Abo
  • Services:
Anzeige
Google erleidet im Streit um Gmail eine Niederlage vor Gericht.
Google erleidet im Streit um Gmail eine Niederlage vor Gericht. (Bild: Ethan Miller/Getty Images)

Scannen von E-Mails: Mögliche Sammelklage gegen Gmail nimmt erste Hürde

Google erleidet im Streit um Gmail eine Niederlage vor Gericht.
Google erleidet im Streit um Gmail eine Niederlage vor Gericht. (Bild: Ethan Miller/Getty Images)

Der juristische Streit über das Ausspähen von Gmail-Nutzern zieht sich seit Jahren hin. Nun hat ein Gericht eine weitere Klage gegen Google für zulässig erklärt.

Darf Google für Werbezwecke alle E-Mails scannen, die über seinen Dienst Gmail laufen? Diese Streitfrage beschäftigt seit Jahren die Gerichte in den USA. Nun hat ein US-Bezirksgericht einen Antrag Googles auf die Abweisung einer weiteren Klage zurückgewiesen. Die kalifornische Richterin Lucy Koh, die bereits in früheren Fällen zu dem Thema entschieden hatte, ist weiterhin der Auffassung, dass das Scannen von E-Mails nicht als "normale Geschäftstätigkeit" zu betrachten ist.

Anzeige

Google verwendet seit geraumer Zeit seinen Gmail-Dienst, um mehr über seine Nutzer zu erfahren. Aus der Suche in E-Mails werden relevante Stichwörter gefiltert und analysiert. Die gesammelten Daten nutzt Google, um den Nutzern personalisiert Werbung zu präsentieren. Vor dem Hintergrund zahlreicher Klagen von Datenschützern hatte Google im April 2014 seine AGB geändert. Dort heißt es derzeit: "Unsere automatisierten Systeme analysieren Ihre Inhalte (einschließlich E-Mails), um Ihnen für Sie relevante Produktfunktionen wie personalisierte Suchergebnisse, personalisierte Werbung und Spam- und Malwareerkennung bereitzustellen. Diese Analyse findet beim Senden, Empfangen und Speichern der Inhalte statt."

Scannen als "normale Geschäftstätigkeit"

Der Kläger Daniel Matera stört sich jedoch daran, dass Google auch die Mails von Nicht-Gmail-Nutzern scannt. Dies verstoße gegen Abhörgesetze in den USA (EPCA und CIPA). Google lese und analysiere die Mails ohne die Zustimmung der Absender oder Empfänger. Der Kläger strebt daher eine Sammelklage an, die alle Nutzer in Kalifornien und den USA betrifft, "die niemals einen E-Mail-Account bei Google eingerichtet haben und die E-Mails zu Personen mit Google-Mail-Konten gesendet oder von diesen empfangen haben".

Google berief sich in seinem Ablehnungsantrag hingegen auf die sogenannte normale Geschäftstätigkeit (Ordinary Course of Business), die laut Abhörgesetz ein Scannen der Mails erlaube. Demnach müsse Google nur ein zulässiges oder berechtigtes Geschäftsinteresse nachweisen, damit das Scannen der Mails unter eine solche Ausnahme falle. Diese Auffassung wies Koh jedoch zurück. Die Ausnahme könne nur geltend gemacht werden, wenn ohne das Scannen der E-Mail-Dienst gar nicht angeboten werden könne.

Sammelklage zuvor abgewiesen

Allerdings hatte Google im April 2014 bekanntgegeben, dass künftig keine Sammlung werberelevanter Informationen bei seinen für Schüler und Studenten gedachten Apps mehr stattfinde. So wird das Gmail-Konto dieser Apps für Bildungseinrichtungen (Apps for Education) nicht mehr durchsucht, um Werbeeinblendungen zu personalisieren. Nach Ansicht der Richterin zeigt dies, dass das Durchsuchen der E-Mails "weder Googles elektronische Kommunikationsdienste erleichtert noch mit deren Bereitstellung verbunden ist".

