Schienenverkehr: Die Bahn hat wieder eine Vision

Alle halbe Stunde von einer Stadt in die andere, keine langen Umsteigezeiten zur Regionalbahn mehr: Das verspricht der Deutschlandtakt der Deutschen Bahn. Zu schön, um wahr zu werden?

Eine Analyse von Caspar Schwietering/Zeit Online veröffentlicht am
Ein ICE auf der Schnellstrecke zwischen Nürnberg und Erfurt
Ein ICE auf der Schnellstrecke zwischen Nürnberg und Erfurt (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Wenn Hans Leister über den Deutschlandtakt spricht, tut er es mit der Gelassenheit eines 67-Jährigen, dessen Überzeugungen sich durchgesetzt haben. Seine Vision soll Realität werden, das ist seit dem vergangenen Herbst klar. Ab 2030 will die Deutsche Bahn an den großen Umsteigebahnhöfen alle Züge ungefähr zur gleichen Zeit eintreffen und abfahren lassen.

Lange Umsteigezeiten gehörten dann der Vergangenheit an. Das gilt auch für den Regionalverkehr, sodass auch ländliche Regionen profitierten. Alle 30 Minuten sollen außerdem Fernzüge zwischen den 30 größten deutschen Städten verkehren. Immer zur gleichen Minute, wie eine S-Bahn.

Damit es so kommt, sind gewaltige Investitionen und aufwendige Bauprojekte nötig. Schon jetzt bezweifeln Experten, dass der Deutschlandtakt in zehn Jahren umgesetzt werden kann. Aber das macht Hans Leister, der die Initiative Deutschlandtakt mitgegründet hat, keine Sorgen. Für ihn zählt vor allem: Seit Langem gibt es endlich wieder eine Vision für die Deutsche Bahn.

Nicht mehr kaputtsparen

Leister hat von 1994 bis 2000 selbst für die Bahn gearbeitet, als Regionalbereichsleiter für Berlin und Brandenburg. Dann wechselte er zu einem privaten Konkurrenten - und musste mit ansehen, wie das Netz der Deutschen Bahn im Vorfeld des geplanten Börsengangs kaputtgespart wurde. Hier wurde ein Ausweichgleis entfernt, dort eine Weiche ausgebaut und die Bäume entlang der Strecken wurden auch nicht mehr richtig beschnitten. "Wenn man an der Instandhaltung spart, kann man die Bahn für einige Jahre wunderbar profitabel machen", sagt Leister. Nur zerstöre man so die Grundlagen für einen zuverlässigen Betrieb.

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Dieser Entwicklung wollte Leister irgendwann nicht mehr tatenlos zusehen. Mit Bewunderung blickte er auf die Schweiz. Auf einem Kilometer Gleis sind dort im Durchschnitt doppelt so viele Züge unterwegs wie in Deutschland - und das fast immer pünktlich. Reisende haben zudem überall perfekte Anschlüsse. "Die Passagiere werden staffelartig weitergegeben", schwärmt Leister. Das Geheimnis der Schweizer: der Taktfahrplan. Das wünschte sich Leister auch für die Deutsche Bahn und gründete 2008 mit einigen Mitstreitern die Initiative Deutschland-Takt.

Auch die Kleinstädte sollen schneller erreichbar werden Die Idee hinter dem Taktfahrplan sei ganz einfach, sagt Leister.

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Der Taktfahrplan braucht den idealen Fahrplan 
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RC-2224 23. Aug 2019

Meine Zugverbindungen sind auch pünktlich. Wenn man ins Zentrum pendelt wie Basel, Bern...

nils01 20. Aug 2019

Den Genies wird schon die glorreiche Idee kommen, einfach breitere Straßen zu brauchen...

nils01 20. Aug 2019

Meine Strecke ist häufig München - Wien und ab Salzburg fängt dann wieder das Paradies an...

eechauch 19. Aug 2019

Also ich habe mehrere Jahre in verschiedenen Ecken des Landes gelebt und die Realität ist...



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