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Schengener Informationssystem: 18 Prozent mehr Suchabfragen in Europas größter Fahndungsdatenbank

Automatisierte Kennzeichenscans und Passagierdaten treiben die Zahl behördlicher Suchläufe im Schengener Informationssystem in die Höhe.
/ Matthias Monroy
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Laut Jahresbericht der EU-Agentur eu-LISA führten Behörden der Schengen-Staaten sowie die Europol und Frontex fast 17,8 Milliarden Suchläufe durch. (Bild: NoName_13/Pixabay)
Laut Jahresbericht der EU-Agentur eu-LISA führten Behörden der Schengen-Staaten sowie die Europol und Frontex fast 17,8 Milliarden Suchläufe durch. Bild: NoName_13/Pixabay
Inhalt
  1. Schengener Informationssystem: 18 Prozent mehr Suchabfragen in Europas größter Fahndungsdatenbank
  2. Verdeckte Überwachung und Abschiebungen

Meist betreffen die Suchläufe Objekte. Die Personenfahndungen haben sich jedoch in vier Jahren auf knapp zwei Millionen verdoppelt. Doch die Trefferzahl sinkt.

Im Schengener Informationssystem (SIS) können die derzeit 29 Vollmitglieder des Schengener Abkommens Personen und Objekte – darunter Fahrzeuge, Boote, Flugzeuge, Waffen, Dokumente – zur Fahndung ausschreiben. 2025 gab es in dieser größten europäischen Fahndungsdatenbank erneut einen deutlichen Anstieg bei Einträgen und Abfragen.

Laut dem neuen Jahresbericht(öffnet im neuen Fenster) der EU-Agentur eu-LISA führten Behörden der Schengen-Staaten sowie die Agenturen Europol und Frontex insgesamt fast 17,8 Milliarden Suchläufe durch – 18 Prozent mehr als 2024(öffnet im neuen Fenster).

Auffällig ist dabei die Entwicklung bei Personenfahndungen: 2022 waren noch rund 960.000 Einträge registriert, Ende 2025 näherte sich die Zahl der 2-Millionen-Marke.

Das ist eine Verdoppelung in vier Jahren, wie auch eu-LISA feststellt. Insgesamt waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 94,6 Millionen Einträge im SIS gespeichert, also zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die allermeisten sind Fahndungen nach Objekten und verloren gegangenen Dokumenten.

Drei von zehn Abfragen aus den Niederlanden

Wie bereits in den Vorjahren stammen die meisten Einträge im SIS von Frankreich (19 Prozent), dicht gefolgt von Italien (ebenfalls knapp 19 Prozent) und Deutschland (17 Prozent), zusammen verantworten diese drei Staaten rund 55 Prozent aller gespeicherten Datensätze. Bei den Abfragen dominieren weiterhin die Niederlande: Drei von zehn Suchabfragen wurden 2025 von niederländischen Behörden ausgelöst, zwei von zehn durch belgische.

Der Anstieg der Gesamtabfragen ist wohl, wie in den Vorjahren, maßgeblich auf automatisierte Verfahren zurückzuführen, etwa durch Kennzeichenscanner und Passagierdatensysteme. 2025 entfielen darauf über zwölf Milliarden Suchabfragen, 2024 waren es 9,9 Milliarden, 2021 noch rund vier Milliarden.

Biometrische Abfragen machen mit rund 13,1 Millionen Suchabfragen zwar weiterhin einen kleinen Bruchteil aus (0,07 Prozent aller Suchen). Sie haben seit der Einführung des automatisierten Fingerabdruckidentifikationssystems SIS-AFIS im März 2018 aber erheblich zugenommen. Seit März 2023 sind fünf verschiedene biometrische Abfragearten möglich, darunter der Abgleich von Tatortspuren mit gespeicherten Abdrücken.


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