Schifffahrt: Autofrachter brennt auf der Nordsee
Vor der niederländischen Nordseeinsel Ameland ist ein mit Autos beladenes Frachtschiff in Brand geraten. Die Fremantle Highway ist ein Autotransporter, der auf dem Weg von Bremerhaven nach Port Said in Ägypten unterwegs war. Geladen hat das Schiff 2.857 Autos. Darunter seien 25 Elektroautos, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf niederländische Medien.
Zunächst hatten Medien unter Berufung auf die niederländische Küstenwache berichtet, eines davon sei in Brand geraten. Danach habe sich das Feuer schnell ausgebreitet. Auf einem von der Küstenwache eingerichteten Live-Blog(öffnet im neuen Fenster) heißt es hingegen, die Unglücksursache sei "noch unbekannt" .
Das Feuer brach laut Norddeutschem Rundfunk (NDR)(öffnet im neuen Fenster) in der Nacht zu Mittwoch aus. Die 23-köpfige Crew habe versucht, das Feuer zu löschen, was aber nicht gelungen sei.
Hubschrauber retteten die Besatzung
Gegen drei Uhr begannen Sicherheitskräfte, die Besatzung von dem Schiff zu retten. Einige Besatzungsmitglieder seien ins Wasser gesprungen, die meisten seien per Hubschrauber geholt worden. Ein Besatzungsmitglied kam bei dem Unglück ums Leben.
Der Frachter, der nach Angaben der Küstenwache inzwischen Schlagseite hat, wird von einem Schlepper in Position gehalten. Zusätzliche Rettungsschiffe planten aktuell den weiteren Einsatz. Es soll verhindert werden, dass das Schiff sinkt, was zu Umweltschäden führen würde. Deutsche Hilfskräfte stehen auf Abruf, um die niederländischen zu unterstützen.
Im vergangenen Jahr war vor den Azoren ein Autotransporter in Brand geraten und schließlich gesunken . An Bord waren 4.000 Fahrzeuge verschiedener Marken des Konzerns Volkswagen, darunter auch Elektroautos und Plug-in-Hybride.
Auch damals wurde vermutet, dass ein Autoakku das Feuer ausgelöst hatte. Die Brandursache konnte jedoch nicht geklärt werden, da das Wrack in 3.000 Metern Tiefe liegt. Anfang dieses Jahres gab die norwegische Reederei Havila Kystruten bekannt, auf ihren Fähren keine Fahrzeuge mit elektrifizierten Antrieben mehr zu transportieren . Die großen Reedereien an Nord- und Ostsee in Deutschland haben sich dem jedoch nicht angeschlossen .
Laut einer Untersuchung des US-Versicherungsunternehmens AutoinsuranceEZ im vergangenen Jahr ist die Feuergefahr bei Elektroautos deutlich geringer als bei Verbrennern: Demnach gerieten 1.530 von 100.000 verkauften Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in Brand. Bei den Elektroautos waren es 25. Gefährlicher als die Verbrenner sind Fahrzeuge mit Hybridantrieb: Von 100.000 brannten 3.475. Allerdings sind Akkubrände schwieriger zu löschen als reine Benzinbrände.
Die Fremantle Highway ist 199 Meter lang. Das Schiff, das 2013 vom Stapel lief, gehört laut Schiffsregister der japanischen Reederei Luster Maritim/Higaki Sangyo. Es fährt unter panamaischer Flagge.
Nachtrag vom 26. Juli 2023, 17 Uhr:
In der ersten Version des Textes hieß es, ein Elektroauto sei die Brandursache gewesen. Wir haben den Text angepasst.
Nachtrag vom 27. Juli 2023, 9:30 Uhr:
Am Donnerstagmorgen hat sich die Lage auf dem Schiff nicht geändert. Das Feuer an Bord sei noch nicht gelöscht, teilte die niederländische Küstenwache in ihrem Liveblog mit(öffnet im neuen Fenster) . Der Schlepper Hunter halte die Notverbindung aufrecht. Spezialisten eines Bergungsunternehmens seien vor Ort.
Löschboote, darunter auch eines aus Deutschland, kühlen derzeit die Bordwände des Schiffes. Es wird nicht gelöscht, da große Mengen Löschwasser das Schiff zum Kentern bringen könnten. Es wird befürchtet, dass das Schiff noch Tage oder gar Wochen brennen werde.
Ein Kenterung soll unbedingt verhindert werden, da der Treibstoff des Schiffes sowie weitere Schadstoffe aus den Autos eine Umweltkatastrophe im Wattenmeer auslösen könnten.
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