagement

    bombinho | 19:28


  1. 17:14

  2. 16:25

  3. 15:34

  4. 13:05

  5. 11:59

  6. 09:03

  7. 22:38

  8. 18:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel