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Simulationen der Methanverteilung bei Mondlandungen

Das Team erstellte für seine Studie ein Computermodell, das die Verteilung von Methan verfolgt, einer der am häufigsten von gängigen Raumfahrzeugen produzierten organischen Verbindungen. Als Fallstudie wählten sie die geplante Argonaut-Mondlandemission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Dabei modellierten sie den Abstieg der Landefähre, beginnend in einer Höhe von 30 Kilometern über dem Mondsüd.

Die Simulation zeigt, wie die Methanmoleküle über sieben Mondtage hinweg frei über die Oberfläche des Trabanten wandern. Da der Mond praktisch keine Atmosphäre besitzt, diffundieren und verteilen sich die Moleküle nicht so, wie sie es auf der Erde tun würden. "Ihre Flugbahnen sind im Grunde durcheinander" , teilte Paiva mit. "Sie springen einfach von einem Punkt zum anderen."

Weitere Forschungen notwendig

In der Simulation erreicht das Methan den entgegengesetzten Pol des Mondes in weniger als zwei Mondtagen – was etwa zwei Monate auf der Erde entspricht, denn Tag und Nacht dauern auf dem Mond jeweils ungefähr 14 Erdentage.

Innerhalb von sieben Mondtagen wurden fast 54 Prozent des Abgasmethans in polaren, kalten Regionen eingeschlossen; etwa 12 Prozent am Nordpol, weit entfernt vom ursprünglichen Landeplatz. "Am Ende wirst du, egal wo du landest, überall kontaminiert sein" , so Paiva.

Jedoch sind noch weitere Forschungen notwendig, um herauszufinden, ob sich Schadstoffe lediglich auf dem Oberflächeneis absetzen oder tiefere Schichten durchdringen. Dennoch stellen die Ergebnisse einen frühen Schritt in Richtung einer durchdachteren Missionsplanung dar.

Zur Studie

Die Studie wurde am 13. November 2025 in der Fachzeitschrift Journal of Geophysical Research - Planets veröffentlicht: Can Spacecraft-Borne Contamination Compromise Our Understanding of Lunar Ice Chemistry?(öffnet im neuen Fenster) (Kann Kontamination durch Raumfahrzeuge unser Verständnis der Chemie des Mondeis beeinträchtigen?).


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