Schienennetz: Deutsche Bahn stellt Digitalisierungsmanager frei

Die Deutsche Bahn hat den für die Digitalisierung des Schienennetzes zuständigen Manager vom Dienst freigestellt, berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ)(öffnet im neuen Fenster) am 11. September 2024, ohne dabei den Namen der betroffenen Person zu nennen. Dem Bericht nach wird ihm vorgeworfen, er hätte dienstliches Wissen an die Presse weitergegeben.
Ein Kollege des Managers habe ein Telefonat mitgehört, in dem es so klang, als hätte dieser interne Informationen weitergegeben. Ein anschließend vom Kollegen verfasster Vermerk veranlasste die Bahn dazu, den Digitalisierungsmanager zu suspendieren.
Bahn will erst Strecken sanieren
Besonders habe sich die freigestellte Führungskraft für das Europäische Zugkontrollsystem (ETCS) eingesetzt, heißt es in dem Bericht weiter. Mit ETCS können Züge per Funk überwacht werden und benötigen keine Signale auf der Strecke mehr. Dadurch ist eine engere Taktung möglich, wodurch sich das bestehende Schienennetz besser ausnutzen lässt. Bislang darf auf einem Streckenabschnitt zwischen zwei Signalen nur ein Zug unterwegs sein.
Erst Anfang September berichtete der SWR mit Verweis auf interne Dokumente der Deutsch Bahn, dass diese den Ausbau der digitalen Stellwerkstechnik und der digitalen Schieneninfrastruktur stoppen will. Um Kosten zu sparen und weniger Personal zu binden, soll statt moderner Anlagen "bewährte Technik aus den 90er Jahren" eingesetzt werden.
Die SZ gibt zu diesem Thema die Worte von Berthold Huber, Vorstand für Infrastruktur bei der Deutschen Bahn, wieder. Dieser sagt, es werden erst verschlissenen Gleise und Weichen ausgewechselt sowie Stellwerke modernisiert, bevor ETCS flächendeckend eingeführt werden kann.
Weder die Bahn noch der Manager wollten den Sachverhalt gegenüber der SZ kommentieren.