Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Schenker S403 im Test: Das aufrüstbereite Ultrabook

Das Schenker S403 ist ein Haswell - Ultrabook mit austauschbarem Akku, das dank Wartungsklappen sehr nutzerfreundlich ist. Mit einer SSD und einer Hybrid-Festplatte verfügt es über eine gute Ausstattung. Das Gehäusematerial, das spiegelnde 1080p-Display und das Touchpad trüben den Eindruck.
/ Marc Sauter
103 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das S403-Ultrabook ist leicht aufzurüsten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das S403-Ultrabook ist leicht aufzurüsten. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Während nahezu alle Ultrabooks auf dem Markt einen fest verbauten Akku und eine fixe Ausstattung haben, hat Schenker mit dem S403 ein aufrüstbares Gerät im Angebot. Das 14-Zoll-Ultrabook ist umfangreich konfigurierbar und hat abseits einer dedizierten Grafikeinheit nahezu alle Möglichkeiten, die in dieser Leistungsklasse denkbar sind.

Schenker S403 – Test-Fazit
Schenker S403 – Test-Fazit (01:30)

Hierzu setzt der Hersteller auf ein Gehäuse aus Kunststoff. Dieses Material ist leichter und ermöglicht einen günstigen Startpreis von 700 Euro für das S403. Allerdings ist der Kunststoff nur wenig verwindungssteif, die Oberfläche lässt sich an nahezu allen Stellen eindrücken – so weit, dass die Festplatte knirscht – und ist daher weniger hochwertig, als die Optik verspricht. Die Verarbeitung hingegen ist sehr gut.

Besonders interessant sind der Akku und die Wartungsklappen: Der Akku ist weder verschraubt noch geklebt und kann in abgeschaltetem Zustand leicht entnommen werden. Schenker plant, den Akku künftig auch einzeln zu verkaufen, wann und zu welchem Preis steht allerdings noch nicht fest.

Die beiden Wartungsklappen sind mit nur je zwei Schrauben befestigt, beim Öffnen geht die Garantie nicht verloren. Einmal aufgeschraubt sind alle Steckplätze leicht zu erreichen, das Schenker S403 ist daher aufrüstbar und die Kühlung kann alle paar Monate mit wenigen Handgriffen gereinigt werden.

Reichhaltige Ausstattung mit Schwächen bei Display und Touchpad

In der uns vorliegenden Version des Schenker S403 sind alle Steckplätze bestückt. Das bestätigt ein Blick auf das Innenleben des Gerätes: Die beiden Speichermodule ermöglichen einen Dualchannel-Betrieb, mit insgesamt 8 GByte Kapazität entspricht der Speicherausbau dem heutigen Standard. Am SATA-6GB/s-Port ist eine Hybrid-Festplatte (SSHD) mit 500 GByte Magnet- und zusätzlichen 8 GByte Flash-Speicher angeschlossen.

SSD, SSHD, HDD, HSPDA und LTE

Das auf der zusätzlichen Mini-PCIe-SSD installierte Windows 8.1 x64 beherrscht Hybrid Information und verwaltet die SSHD (Solid State Hybrid Drive) daher effektiver als Windows 7. Optional kann der Mini-PCIe-Steckplatz mit einem HSPDA- oder LTE-Modul bestückt werden. In diesem Fall kann nur ein Laufwerk eingebaut werden, zudem gilt es zu beachten, dass das LTE-Modul derzeit von Windows 8.1 noch nicht unterstützt wird. Das WLAN-Bluetooth-4.0-Modul (802.11bgn mit 2,4 GHz), das sich aufgrund von zwei Antennen wie bei Ultrabooks üblich mit nur 144 MBit/s mit dem Access Point verbindet, ist gegen einen geringen Aufpreis auch als Dualband-ac-Variante erhältlich.

Hinsichtlich der Anschlüsse bietet das S403 etwas mehr als die meisten Ultrabooks: So befinden sich auf der linken Seite der Mikrofoneingang und der Kopfhörerausgang in Form getrennter Buchsen, daneben sitzen ein Kensingtion-Schloss und ein Luftauslass für die Kühlung. Auf der rechten Seite hat Schenker einen Kartenleser, zwei USB-3.0-Ports, einen HDMI-Ausgang und sogar einen Ethernet-Anschluss verbaut. Die Stereolautsprecher befinden sich zwischen der Tastatur und dem Display. Sie klingen auch bei hoher Lautstärke akzeptabel, wie bei den meisten Ultrabooks mangelt es aber an Druck.

Touchen, klicken oder tippen

Das 14-Zoll-Diplay löst mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf und ist touch-fähig. Schenker bietet das S403 auch mit 1.600 x 900 Pixeln und Touch an, hinzu kommen beide Auflösungen in Form eines matten Panels – ohne Touch. Die hohe Helligkeit des Displays ist gerade im Außeneinsatz oder in Innenräumen mit vielen Lichtquellen hilfreich. Der geringe maximale Neigungswinkel stört gelegentlich, die starken Spiegelungen hingegen nerven oft. Bei Berührungen des Bildschirms schwingt dieser zwar etwas nach, dennoch erleichtert die Touch-Bedienung den Alltag mit Windows 8.1 deutlich.

