• IT-Karriere:
  • Services:

Schadsoftware: USA sollen französischen Expräsidenten ausspioniert haben

Im Mai 2012 wurde die Schadsoftware Flame auf Computern im französischen Präsidentenpalast gefunden. Hinter der ausgefeilten Spionageaktion sollen US-Stellen stecken. Die USA leugnen eine Beteiligung.

Artikel veröffentlicht am ,
Nicholas Sarkozy (bei der Wahl 2012): kein Computer - keine Schadsoftware
Nicholas Sarkozy (bei der Wahl 2012): kein Computer - keine Schadsoftware (Bild: Michel Euler/AFP/Getty Images)

Steckt die US-Regierung hinter einer Cyberattacke auf den ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy? Ein Reihe von Computern im Élysée-Palast, dem Sitz des Präsidenten, war im Frühjahr 2012 mit der Malware Flame infiziert und geheime Dokumente entwendet worden.

Stellenmarkt
  1. HYDRO Systems KG, Biberach
  2. IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Sicherheitsexperten hatten die Schadsoftware wenige Tage nach der Stichwahl zwischen Sarkozy und seinem Herausforderer François Hollande entdeckt. Sarkozy unterlag in dieser Wahl. Das hat der Élysée-Palast bestätigt. Hinter dem Angriff sollen die USA stecken, berichtet das französische Nachrichtenmagazin L'Express unter Berufung auf verschiedene Quellen aus dem Umkreis der Ermittlungen.

Nach drei Tagen sauber

Der Angriff sei so ausgefeilt gewesen, dass schnell klar gewesen sei, dass nur wenige Länder als Drahtzieher infrage kamen, schreibt das Magazin. Das Maß an Raffinesse habe sich auch daran gezeigt, dass die Experten der Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information (Anssi) drei Tage brauchten, um die Malware von den Computern im Präsidentenpalast zu entfernen. Die Anssi ist die für die Sicherheit von Informationssystemen zuständige französische Behörde. Warum gerade die USA - laut L'Express "der älteste Verbündete Frankreichs" - den scheidenden Präsidenten Sarkozy ausspionieren sollten, ließen die Informanten offen.

Die USA haben die Vorwürfe "kategorisch" zurückgewiesen. "Frankreich ist einer unserer besten Verbündeten", erklärte Mitchell Moss, Sprecher der US-Botschaft in Paris, in einer Stellungnahme an den Express. "Unsere Zusammenarbeit ist bemerkenswert in den Bereichen Geheimdienst, Strafverfolgung und Cyber-Verteidigung. Sie war noch nie so gut und bleibt von entscheidender Bedeutung für unseren gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung durch Extremisten."

Die Angreifer haben mutmaßlich ihre Aktion über das soziale Netzwerk Facebook durchgeführt: Zunächst suchten sie dort nach Personen aus dem Umfeld Sarkozys und kontaktierten diese. Sie schickten ihnen Mails mit einem Link zu einer gefälschten Seite des Élysée-Palastes. Über deren Passwortabfrage kamen die Angreifer an die Zugangsdaten der Sarkozy-Mitarbeiter und konnten sich Zugang zu deren Computern verschaffen und dort die Spionagesoftware installieren.

Kein Computer

Die Schadsoftware wurde auf den Computern der wichtigsten Berater des Präsidenten gefunden, darunter Generalsekretär Xavier Musca. Sarkozy sei nur deshalb nicht selbst betroffen gewesen, weil er keinen Computer hatte, schreibt L'Express. Von dort seien verschiedene geheime Dokumente sowie Strategiepläne kopiert worden.

Die Schadsoftware Flame war im Frühjahr 2012 entdeckt worden, soll aber bereits länger im Einsatz gewesen sein. Flame wurde unter anderem über Microsofts Updatesystem verbreitet. Sie war mit falschen Microsoft-Zertifikaten versehen, so dass sie nicht als Schadsoftware erkannt wurde. Flame soll als Cyberwaffe von US-Geheimdiensten und dem israelischen Militär programmiert worden sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. Seagate Game Drive Xbox GamePass Edition JEDI externe USB-3.0-Festplatte 2TB für 69,99€, Seagate...
  2. Bei Kartenzahlung bis zu 3% auf Amazon-Käufe, bis zu 0,5% auf Käufe außerhalb von Amazon
  3. 1.311,11€ (Bestpreis!)
  4. vom 13. bis 14. Oktober (nur für Prime-Mitglieder)

Bouncy 23. Nov 2012

a) das bezog sich offensichtlich auf den Trojaner an sich, der gut getarnt war b) Social...

Gamma Ray Burst 22. Nov 2012

Nein Facebook weine nicht Also ich finde das ist so allgemein da kann man viel...

zwangsregistrie... 22. Nov 2012

hehe, irgendwann bricht der 3. Weltkrieg aus, weil irgendwelche CIA-Nerds Nacktfotos von...

zwangsregistrie... 22. Nov 2012

Danke dafür. YMMD


Folgen Sie uns
       


Leben auf dem Ozean: Reif für die autarke Insel
Leben auf dem Ozean
Reif für die autarke Insel

Die nachhaltige Heimat der Zukunft? Ein EU-Projekt forscht an modularen schwimmenden Inseln, die ihre Energie selbst erzeugen.
Ein Bericht von Monika Rößiger

  1. Umweltschutz Verbrennerverbot ab 2035 in Kalifornien
  2. Mindestens 55 Prozent Von der Leyen verschärft EU-Klimaziele deutlich
  3. Klimaschutz Studie fordert Verkaufsverbot für Verbrenner ab 2028

IT-Jobs: Feedback für Freelancer
IT-Jobs
Feedback für Freelancer

Gutes Feedback ist vor allem für Freelancer rar. Wenn nach einem IT-Projekt die Rückblende hintenüberfällt, ist das aber eine verschenkte Chance.
Ein Bericht von Louisa Schmidt

  1. IT-Freelancer Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt
  2. Selbstständiger Sysadmin "Jetzt fehlen nur noch die Aufträge"

Thinkpad T14s (AMD) im Test: Lenovos kleines Schwarzes kann noch immer überzeugen
Thinkpad T14s (AMD) im Test
Lenovos kleines Schwarzes kann noch immer überzeugen

Sechs Kerne und die beste Tastatur: Durch AMDs Renoir gehört das Thinkpad T14s zu Lenovos besten Geräten - trotz verlötetem RAM.
Ein Test von Oliver Nickel und Marc Sauter

  1. Ubuntu Lenovo baut sein Linux-Angebot massiv aus
  2. Yoga (Slim) 9i Tiger-Lake-Notebooks mit hellem 4K-Display
  3. Smart Clock Essential Smartes Display mit Google Assistant hat ein Nachtlicht

    •  /