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Schifffahrt: Niederländische Werft baut Superyacht mit sauberem Antrieb

Superyachten sind nicht dafür bekannt, besonders sauber unterwegs zu sein. Das will eine niederländische Werft ändern – mit Wasserstoff und Biodiesel.
/ Werner Pluta
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Superyacht Project 821: sauberer Strom für alle Systeme an Bord (Bild: Feadship)
Superyacht Project 821: sauberer Strom für alle Systeme an Bord Bild: Feadship

Elektrischer Antrieb, Brennstoffzellen und nicht-fossiler Brennstoff: Die niederländische Werft Feadship hat mit Project 821 die erste Superyacht mit einem Wasserstoffantrieb gebaut.

Project 821 ist 290 Fuß (knapp 88,4 Meter) lang und damit nach Werftangaben(öffnet im neuen Fenster) die größte Motoryacht, die jemals in den Niederlanden vom Stapel gelaufen ist. Der Antrieb der Yacht ist elektrisch: Mehrere Propellergondeln des Schweizer Elektrotechnikkonzerns ABB mit einer Leistung von insgesamt 3.200 Kilowatt sorgen für Vortrieb. Vorteil dieser auch Pods genannten Maschinen ist eine große Manövrierfähigkeit.

16 Brennstoffzellen liefern den Strom für die Maschinen sowie für die Hotelversorgung an Bord. Letztere ist laut dem Yacht Environmental Transparency Index (YETI) mit über 70 Prozent der größte Energieverbraucher an Bord einer Yacht. Genutzt wird dabei nicht nur der elektrische Strom, den die Brennstoffzellen liefern, sondern auch die Abwärme. Damit werden unter anderem der Swimmingpool, das Dampfbad und die Fußböden geheizt.

Der Wasserstoff wird flüssig gespeichert

Betrieben werden die Brennstoffzellen mit Wasserstoff. Alternativ kann auch Methanol als Treibstoff genutzt werden. Der Wasserstoff wird an Bord in flüssigem Zustand bei minus 253 Grad Celsius gespeichert. Die Tanks fassen vier Tonnen davon. Als weiterer Speicher steht ein Akku mit einer Kapazität von 543 Kilowattstunden zur Verfügung.

Laut Feadship kann auch eine Yacht von der Größe der Project 821 nicht genug Wasserstoff mit sich führen für die Überquerung eines Ozeans. Der Wasserstoff reicht aus, die Yacht eine Woche lang vor Anker liegend mit Energie zu versorgen oder um mit 10 Knoten (18,52 km/h) aus dem Hafen zu fahren oder ein Meeresschutzgebiet zu durchqueren.

Für längere Fahrten auf dem Meer liefern Generatoren Strom. Diese werden aber nicht mit einem konventionellen, fossilen Brennstoff betrieben, sondern mit einem synthetischen Biodiesel, der deutlich weniger schädliche Emissionen erzeugt.

Entworfen wurde Project 821 von dem britischen Yacht-Designunternehmen RWD. Sie ist laut Feadship für die Nutzung durch eine Familie konzipiert. Das Eignerdeck befindet sich 37 Meter über dem Wasser. Es besteht aus einer Wohnung mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und Umkleideräumen, einem Fitnessraum, einer Speisekammer, zwei Büros mit jeweils einem Kamin und einem Wohnzimmer. Für Eigner und Gäste stehen insgesamt 14 Balkone zur Verfügung.

Feadship will bis 2030 Netto-Null-Yachten bauen und entwickelt dafür die nötigen Technologien. "Ziel war es, eine neue, saubere Technologie zu entwickeln, nicht nur für dieses Projekt, sondern für die ganze Welt", sagte Feadship-Chef Jan-Bart Verkuyl. So sollen im kommenden Jahr zwei norwegische Passagier- und Autofähren mit dieser Technik in Betrieb genommen werden.


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