Schadenersatz: Verlage verklagen Google auf 2,1 Milliarden Euro

Ärger für Google: Große Verlage aus der EU werfen dem Konzern in einer Klage vor, durch wettbewerbswidrige Praktiken im digitalen Werbemarkt ihre Umsätze geschmälert und die eigenen Gebühren in die Höhe getrieben zu haben.
Die Klage, die laut der Anwaltskanzlei der Kläger, Geradin Partners(öffnet im neuen Fenster) , bei einem Gericht in den Niederlanden eingereicht wurde, umfasst Verlage aus 15 europäischen Ländern. Darunter finden sich führende Medienhäuser aus Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Ungarn, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden und der Schweiz.
Laut den Anwälten hat Google den Wettbewerb durch den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung im digitalen Werbemarkt verzerrt. Ohne dieses wettbewerbswidrige Verhalten hätte man mehr Werbeeinnahmen erzielen und niedrigere Gebühren zahlen können.
Diese Mittel hätten für Investitionen in den europäischen Medienmarkt verwendet werden können, der derzeit mit Herausforderungen kämpfe, argumentierten die Anwälte weiter. Sie stützen sich dabei auch auf kartellrechtliche Verfahren der EU-Kommission und nationaler Wettbewerbsbehörden gegen Googles Werbegeschäft.
Die Kläger wählten ein Gericht in den Niederlanden, da das Land als ein zentraler Gerichtsstand für wettbewerbsrechtliche Schadenersatzklagen in Europa gilt. Damit soll auch verhindert werden, dass es in verschiedenen Ländern zu aufwendigen Parallelverfahren kommt.
Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte das weitreichende Konsequenzen für Googles Geschäftsmodell in Europa haben.



