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Schadsoftware: Neue Linux-Malware spielt verstecken

Forscher haben eine neue Linux-Malware entdeckt, die sich besonders gut tarnt. Dabei kann sie sowohl als Kryptominer oder Spionage-Werkzeug agieren.
/ Moritz Tremmel
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Tux ist das Maskottchen von Linux. (Bild: barek2marcin/Pixabay)
Tux ist das Maskottchen von Linux. Bild: barek2marcin/Pixabay

Forscher von AT&T Alien Labs haben eine neue Linux-Malware entdeckt, die sich auf besondere Weise tarnt und es auf Internet-of-Things-Geräte (IoT) und Server abgesehen hat. So wird der Payload mehrfach encodiert und zur Kommunikation werden bekannte Clouddienste eingesetzt. Zuerst berichtete das Onlinemagazin Ars Technica(öffnet im neuen Fenster).

"Bedrohungsakteure suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, Malware zu verbreiten, um unter dem Radar zu bleiben und nicht entdeckt zu werden,"schreibt der Forscher Ofer Caspi(öffnet im neuen Fenster) von AT&T Alien Labs. "Die Malware verwendet den polymorphen XOR-Codierer Shikata Ga Nai mit additiver Rückkopplung, der zu den beliebtesten Encodern in Metasploit gehört. Mithilfe des Encoders durchläuft die Malware mehrere Dekodierschleifen, wobei eine Schleife die nächste Ebene dekodiert, bis die endgültige Shellcode-Payload dekodiert und ausgeführt wird."

Das eigentliche Ziel der Schadsoftware bleibt jedoch unklar. Einerseits verwendet sie eine Kryptomining-Software, die unter anderem zu heimlichem Kryptojacking genutzt werden kann. Andererseits lädt die Shikitega jedoch das Metasploit-Paket Mettle herunter und führt es aus. Damit lassen sich beispielsweise die Webcam steuern oder Anmeldeinformationen stehlen. Zudem bündelt das Paket mehrere Reverse-Shells. Entsprechend dürfte es nicht das Einzige Ziel der Malware sein, heimlich Monero zu schürfen.

Per Sicherheitslücke die Rechte ausweiten

Um eine Entdeckung zu erschweren, setzen die Bedrohungsakteure auf legitime Clouddienste als Command-and-Control-Instanz. Die von dort erhaltenen Befehle sowie das Mettle-Paket werden zudem nicht auf der Festplatte beziehungsweise SSD gespeichert, sondern nur im Arbeitsspeicher vorgehalten.

Außderdem versucht die Schadsoftware über zwei bekannte Sicherheitslücken Root-Rechte zu erlangen. Hierzu setzt sie auf die Sicherheitslücke Pwnkit (CVE-2021-4034), die rund 12 Jahre im Linux-Kernel lauerte, ehe sie Anfang des Jahres gepatcht wurde.

Die zweite Sicherheitslücke zur Rechte-Ausweitung wurde bereits im April 2021 aufgedeckt und ebenfalls vor geraumer Zeit gepatcht. Allerdings dürften insbesondere Internet-of-Things-Geräte die Patches nicht selten noch nicht eingespielt haben. Persistenz erlangt die Malware über Crontab-Einträge.


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