Scarlett Johansson ist verärgert: OpenAI verteidigt sich in Streit um KI-Stimme Sky
Im Rahmen der Kontroverse um eine KI-Stimme von ChatGPT bekräftigt die Entwicklerfirma OpenAI, dass diese nicht Hollywood-Star Scarlett Johansson imitieren sollte . OpenAI stellte der US-Zeitung Washington Post(öffnet im neuen Fenster) Unterlagen zur Verfügung, die belegen sollen, dass für die Computerstimme Aufnahmen mit einer anderen Schauspielerin bereits Monate vor der Anfrage an Johansson gemacht worden seien.
Johansson hatte von OpenAI über Anwälte Aufklärung darüber gefordert, weshalb eine von der Firma präsentierte KI-Stimme ihrer eigenen "unheimlich ähnlich" geklungen habe. Dabei enthüllte sie auch, dass OpenAI-Chef Sam Altman ihr im September 2023 angeboten habe, die Vorlage für eine ChatGPT-Stimme zu sein. Das lehnte Johansson ab.
Sie hatte 2013 im Film Her(öffnet im neuen Fenster) die Rolle einer KI-Assistentin gesprochen, in die sich der von Joaquin Phoenix gespielte Protagonist verliebt.
Klingt Sky wie Scarlett Johansson?
Die OpenAI-Stimme mit der Bezeichnung Sky steht im Mittelpunkt des Streits. OpenAI veröffentlichte sie erstmals im September 2023. Auf eine Ähnlichkeit zur Stimme von Johansson verwiesen viele insbesondere nach der Vorführung einer fließenden Unterhaltung mit einer neuen Version der Software vor zehn Tagen.
Johansson schrieb(öffnet im neuen Fenster) , sie sei "schockiert und wütend" gewesen, als sie die KI-Stimme gehört habe. OpenAI entgegnete, es sei nie geplant gewesen, die Stimme wie die von Johansson klingen zu lassen – schaltete Sky aber vorsorglich ab.
Zeitung hat die Stimmen verglichen
Die Washington Post bekam nun Originalaufnahmen der Schauspielerin zu hören, die die Vorlage für Sky lieferte. Sie habe darin der Computer-Stimme sehr ähnlich geklungen, hieß es in dem Artikel. Laut dem Agenten der Schauspielerin wurden Her oder Johansson von OpenAI nie erwähnt. Sie selbst betonte in einer Stellungnahme, dass sie im Alltag nicht auf eine Ähnlichkeit ihrer Stimme mit der von Johansson hingewiesen werde.
Die zuständige OpenAI-Managerin Joanne Jang sagte der Zeitung, für sie klinge Sky nicht wie Johansson. Sie habe bei der Entwicklung der insgesamt fünf Computerstimmen unter anderem mit einem Filmregisseur zusammengearbeitet. Die Technologiechefin von OpenAI, Mira Murati, sei dabei die Entscheidungsträgerin in der Chefetage gewesen.
Es bleibt unklar, wieso Altman laut Johansson wenige Tage vor der Vorführung Anfang Mai 2024 noch einmal auf sie mit der Bitte zukam, es sich anders zu überlegen. Altman veröffentlichte kurz nach der Live-Demonstration bei X einen Beitrag mit dem Wort ''her''(öffnet im neuen Fenster) .
OpenAI könnten rechtliche Probleme drohen, falls die Stimme absichtlich der von Johansson ähneln sollte. So konnte sich Schauspielerin Bette Midler in einem Verfahren gegen Ford durchsetzen. Ford hatte in den 1980er Jahren vergeblich versucht, Midler für die Vertonung von Werbeclips zu gewinnen – und engagierte dann eine Stimmenimitatorin.
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