Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Schachstreit: Gericht weist 100-Millionen-Klage gegen Carlsen ab

Hans Niemann wollte 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz vom ehemaligen Schachweltmeister Magnus Carlsen – ein Gericht sah keine Gründe dafür.
/ Tobias Költzsch
24 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der ehemalige Schachweltmeister Magnus Carlsen kann aufatmen: Die Klage gegen ihn wurde abgewiesen. (Bild: Anna Webber/Getty Images for Breakthrough Prize)
Der ehemalige Schachweltmeister Magnus Carlsen kann aufatmen: Die Klage gegen ihn wurde abgewiesen. Bild: Anna Webber/Getty Images for Breakthrough Prize

Ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri hat die Klage des Schachgroßmeisters Hans Niemann gegen den ehemaligen Schachweltmeister Magnus Carlsen abgewiesen. Das berichtet Spiegel Online(öffnet im neuen Fenster) . Die Klage war der Höhepunkt eines Streits um Betrugsvorwürfe, der die Schachwelt 2022 beschäftigte.

Niemann verlangte insgesamt 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz von Magnus Carlsen, dessen Firma Play Magnus, der Schachplattform Chess.com sowie den Schachspielern Hikaru Nakamura und Daniel Rensch. Die Akteure hätten die Karriere Niemanns durch unbegründete Betrugsvorwürfe zerstört und sein Leben ruiniert, erklärte Niemann.

Vorausgegangen waren Betrugsvorwürfe , die Niemann abgestritten hatte. Magnus Carlsen hatte – ohne Beweise – angedeutet, Niemann habe am Brett bei einem Schachturnier in den USA betrogen. Eine spätere Onlinepartie brach Carlsen nach den Eröffnungszügen ab.

Niemann gab Betrug als Teenager zu

In den konkreten Fällen gab es tatsächlich keine Beweise dafür, dass Niemann betrogen hatte. Der US-amerikanische Schachspieler gab anschließend aber zu, als Teenager bei zwei Partien auf der Schachplattform Chess.com betrogen zu haben.

Die Schachplattform Chess.com, auf der auch Großmeister und Weltmeister online Schach spielen, hatte anschließend eine eigene Untersuchung durchgeführt. Dabei soll festgestellt worden sein, dass Niemann mehr als 100-mal bei Spielen auf Chess.com betrogen haben soll. Anschließend wurde Niemanns Konto bei Chess.com gesperrt.

Nach der Abweisung der Schadensersatzklage zeigten sich die Vertreter von Magnus Carlsen erleichtert. "Wir sind erfreut, dass das Gericht den Versuch von Hans Niemann, sich einen unverdienten Betrag anzueignen, abgelehnt hat und Niemanns Versuch gescheitert ist" , sagte Carlsens Anwalt Craig Reis.


Relevante Themen