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Schifffahrt: Erstmals in Europa wird Autocarrier mit Landstrom versorgt

Die Versorgung von Schiffen mit Landstrom bedeutet weniger Lärm und Abgase im Hafenbetrieb. Das ist in Bremerhaven nun auch bei Autotransportern möglich.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Das Stromkabel wird mit einem Kran an das Schiff angeschlossen. (Bild: BLG)
Das Stromkabel wird mit einem Kran an das Schiff angeschlossen. Bild: BLG

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist erstmals in einem europäischen Hafen ein Autotransporter während der Liegezeit mit Landstrom versorgt worden. Dazu sei das Stromkabel mit der Hilfe eines Krans in die Lüfte gehoben und mit dem Bordsystem verbunden worden, sagte ein Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports der Nachrichtenagentur dpa.

Zunächst habe ein umfangreicher technischer Test über Stunden nicht geklappt, den alle Schiffe vor einer Landstromversorgung einmalig bestehen müssten. Vonseiten der Lake Shirasagi seien immer wieder Fehlermeldungen ausgelöst worden. Daraufhin sei der geplante Pressetermin abgesagt worden. Im Laufe des Tages habe es aber schließlich doch funktioniert.

Das rund 200 Meter lange Autoschiff war am 18. Januar 2026 aus Rotterdam in Bremerhaven angekommen, wo rund 2.000 Fahrzeuge be- und entladen wurden. Am 20. Januar 2026 soll die Fahrt weitergehen.

Landstrom statt Strom aus bordeigenen Dieselgeneratoren

Die neue Anlage am Bremerhavener Autoterminal soll landstromfähige Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Bisher mussten Autocarrier ihre bordeigenen Dieselgeneratoren durchgehend betreiben, um den Schiffsbetrieb aufrechtzuerhalten. Durch die Umstellung könnten Emissionen vermieden werden.

Mit mehreren Reedereien seien bereits Vereinbarungen getroffen worden, damit deren landstromfähige Schiffe den Strom auch abnehmen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist Teil des Landstrom-Ausbauprogramms in den Bremerhavener Häfen. Im ersten Schritt entstehen fünf Landstromanlagen: zwei mobile, eine fest installierte Anlage an der Stromkaje, eine für Kreuzfahrtschiffe an der Columbuskaje sowie die nun in Betrieb genommene Anlage für Roro-Schiffe(öffnet im neuen Fenster) am Autoterminal.

Nach Angaben des Bremer Senats(öffnet im neuen Fenster) kostet die erste Ausbaustufe 50 Millionen Euro. Davon steuerte der Bund Fördermittel in Höhe von 22 Millionen Euro bei. Weitere 5,23 Millionen Euro warben die Betreiber über das EU-Projekt Connecting Europe Facilities ein.


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