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Schadstoffe beim Landevorgang: Schutzstrategien für sensible Mondgebiete gefordert

Ein Forschungsteam hat simuliert, wie sich Schadstoffe, die durch den Landevorgang auf dem Mond entstehen, auf dessen Oberfläche verteilen.
/ Patrick Klapetz
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Eine Forschungsgruppe fordert Schutzstrategien für den Mond. (Bild: Pixabay, GHS/Montage: Golem)
Eine Forschungsgruppe fordert Schutzstrategien für den Mond. Bild: Pixabay, GHS/Montage: Golem

Ein europäisches Forscherduo(öffnet im neuen Fenster) spricht sich mit Blick auf die wachsende Anzahl von Landemissionen für Schutzstrategien auf dem Mond aus. Das Problem laut der Forscher ist dabei der Treibstoff, den Mondfahrzeuge beim Landevorgang aus ihren Düsen pusten, damit sie ihre Fallgeschwindigkeit senken.

Während der Triebwerkszündung wird Methan als Nebenprodukt erzeugt, welches sich schnell über den luftlosen Mond ausbreitet. Das Abgasmethan gelangt dabei in die ultrakalten Krater an den Polen, die noch nie Sonnenlicht gesehen haben, und wird dort eingeschlossen.

Mondkrater sind Fallen für Schadstoffe

Doch genau diese Regionen sind das Hauptziel für die Suche nach uraltem Wassereis und organischen Molekülen. Diese dauerhaft beschatteten Krater am Nord- und Südpol sind so kalt, dass Wassereis und andere gefrorene Verbindungen Milliarden Jahre erhalten bleiben können. Diese könnten organisches Material von Kometen und Asteroiden bewahren, wie präbiotische Moleküle, die mit den Ursprüngen des Lebens auf der Erde in Verbindung stehen.

Diese eisigen Bedingungen machen die polaren Krater jedoch auch zu effizienten Fallen für moderne Schadstoffe. Mit ihrer Arbeit möchte die Forschungsgruppe dabei helfen, Richtlinien zum Schutz sensibler Mondgebiete zu gestalten und den chemischen Fußabdruck zukünftiger Missionen zu verringern.

"Wir haben Gesetze zur Regulierung der Kontamination von Erdumgebungen wie der Antarktis und Nationalparks", teilte die Studienleiterin Francisca Paiva vom Instituto Superior Técnico in Portugal in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) mit. "Ich denke, der Mond ist eine ebenso wertvolle Umgebung wie diese."

Simulationen der Methanverteilung bei Mondlandungen

Das Team erstellte für seine Studie ein Computermodell, das die Verteilung von Methan verfolgt, einer der am häufigsten von gängigen Raumfahrzeugen produzierten organischen Verbindungen. Als Fallstudie wählten sie die geplante Argonaut-Mondlandemission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Dabei modellierten sie den Abstieg der Landefähre, beginnend in einer Höhe von 30 Kilometern über dem Mondsüd.

Die Simulation zeigt, wie die Methanmoleküle über sieben Mondtage hinweg frei über die Oberfläche des Trabanten wandern. Da der Mond praktisch keine Atmosphäre besitzt, diffundieren und verteilen sich die Moleküle nicht so, wie sie es auf der Erde tun würden. "Ihre Flugbahnen sind im Grunde durcheinander", teilte Paiva mit. "Sie springen einfach von einem Punkt zum anderen."

Weitere Forschungen notwendig

In der Simulation erreicht das Methan den entgegengesetzten Pol des Mondes in weniger als zwei Mondtagen – was etwa zwei Monate auf der Erde entspricht, denn Tag und Nacht dauern auf dem Mond jeweils ungefähr 14 Erdentage.

Innerhalb von sieben Mondtagen wurden fast 54 Prozent des Abgasmethans in polaren, kalten Regionen eingeschlossen; etwa 12 Prozent am Nordpol, weit entfernt vom ursprünglichen Landeplatz. "Am Ende wirst du, egal wo du landest, überall kontaminiert sein", so Paiva.

Jedoch sind noch weitere Forschungen notwendig, um herauszufinden, ob sich Schadstoffe lediglich auf dem Oberflächeneis absetzen oder tiefere Schichten durchdringen. Dennoch stellen die Ergebnisse einen frühen Schritt in Richtung einer durchdachteren Missionsplanung dar.

Zur Studie

Die Studie wurde am 13. November 2025 in der Fachzeitschrift Journal of Geophysical Research - Planets veröffentlicht: Can Spacecraft-Borne Contamination Compromise Our Understanding of Lunar Ice Chemistry?(öffnet im neuen Fenster) (Kann Kontamination durch Raumfahrzeuge unser Verständnis der Chemie des Mondeis beeinträchtigen?).


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