Scheiternde Energiewende: Wirtschaftsministerin Reiche und die Rechenfehler
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Im Januar 2026 ist eine bemerkenswerte Studie der Harvard University erschienen, veröffentlicht in Science Advances(öffnet im neuen Fenster) . Insgesamt 73 Teams hatten hierfür den immer selben Datensatz ausgewertet, der einen Zusammenhang zwischen Immigration und Sozialhilfe herstellen sollte.
Heraus kam eine bunte Vielfalt an Ergebnissen, von der positiven Wirkung der Einwanderung auf die Sozialsysteme bis zu deren Abwertung durch den identischen Auslöser. Belegt wurde dies stets mit den gleichen Zahlen, nur mit unterschiedlichen Auswertungsmethoden, in der Regel jenen, die die Überzeugung der jeweiligen Forschungsteams widerspiegelten.
Die beiden Sozialwissenschaftler, die den Datensatz haben auswerten lassen, nennen das Phänomen den Ideological Bias. Selbst Zahlen lassen sich demnach an die eigene Überzeugung anpassen.
Wind, Sonne und eine Rechnung
Der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, scheint in einem Gastbeitrag für die FAZ (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) etwas ganz Ähnliches widerfahren zu sein. Sie erklärt darin, weshalb Wind und Sonne uns unmöglich die Energiewende bringen können, dass der Strompreis durch sie explodiert und ohne Kernkraft Wohlstand und Wirtschaftskraft schwinden.
Die Zahlenbasis von Frau Reiche scheint allerdings nicht dieselbe zu sein, wie sie Forschungsinstitute, die Bundesnetzagentur oder das Bundeswirtschaftsministerium nutzen. Stattdessen rechnet sie mit falschen Zielwerten, wiederholt belegte Falschbehauptungen(öffnet im neuen Fenster) und widerspricht sich selbst, damit am Ende der Eindruck bleibt, dass die Energiewende in der jetzigen Form kaum zu bewältigen sei.
Fossile Energiequellen sind nicht effizient
Das beginnt beim Primärenergiebedarf, der in Deutschland bei 2.900 Terawattstunden(öffnet im neuen Fenster) liegt. Er umfasst den Stromverbrauch ebenso wie die Wärmeerzeugung und den Verkehrssektor. Was die Wirtschaftsministerin nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass dieser Bedarf seit Jahrzehnten sinkt, vor allem wegen des effizienteren Umgangs mit Energie. Müssten fast 3.000 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien erzeugte werden, hätte Frau Reiche einen Punkt.
Ihr eigenes Ministerium(öffnet im neuen Fenster) jedoch rechnet für 2050 mit einer Reduzierung um 30 Prozent. Noch optimistischere Berechnungen liegen bei einer Halbierung, was insgesamt mit der hohen Effizienz von elektrischen Antrieben und Heizungen zusammenhängt.
Ein Pkw mit Benzinmotor benötigt 70 bis 80 Kilowattstunden (kWh) auf 100 km, ein Elektroauto dagegen 20 kWh. Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom den vierfachen Wert an Heizwärme. Grob lässt sich der Energieverbrauch durch Elektrifizierung an vielen Stellen um 75 Prozent reduzieren.
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