Gaskrisen und Zeit für die Energiewende
Der falschen Annahme des deutschen Energiebedarfs folgt der Verweis auf den hohen Strompreis in Deutschland. Der war mit zuletzt 37 Cent je kWh tatsächlich viel zu hoch, laut Ministerin sei er wegen der erneuerbaren Energien "explodiert" . Innerhalb der EU(öffnet im neuen Fenster) liegt Deutschland damit an der Spitze.
Zieht man hingegen in jedem Land Stromsteuer und Mehrwertsteuer ab, bleibt Deutschland teuer, liegt aber nur noch im oberen Mittelfeld. Die gezielte Förderung des Stromverbrauchs, um den Umstieg von fossilen Energieträgern zu erleichtern, hat hierzulande vermutlich keine hohe Priorität.
So verwundert es nicht, dass Deutschland beim Anteil der erneuerbaren Energie(öffnet im neuen Fenster) am Gesamtenergiebedarf in Europa auf einem der hinteren Plätze rangiert.
Gas treibt den Strompreis, nicht der flatterhafte Wind
Anschließend kommt die Wirtschaftsministerin auf die Redispatchkosten zu sprechen. Hier wiederholt sie die Geschichte der verschwendeten 3 Milliarden Euro und des verschenkten Stroms wegen abgeschalteter Windparks und Solaranlagen.
Nur, dass dem vor allem die Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) widerspricht. Nicht genutzt werden konnte ein Anteil von 3,5 Prozent der Gesamtmenge des aus Wind und Sonne erzeugten Stroms.
Die Entschädigungen für den Rest beliefen sich tatsächlich auf knapp 2 Milliarden. Das restliche Geld floss an Betreiber von Reservekraftwerken, zumeist Gasturbinen, die nicht nur teuren Strom produzieren, sondern auch für die Zeit bezahlt werden, wenn sie nicht benötigt werden.
Zudem sinken die Kosten für Abschaltungen und Reservekraftwerke seit Jahren. Am höchsten waren sie 2022, als extrem verteuertes Gas für die Stromerzeugung genutzt werden musste. Laut Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme sinken die Stromkosten durch Erneuerbare um durchschnittlich 1,5 Cent je kWh. Selbst 3 Milliarden Euro für Redispatchmaßnahmen, also Eingriffe ins Stromnetz wegen schwankender erneuerbarer Energie, verteuern den Strom hingegen nur um 0,25 Cent. Es lohnt sich also.
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