Das leicht nach links versetzte Touchpad ist zwar gestenfähig, dennoch ist beispielsweise das Scrollen durch Webseiten oder durch Bildergalerien mit dem Touch-Display angenehmer. Das Touchpad besteht wie das restliche Gerät aus Kunststoff im mattierten Brushed-Metal-Look. Die Oberfläche ist leicht geriffelt, bei horizontalen Bewegungen fühlt es sich daher an, als ob der Finger auf Schienen gleiten würde – was gewöhnungsbedürftig ist. Die Maustasten mit ihrem tief sitzenden Druckpunkt sind leider ziemlich schwammig.

Die Tastatur kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus, laut Schenker würde das S403 sonst noch etwas dicker werden. Die Tasten drücken sich angenehm präzise, zudem sind Anordnung und Größe sinnvoll gewählt. Die Strg-Taste etwa befindet sich an der üblichen Stelle und ist nicht mit der Fn-Taste vertauscht.

Typische Ultrabook-Leistung und Akkulaufzeit

Unser Modell mit dem Core i5-4200U und 8 GByte Speicher stellt die mittlere von drei Geschwindigkeitsstufen dar: Schenker verkauft das S403 auch mit einem Core i3-4010U oder einem Core i7-4500U, die mögliche Speicherkapazität reicht von 4 bis 16 GByte. Die drei Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) unterscheiden sich in erster Linie bei den Taktfrequenzen. Zwei Kerne mit HT haben sie alle, ebenso eine integrierte HD Graphics 4400.

Der Cinebench R15 x64 zeigt mit 230 Punkten eine gängige Geschwindigkeit im CPU-Test. Auch der 3DMark bescheinigt dem Schenker S403 die üblichen Resultate: Im "Cloud-Gate"-Benchmark etwa erreicht das Ultrabook 4.056 Punkte. Die Kühlung wird hierbei schon nach wenigen Minuten deutlich hörbar, bei reiner CPU-Last hält sich der Lüfter etwas mehr zurück – dafür wird das Ultrabook nicht einmal handwarm.

Die verbaute SSDH beschleunigt häufig genutzte Programme durch ihren Flash-Speicher. Hierfür muss das Gerät jedoch einige Tage regelmäßig genutzt werden. Die Mini-PCIe-SSD, eine Sandisk X110, erreicht bei großen Dateien eine Schreibrate von nur gut 400 MByte. Hier hatten wir mehr erhofft.

Die Akkulaufzeit des Schenker S403 liegt auf dem üblichen Haswell-Niveau, besonders wenn man die Ausstattung bedenkt. 5:37 Stunden im Powermark von Futuremark bei 75 Prozent Helligkeit und aktiver WLAN-Verbindung sind ein guter Wert. Mit geringerer Leuchtkraft und im Flugzeugmodus hält das Ultrabook über sieben Stunden durch.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Schenker S403 ist über den Mysn-Webshop(öffnet im neuen Fenster) konfigurierbar und daher in vielen verschiedenen Variationen erhältlich. Für 700 Euro erhält der Käufer ein mattes 14-Zoll-Display mit 1.600 x 900 Pixeln ohne Touch-Funktion; dem Core i3-4010U steht ein einzelnes 4-GByte-Speichermodul zur Seite. Daten sichert das Gerät auf einer 500-GByte-Festplatte. Die von uns getestete Konfiguration mit 1080p-Touch-Display, Core i5-4200U, 8 GByte DDR3-Speicher, einer 128-GByte-SSD sowie einer 500-GByte-Hybrid-Festplatte kostet 1.135 Euro zuzüglich Versand.

Fazit

In dieser Form überzeugt das Schenker S403 vor allem durch seine Flexibilität: Es ist mit gut zwei Kilogramm trotz seines Kunststoffgehäuses kein besonders leichtes Ultrabook. Dafür wiegt der kompakte Akku nur 228 Gramm – ein zweiter ist somit leicht zu transportieren. Wann und zu welchem Preis der Akku einzeln erhältlich sein wird, hat Schenker bisher nicht gesagt. Mit einer Ladung hält das S403 im Alltag mit aktiver WLAN- sowie Bluetooth-Verbindung fünf bis sechs Stunden durch.

Um das Gerät nicht noch schwerer zu machen, verbaut Schenker eine unbeleuchtete Tastatur mit guten Druckpunkten. Die Maustasten sind uns zu schwammig, das leicht nach links versetzte Pad ist aufgrund der speziellen Oberfläche ziemlich gewöhnungsbedürftig. Das spiegelnde Touch-Display hingegen ist für das Modern-UI von Windows 8.1 eine echte Erleichterung, oft haben wir Eingaben per Finger statt per Maus getätigt. Gerade für das tägliche Surfen und das Betrachten von Präsentationen sind Touchgesten praktisch, wenngleich der maximale Neigungswinkel des Displays etwas zu steil ausfällt und die Scharniere fester sein könnten.

Uns gefällt die Idee des aufrüstbaren Ultrabooks gut, denn bisherige Geräte ließen sich nachträglich kaum oder gar nicht modifizieren. Beim S403 hingegen ist das Nachrüsten eines HSDPA-Moduls oder einer zweiten Festplatte beziehungsweise SSD unproblematisch, der entnehmbare Akku ist ohnehin praktisch. Die Materialwahl und das Mousepad sollte Schenker zusammen mit dem Barebone-Fertiger jedoch überdenken.


Relevante Themen