Schauspieler: Den Spielen könnte es die Sprache verschlagen

Längere Pausen, damit sich die Stimmbänder erholen können, und bessere Bezahlung: In den USA streiten sich die mächtige Schauspielergewerkschaft und die Hersteller von Spielen über die Arbeitsbedingungen. Es könnte zum Streik kommen.

Artikel veröffentlicht am ,
Streikaufruf der Gewerkschaft Sag-Aftra
Streikaufruf der Gewerkschaft Sag-Aftra (Bild: Sag-Aftra)

Seit über einem Jahr verhandelt die mächtigste Schauspielergewerkschaft der USA mit den Herstellern von Games über einen neuen Tarifvertrag. Nun droht der Showdown: Falls die derzeit laufenden Verhandlungen scheitern, könnten die organisierten Schauspieler einen Streik beginnen - was für die Hersteller bedeuten würde, dass sie keine Sprecher mehr haben.

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Bei der Schauspielergewerkschaft handelt es sich um die Sag-Aftra, also den Verbund der ehemals konkurrierenden Screen Actors Guild und der American Federation of Television and Radio Artists, der rund 150.000 Schauspieler, Sprecher und andere Arbeitnehmer der Branche vertritt.

Knackpunkt der Verhandlungen sind einmal die Bezahlung. Derzeit gilt ein Mindestlohn von 100 US-Dollar für eine Stunde Sprachaufnahme im Studio; in vielen Fällen wird allerdings auf freiwilliger Basis mehr bezahlt. Die Sag-Aftra fordert unter anderem mehr verkaufszahlenbezogene Boni.

Stimme braucht Pausen

Es geht aber auch um die Arbeitsbedingungen. So will die Gewerkschaft längere Pausen bei der Vertonung, damit die Sprecher ihre Stimmbänder schonen können. Außerdem will die Gewerkschaft, dass bei Motion-Capture-Aufnahmen zwingend ein Stunt Coordinator mit vor Ort ist, um Unfälle zu vermeiden.

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Falls keine Einigung erzielt wird - wonach es momentan aussieht -, fordert die Sag-Aftra ihre Mitglieder auf, ab Freitag eine Reihe von Firmen zu bestreiken. Darunter sind unter anderem Activision (inklusive Blizzard), Electronic Arts, Take 2 und Warner Bros. Games.

Keine Gefahr für aktuelle Projekte

Die Studios sagen, dass sie in vielen Fällen längst mehr bezahlen als im alten Tarifvertrag vorgesehen. Außerdem halten sie die Sorgen der Gewerkschaft etwa um die Stimmbänder für unbegründet. In den vergangenen Jahren habe es nur einen Fall gegeben, in dem es zu Problemen gekommen sei. Durch flexiblere Arbeitszeiten und intelligente Organisation seien solche Schwierigkeiten viel besser zu vermeiden als durch die geforderten starren Regelungen.

Den Studios droht zwar keine unmittelbare Gefahr für aktuelle und demnächst veröffentlichte Titel, weil nur neuere Produktionen betroffen wären. Trotzdem sind sie stärker als in früheren Jahren auf eine gute Zusammenarbeit mit den Sprechern und Darstellern angewiesen - schließlich werden Games heutzutage viel öfter mit Updates versorgt, bei denen auch die Sprache betroffen ist.

In einigen Fällen könnten wohl auch andere, interne Angestellte den Job übernehmen, aber mittel- und langfristig führt für anspruchsvolle Synchronarbeiten kaum ein Weg an Profis vorbei.

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Neuro-Chef 19. Okt 2016

Aber ich muss schon zugeben, dass so Spiele wie SW:KOTOR ohne Dialoge nicht vorstellbar...

triplekiller 18. Okt 2016

aaaaa du warst schneller :-)

Neuro-Chef 18. Okt 2016

Ziemlich zynisch..

Das... 18. Okt 2016

Aber dafür hat das dann halt auch ungefähr so geklungen: https://youtu.be/H30J6D91DlE?t=1m7s



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