Scattered Spider: 19-Jähriger Hacker mittels Windows-ID getrackt
Finnische Strafverfolger haben im April ein mutmaßliches Mitglied der berüchtigten Hackergruppe Scattered Spider gefasst und kürzlich an die USA ausgeliefert, wo es sich vor Gericht für seine Taten verantworten soll. Wie das Nachrichtenportal Tom's Hardware berichtet(öffnet im neuen Fenster), konnten die Ermittler Online-Aktivitäten des 19-jährigen Verdächtigen unter anderem über den Global Device Identifier (GDID) seines Windows-11-Gerätes tracken.
Details dazu sind auch in der von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) bei Documentcloud hochgeladenen Anklageschrift(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Demnach konnte das Windows-Gerät des Verdächtigen dank GDID und Telemetriedaten mit genutzten IP-Adressen aus Estland, Thailand und New York sowie Zugriffen auf verschiedene Dienste und Server in Verbindung gebracht werden.
Bei dem GDID handelt es sich um eine Kennung, mit der sich weltweit jedes Windows-Gerät eindeutig identifizieren lässt. Die Strafverfolger konnten damit feststellen, welche Dienste der Verdächtige mit demselben Gerät genutzt hat. Er soll damit beispielsweise im Mai 2025 ein Konto für das Tunnelling-Tool Ngrok erstellt und wenige Stunden später auf die Webseite eines Zielunternehmens zugegriffen haben.
Millionen an Lösegeldern erpresst
Laut einer Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich bei dem Verdächtigen um ein Mitglied der berüchtigten Hackergruppe Scattered Spider. Diese soll in mehr als 100 Unternehmensnetzwerke eingedrungen sein, dort mittels Ransomware Daten verschlüsselt und/oder ausgeleitet und über 100 Millionen US-Dollar an Lösegeldern in Form von Kryptowährungen erpresst haben.
Überdies soll Scattered Spider weitere Schäden in Millionenhöhe verursacht haben, etwa durch IT-Ausfälle infolge der jeweiligen Ransomware-Attacken. Die Gruppe fiel durch ihre besonders jungen Mitglieder auf. Sie ist auch unter Bezeichnungen wie Octo Tempest, UNC3944 und 0ktapus bekannt und übernimmt für den Erstzugriff häufig Mitarbeiterkonten durch Social Engineering am Telefon.
Der kürzlich an die USA ausgelieferte 19-Jährige soll unter anderem an einem im Mai 2025 erfolgten Cyberangriff auf ein namentlich nicht genanntes Juweliergeschäft beteiligt gewesen sein, nach welchem die Angreifer ein Lösegeld in Höhe von 8 Millionen US-Dollar forderten. Bezahlt hatte das betroffene Unternehmen wohl nicht. Dennoch soll durch Ausfälle und Aufräumarbeiten ein Schaden in Höhe von 2 Millionen US-Dollar entstanden sein.
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