Entscheidend für den weiteren Prozess ist die Frage, ob das Gericht eine Sammelklage zulässt. Bei einer ähnlichen Klage hatte dies das Gericht im Jahr 2014 abgelehnt, weil die mögliche Zustimmung der Kläger zu Googles Geschäftspraktiken zu individuell gelagert gewesen sei. Daraufhin hatten die Kläger ihre Einzelklagen gegen Google fallengelassen. Bei der nun angestrebten Sammelklage sind nur Personen betroffen, die selbst keinen Gmail-Account haben und mit Gmail-Nutzern kommunizieren.


eye home zur Startseite
Abdiel 24. Aug 2016

Vollkommen richtig! Weshalb auch bei korrekter Handhabung, sprich: Verschlüsselung) des...

Clown 19. Aug 2016

Geht das überhaupt?

Anonymer Nutzer 18. Aug 2016

Bitte? Na der Standard-Bürger kennt sich auch nicht mit der StVZO aus. Aber wenn er ein...

Anonymer Nutzer 18. Aug 2016

Richtig, zeigt aber auch, dass das Klagebegehren durchaus Substanz hat. Das wäre...

Niaxa 18. Aug 2016

Mal wieder ein Datenschutz Thema außerhalb der herkömmlichen MS Panikmache.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Gries Deco Company GmbH, Niedernberg
  2. Emsland-Stärke GmbH, Emlichheim
  3. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Dresden, Frankfurt, München
  4. telekom, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und bis zu 60€ Steam-Guthaben erhalten
  2. täglich neue Deals
  3. (u. a. DXRacer OH/RE9/NW für 199,90€ statt 226€ im Preisvergleich)

Folgen Sie uns
       


  1. Zero-Rating

    StreamOn der Telekom bei 200.000 Kunden

  2. Beta Archive

    Microsoft bestätigt Leck des Windows-10-Quellcodes

  3. Deutschland-Chef der Telekom

    Bis 2018 flächendeckend Vectoring in Nordrhein-Westfalen

  4. Sipgate Satellite

    Deutsche Telekom blockiert mobile Nummer mit beliebiger SIM

  5. Rockstar Games

    "Normalerweise" keine Klagen gegen GTA-Modder

  6. Stromnetz

    Tennet warnt vor Trassen-Maut für bayerische Bauern

  7. Call of Duty

    Modern Warfare Remastered erscheint alleine lauffähig

  8. Gmail

    Google scannt Mails künftig nicht mehr für Werbung

  9. Die Woche im Video

    Ein Chef geht, die Quanten kommen und Nummer Fünf lebt

  10. Hasskommentare

    Koalition einigt sich auf Änderungen am Facebook-Gesetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Amateur-Hörspiele: Drei Fragezeichen, TKKG - und jetzt komm' ich!
Amateur-Hörspiele
Drei Fragezeichen, TKKG - und jetzt komm' ich!
  1. Internet Lädt noch
  2. NetzDG EU-Kommission will Hate-Speech-Gesetz nicht stoppen
  3. Equal Rating Innovation Challenge Mozilla will indische Dörfer ins Netz holen

Mieten bei Ottonow und Media Markt: Miet mich!
Mieten bei Ottonow und Media Markt
Miet mich!
  1. Elektronikkonzern Toshiba kann Geschäftsbericht nicht vorlegen
  2. Zahlungsabwickler Start-Up Stripe kommt nach Deutschland
  3. Übernahmen Extreme Networks will eine Branchengröße werden

Qubits teleportieren: So funktioniert Quantenkommunikation per Satellit
Qubits teleportieren
So funktioniert Quantenkommunikation per Satellit
  1. Quantencomputer Ein Forscher in den unergründlichen Weiten des Hilbertraums
  2. Quantenprogrammierung "Die physikalische Welt kann kreativer sein als wir selbst"
  3. Quantenoptik Vom Batman-Fan zum Quantenphysiker

  1. Re: In Deutschland absolut verboten

    Rocky Horror... | 05:36

  2. Re: Kann er sich mal entscheiden?

    Ovaron | 05:04

  3. Re: NUR 1,2 GByte?

    Wallbreaker | 03:24

  4. Re: Darauf ein Glas Wine

    Wallbreaker | 03:02

  5. Re: Lohnt sich Bitcoin mining...

    Bernd Schneider | 02:39


  1. 14:37

  2. 14:28

  3. 12:01

  4. 10:37

  5. 13:30

  6. 12:14

  7. 11:43

  8. 10:51


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel