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Schadenersatzforderung: Große Airline setzt prominenten Anwalt auf Crowdstrike an

Für Delta Air Lines wird der Schaden durch das Crowdstrike -Debakel auf 350 bis 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Ein bekannter Anwalt soll das Geld zurückholen .
/ Marc Stöckel
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Das Crowdstrike-Debakel kostet Delta Air Lines mehrere Hundertmillionen US-Dollar. (Bild: James D. Morgan/Getty Images)
Das Crowdstrike-Debakel kostet Delta Air Lines mehrere Hundertmillionen US-Dollar. Bild: James D. Morgan/Getty Images

Die Luftfahrtbranche ist eines von vielen Marktsegmenten , die das Crowdstrike-Debakel vom 19. Juli besonders schwer getroffen hat. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines, die gemessen an der Anzahl ihrer Flugzeuge als weltweit zweitgrößte Airline gilt, will offenbar nicht auf dem Schaden sitzen bleiben.

Einem Bericht von CNBC(öffnet im neuen Fenster) zufolge hat Delta den prominenten Anwalt David Boies damit beauftragt, Schadenersatzforderungen gegenüber Crowdstrike und Microsoft durchzusetzen. Der Schaden, der der Fluggesellschaft durch den Ausfall ihrer Windows-Systeme entstanden ist, wird demnach auf 350 bis 500 Millionen US-Dollar geschätzt.

Mehr als 176.000 Erstattungsaufträge seien von Delta Air Lines infolge der Update-Panne von Crowdstrike bearbeitet worden, heißt es in dem Bericht. Die Airline habe fast 7.000 Flüge vollständig streichen müssen.

David Boies ist in den USA derweil kein Unbekannter. Unter anderem vertrat er in der Vergangenheit bereits die US-Regierung in einem Kartellverfahren gegen Microsoft(öffnet im neuen Fenster) . Für Investoren war die Beauftragung des Anwalts offenkundig ein klares Signal: Die Crowdstrike-Aktie gab nach Bekanntwerden der Zusammenarbeit um 5 Prozent nach. Beim Kurs der Microsoft-Aktie gab es nicht viel Bewegung.

Weitere Forderungen gegenüber Crowdstrike

Delta Air Lines ist nicht das erste Unternehmen, das nach dem Crowdstrike-Fiasko Schadensersatz fordert. Hierzulande bestätigte beispielsweise das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), entsprechende Forderungen durchsetzen zu wollen, sobald feststehe, wie hoch der finanzielle Schaden für das Klinikum ausfällt.

Und auch der malaysische Digitalminister forderte Microsoft und Crowdstrike Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) auf, für entstandene Schäden aufzukommen.

Ob sich derartige Forderungen tatsächlich durchsetzen lassen, bleibt allerdings abzuwarten. Zumindest in seinen Geschäftsbedingungen(öffnet im neuen Fenster) versuchte Crowdstrike per Haftungsausschluss, sich selbst hinsichtlich der sicheren Nutzung seiner Software aus der Verantwortung zu ziehen und diese an seine Kunden zu übertragen.

Letztendlich werden jedoch Gerichte darüber entscheiden müssen, ob die enthaltenen Klauseln legitim sind und das Unternehmen effektiv davor bewahren können, für die entstandenen Schäden aufzukommen.


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