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US-Staatsanwalt Preet Bharara
US-Staatsanwalt Preet Bharara (Bild: Mike Segar / Reuters)

Schlag gegen Liberty Reserve: Geldwäsche à la Al Capone

US-Staatsanwalt Preet Bharara
US-Staatsanwalt Preet Bharara (Bild: Mike Segar / Reuters)

Ermittler haben einen der größten Geldwäscheskandale aufgedeckt: Über die virtuelle Währung Liberty Reserve sollen Gangster weltweit 6 Milliarden Dollar verschoben haben. Es ist ein System ganz neuer Dimension.

Der Staatsanwalt konnte die Sache gar nicht hoch genug hängen. Es sei der wohl "größte internationale Fall von Geldwäsche, in dem jemals in den USA ermittelt wurde", sagte Preet Bharara, US-Staatsanwalt in New York, am Dienstag. Man habe eine der "Drehscheiben der Cyberkriminalität weltweit" ausgehoben. Es ist ein System ganz neuer Dimension, auf das Bharara da zusammen mit Fahndern aus 16 weiteren Ländern gestoßen ist. Im Zentrum steht eine Firma namens Liberty Reserve aus Costa Rica, die einen Zahlungsdienstleister im Internet betrieben hat. Über diesen konnten Kriminelle ihre Einnahmen aus Drogenhandel, Kreditkartenbetrug oder Kinderpornographie verschieben - anonym und nicht nachzuverfolgen.

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Rund 6 Milliarden Dollar seien über die Firma in solche Geschäfte geflossen, sagte Bharara. Liberty Reserve sei "die Bank der Wahl für die kriminelle Unterwelt" gewesen. Fünf Verdächtige, darunter der Firmengründer, seien gefasst, zwei noch auf der Flucht. Ihnen drohen lange Haftstrafen.

Das Prinzip von Liberty Reserve ist erstaunlich einfach. Gangster, die den Service nutzten, brauchten noch nicht einmal viel über das Internet wissen: Kunden mussten über Drittanbieter echte Dollar oder Euro in die Kunstwährung "LR" eintauschen - anschließend konnten sie sie an andere Kunden überweisen. Die Empfänger mussten die "LRs" dann nur noch in echte Währung zurückwechseln. Dafür habe die Firma dann eine Gebühr von einem Prozent pro Überweisung kassiert.

Der Clou: Aufseher und Behörden konnten die Transaktionen nicht überwachen. Denn laut Staatsanwaltschaft haben sich die meisten Kunden unter falschem Namen und mit einer Phantasieadresse angemeldet - was von Liberty Reserve genau so beabsichtigt gewesen ist.

Ein verdeckter Ermittler etwa, der das System testete, konnte problemlos den Nutzernamen "Russland-Hacker" wählen, wohnhaft "123 Fake Main Street" in "Completely Made Up City". Verwendungszweck: "Für Kokain".

Fazit der Strafverfolger in der Anklageschrift: Die "gesamte Existenz" von Liberty Reserve "fußte auf einem kriminellen Geschäftsmodell". Mehr als eine Million Kunden habe Liberty Reserve gehabt, davon 200.000 allein in den USA. In den vergangenen Jahren seien 55 Millionen Transaktionen abgewickelt worden - das meiste davon illegal.

Die Konten bei Liberty Reserve und weiteren Firmen sind inzwischen beschlagnahmt worden, die Webseite zeigt nur noch die Amtssiegel der Strafverfolger. Über Archive.org ist allerdings noch eine Version vom 1. Mai 2013 einsehbar.

Die Anklage gegen die Firma aus Costa Rica wirft derweil ein Licht auf das schnell wachsende Phänomen virtueller Währungen wie Bitcoin oder Litecoin. Diese sind für Online-Shopper ebenso interessant wie für Spekulanten oder auch für Videospieler, die sich virtuelle Gegenstände kaufen.

Besonders attraktiv sind die Kunst-Dollar aber laut US-Behörden auch zunehmend für Kriminelle. Denn sie können auf diese Weise in der Regel anonym und weitgehend unreguliert von Finanzbehörden Geldsummen verschieben. Bereits im Jahr 2008 hatte das US-Justizministerium gewarnt, dass solche Dienste verstärkt für Geldwäsche genutzt würden.

Der Blogger Brian Krebs, Sicherheitsspezialist und ehemaliger Reporter der "Washington Post", vermutet denn auch mehr hinter der Aktion gegen Liberty Reserve. Sie sei "Teil einer größeren Anstrengung der US-Regierung, den Druck auf virtuelle Währungen zu erhöhen", schreibt er.

Staatsanwalt Bharara betonte am Dienstag, dass sich die Ermittlungen ausschließlich um Liberty Reserve drehten und er keine Meinung über Onlinewährungen im Allgemeinen vertrete. Gleichwohl kritisierte er die Szene: Der Schlag gegen Geldwäsche sei "ein wichtiger Schritt dahin, den Wilden Westen des rechtswidrigen Internet-Bankings zu zähmen".

Richard Weber, Chef-Fahnder der US-Steuerbehörde IRS, verglich das Geschäft mit dem wohl berühmtesten Gangster der Geschichte: "Wir sind im digitalen Zeitalter der Geldwäsche angekommen", sagte Weber am Dienstag. "Wenn Al Capone heute noch leben würde, er würde auf diese Weise sein Geld verstecken".


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herrdesdunkels 28. Jun 2013

NUn ja, aber es haben viele auch ganz normal genutzt das seh ich auch so - paysafecard...

Charles Marlow 29. Mai 2013

Das ist jetzt vermutlich nur deshalb illegal, weil nicht genug Schmiergelder an die...

incognitum 29. Mai 2013

Habe nur 2¤ verloren, wäre der Bust einen Tag vorher abgelaufen, hätte ich knapp 1000...

VeldSpar 29. Mai 2013

nicht wirklich. in meinen augen stecken paypal, moneybookers und die anderen...

VeldSpar 29. Mai 2013

auch das sollte man konkretisieren. wenn dann auf new yorker politiker und die fed GOVT...



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