Schlag gegen Cybercrime: Hunderte Server von Bulletproof-Hoster beschlagnahmt

Niederländischen Strafverfolgern ist ein großer Schlag gegen einen für Cybercrime-Aktivitäten genutzten Hostinganbieter gelungen. Laut Pressemitteilung der niederländischen Polizei(öffnet im neuen Fenster) konnten die Einsatzkräfte bei einem Aktionstag am 12. November etwa 250 mit dem Hoster verbundene physische Server sicherstellen. Noch größer soll die Anzahl virtueller Server sein, die damit effektiv vom Netz genommen wurden.
Die besagten Server befanden sich den Angaben zufolge in Rechenzentren in Den Haag und Zoetermeer. Sie sollen primär zur Durchführung krimineller Aktivitäten genutzt worden sein – etwa für Ransomwareangriffe, Phishing, Botnetze und die Verbreitung von Kinderpornografie.
Bei dem betroffenen Hostinganbieter handelt es sich um einen sogenannten Bulletproof-Hoster. So werden Hoster bezeichnet, die ihren Nutzern vollständige Anonymität zusichern und vorgeben, niemals mit Behörden zu kooperieren. Um die Anonymität selbst im Falle polizeilicher Interventionen zu gewährleisten, speichern Bulletproof-Hoster in der Regel möglichst wenige Daten über ihre Nutzer.
Mögliche Verbindung zu CrazyRDP
Den Namen des betroffenen Hosters nennt die niederländische Polizei nicht. Er soll aber seit 2022 bei mehr als 80 Cybercrime-Ermittlungen eine Rolle gespielt haben. Die Strafverfolger wollen auf den beschlagnahmten Servern befindliche Daten nun auswerten, um diese Ermittlungen voranzutreiben und die Täter hinter den jeweiligen Cybercrime-Aktivitäten zu identifizieren.
Einem Bericht von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) zufolge könnte es sich bei dem zerschlagenen Hoster um CrazyRDP handeln. Dieser bot Anwendern bis zuletzt virtuelle Server und RDP-Dienste an und warb mit den eigenen No-KYC- und No-Logs-Richtlinien. Wer den Dienst nutzen wollte, brauchte dafür lediglich einen Nutzernamen und ein Passwort.
CrazyRDP ist aber wohl passend zu der Mitteilung der niederländischen Strafverfolger seit einigen Tagen offline. Im offiziellen Telegramkanal von CrazyRDP sollen in der vergangenen Woche zudem unerwartet alle Nachrichten gelöscht worden sein. Zurückgelassen wurde wohl lediglich ein Link zu einem anderen Kanal, in dem über die plötzliche Abschaltung des Dienstes informiert wurde.



