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Saudi-Arabien: Esports World Cup bietet 60 Millionen US-Dollar Preisgeld

Counter-Strike 2 , Rocket League und Starcraft 2 : Saudi-Arabien plant ein riesiges E-Sports-Turnier – unter Leitung eines deutschen Experten.
/ Peter Steinlechner
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Tastatur eines E-Sportlers auf einem Turnier in Berlin im Frühjahr 2024 (Bild: Ralf Hirschberger / AFP) (Photo by RALF HIRSCHBERGER/AFP via Getty Images)
Tastatur eines E-Sportlers auf einem Turnier in Berlin im Frühjahr 2024 Bild: Ralf Hirschberger / AFP) (Photo by RALF HIRSCHBERGER/AFP via Getty Images

Im Sommer 2024 soll die saudi-arabische Hauptstadt Riad zum Zentrum der E-Sports-Szene werden: Dann findet acht Wochen lang ein Großturnier namens Esports World Cup statt. Allein schon wegen des Preisgeldes dürfte sich die Anreise für die wichtigsten Profiteams lohnen: Das vom Staat bereitgestellte Preisgeld beträgt 60 Millionen US-Dollar.

Bei dem Turnier werden insgesamt 20 Spiele geboten. Darunter sind Counter-Strike 2, Rocket League, Rainbow Six Siege, EA Sports FC 24, Pubg Battleground und Mobile sowie League of Legends.

An einigen Herstellern dieser Games ist der Staat Saudi-Arabien über seinen Investmentfonds Savy Games Group beteiligt, etwa an Ubisoft und Electronic Arts.

Das Turnier wird von der deutschen Firma ESL Gaming mitorganisiert, die 2022 für rund 1,5 Milliarden US-Dollar von der Savy Games Group gekauft wurde. ESL-Chef und -Gründer Ralf Reichert leitet nun auch die Esports World Cup Foundation und das Turnier.

Eine unter sportlichen Gesichtspunkten interessante Idee ist die Club-Championship, in deren Rahmen es rund 20 Millionen US-Dollar gibt. Im zentralen Bereich des Turniers treten die Profiteams in mehreren Spielen an, um Punkte zu sammeln und dadurch den Gesamtsieg zu erringen. Zusätzlich gibt es unter anderem ein eigenes Turnier für jedes Spiel.

Viele Details zum Esports World Cup sind noch nicht bekannt, insbesondere gibt es weiterhin keinen genauen Termin. Ob es der von den Veranstaltern erhoffte Erfolg wird, ist momentan nicht absehbar.

In den letzten Jahren gab es in Riad ein Vorgängerturnier namens Gamers 8 mit ebenfalls sehr hohen Preisgeldern, das aber in den sozialen Netzen und ganz allgemein im Internet erstaunlich wenig Spuren hinterließ.

Esports World Cup: Spielspaß trotz Foltervorwürfen?

Im Rahmen der Gamers 8 wurde 2023 der Esports World Cup angekündigt, und zwar von Mohammed bin Salman. Der Kronprinz und Premierminister von Saudi-Arabien gilt als begeisterter Computerspieler. Wegen seiner Beteiligung an der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi wird er seit Jahren von Menschenrechtlern und Politikern kritisiert.

Auch Gamer kritisieren die Menschenrechtslage in dem Land, etwa unter der offiziellen Ankündigung des Preisgeldes auf der Plattform X(öffnet im neuen Fenster) . Laut dem Länderreport des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wird die Menschenrechtslage von Beobachtern als "alarmierend" beschrieben.

"Berichte über Folter, unmenschliche Behandlung und Bestrafung sind weit verbreitet; dies sowie die exzessive Anwendung der Todesstrafe geben Anlass zur Sorge" , heißt es in dem Dokument(öffnet im neuen Fenster) .


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