Saudi-Arabien: Feministin kommt wegen Tweets für 34 Jahre ins Gefängnis

Der Verurteilten werden feministische Tweets und Retweets zulasten gelegt, die die öffentliche Ordnung der Monarchie gestört hätten.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
Mohammed bin Salman mit dem damaligen US-Verteidigungsminister James Mattis im Jahr 2018 (Archivbild)
Mohammed bin Salman mit dem damaligen US-Verteidigungsminister James Mattis im Jahr 2018 (Archivbild) (Bild: U.S. Secretary of Defense/CC-BY 2.0)

Die Frauenrechtlerin Salma al-Shehab wurde im Frühjahr 2021 bei einem Heimatbesuch in der Monarchie verhaftet. Sie hatte feministische Tweets und Retweets aus der Diaspora abgesetzt, die die öffentliche Ordnung von Saudi-Arabien gestört hätten. Al-Shehab hatte zuvor als Promotionsstudentin in Nordengland gearbeitet und ist als Schiitin eine Minderheit im Königreich. Dies berichtet unter anderem The Washington Post.

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US-Medien benennen @I_Salma1988 als den Twitter-Account von al-Shehab. Letzte Aktivitäten fanden dort am 12. Januar 2021 statt. Den Account gab es seit dem Jahr 2010. Zum aktuellen Zeitpunkt hat der Account dort nicht einmal 3.000 Follower.

Strafe von drei auf 34 Jahre hoch gesetzt

Diese Woche hat ein Berufungsgericht die Strafe von drei auf 34 Jahre hoch gesetzt. Wie The Guardian berichtet, habe sie laut Anklage die Absicht gehabt, "öffentliche Unruhe zu stiften und die zivile und nationale Sicherheit zu destabilisieren". Auf die Haftstrafe folgt ein 34-jähriges Ausreiseverbot. Es ist wahrscheinlich, dass die 34-jährige Mutter zweier Kinder nie wieder Saudi-Arabien verlassen kann.

The Guardian zitiert den exilierten ehemaligen Berater des saudischen Köngishauses Khalid Aljabri: "Salmas drakonische Verurteilung vor einem Terrorismusgericht wegen friedlicher Tweets ist die jüngste Manifestation der rücksichtslosen Repressionsmaschine von [Mohammed bin Salman]." Weiter: "Genau wie die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi soll auch ihre Verurteilung Schockwellen innerhalb und außerhalb des Königreichs aussenden - wer es wagt, [Mohammed bin Salman] zu kritisieren, wird zerstückelt oder landet in saudischen Kerkern."

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Mohammed bin Salman - auch kurz meist MBS genannt - ist der derzeitige Kronprinz Saudi-Arabiens. Er galt lange in der westlichen Öffentlichkeit als liberal und weltoffen.

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Gormenghast 22. Aug 2022 / Themenstart

Um das zu ergänzen, zitiere ich mal das bpb: "Kritisiert wird allerdings auch die...

Gormenghast 22. Aug 2022 / Themenstart

Es gibt mehr als genug Beispiele für das Totalversagen unserer Justitz. Fängt bei Fällen...

Sharra 20. Aug 2022 / Themenstart

Wolltest du nicht gehen? Warum bist du immer noch da? Bist dus Gerhard? Immer damit...

scrumdideldu 19. Aug 2022 / Themenstart

Das ist der Sinn und Zweck des ganzen. Steht doch auch so im Artikel. Würde die Frau...

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