Saudi-Arabien: Drohnenangriffe legen halbe Erdölproduktion lahm

Drohnen aus dem Jemen sollen die wichtigste Erdölraffinerie Saudi-Arabiens in Brand gesetzt haben. Die USA beschuldigen den Iran, die Huthi-Rebellen mit der Waffentechnik ausgerüstet zu haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Drohnenangriff soll die Raffinerie Abqaiq in Saudi-Arabien in Brand gesetzt haben.
Ein Drohnenangriff soll die Raffinerie Abqaiq in Saudi-Arabien in Brand gesetzt haben. (Bild: Reuters)

Nach einem Drohnenangriff auf zwei wichtige Raffinerien in Saudi-Arabien ist die dortige Produktion von Rohöl und Gas um die Hälfte eingebrochen. Das teilte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman bin Abdulasis nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SDA mit. Betroffen seien die Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Bakiak und Churais. Menschen seien bei dem Angriff am frühen Samstagmorgen nicht verletzt worden, die Brände seien inzwischen gelöscht.

Stellenmarkt
  1. Projektmanager (m/w/d) IT
    FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, Frankfurt am Main
  2. Web-Entwickler/in HTML/CSS/JS (m/w/d)
    neubau kompass AG, München
Detailsuche

Zu dem Angriff mit zehn Drohnen bekannte sich ein Sprecher der Huthi-Rebellen im Fernsehsender Almasirah. Der Angriff sei eine Vergeltung für die Angriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition gegen den Jemen, hieß es zur Begründung. Nach einer Übersicht des Fernsehsenders Al Dschasira greifen die Huthi-Rebellen seit gut zwei Jahren das nördliche Nachbarland mit Raketen und Drohnen an. Zu den Zielen gehörten unter anderem der Flughafen der Stadt Abha im Süden des Landes. Dem Militärsprecher zufolge ging dem Angriff auf die Raffinerien eine "präzise Geheimdienstaktion" und "ehrenvolle Kooperation" aus Saudi-Arabien voraus.

USA beschuldigen Iran

US-Außenminister Mike Pompeo beschuldigte auf Twitter den Iran, einen "beispiellosen Angriff auf die Energieversorgung der Welt" gestartet zu haben. Nach Darstellung Pompeos steht der Iran hinter "100 Angriffen" auf Saudi-Arabien. Er forderte alle Staaten dazu auf, öffentlich und geschlossen die Angriffe Irans zu verurteilen. "Die Vereinigten Staaten arbeiten mit unseren Partnern und Alliierten daran, dass die Energieversorgung gesichert ist und der Iran für seine Aggression zur Verantwortung gezogen wird", twitterte der US-Außenminister.

Der Konzern Aramco gilt nicht nur als weltweit größter Ölproduzent, sondern auch eines der profitabelsten Unternehmen. Die Anlage in Bakiak könne sieben Prozent des weltweiten Rohölbedarfs produzieren, das Ölfeld in Churais liefere ein Prozent des weltweiten Bedarfs, berichtete die BBC. Es sei allerdings unklar, wie die Huthi-Rebellen an die für den Angriff erforderliche Drohnentechnik gelangt seien. Möglicherweise seien zivile Drohnen umfunktioniert worden oder die Rebellen hätten Unterstützung aus dem Iran erhalten. Der Angriff zeige jedoch, dass bewaffnete Drohnenangriffe nicht mehr technisch fortgeschrittenen Staaten vorbehalten seien.

Auch im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat wurden zahlreiche Drohnenangriffe mit selbst gebauten oder umfunktionierten Quadcoptern registriert, die beispielsweise Handgranaten ins Ziel brachten. Eine traditionelle Flugabwehr kommt vor allem aufgrund der geringen Größe der Flugkörper, die überraschend auftauchen können, meistens nicht in Betracht. Die US Army und die US Air Force wollen daher Drohnen mit Mikrowellen bekämpfen, die die elektronischen Bauteile zerstören sollen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Glasfaser
Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie

Der Berliner Senat ist nach Jahren aus dem Dämmerzustand hochgeschreckt und hat nun eine Gigabitstrategie. Warum haben sie nicht einfach geschwiegen?
Ein IMHO von Achim Sawall

Glasfaser: Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie
Artikel
  1. Razer: Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da
    Razer
    Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da

    Wieder 14 Zoll, erstmals mit AMD-Chip: Das neue Razer Blade kombiniert einen 75-Watt-Ryzen mit der flottesten Geforce RTX.
    Ein Hands-on von Marc Sauter

  2. Selbständige: Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung
    Selbständige
    Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung

    Vodafone wird seine Preise in neuen Tarifen für Selbständige nach 24 Monaten nicht mehr anheben.

  3. Coronapandemie: Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren
    Coronapandemie
    Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren

    Um weite Arbeitswege und Verspätungen zu vermeiden, hatten es sich einige Microsoft-Mitarbeiter in den eigenen Rechenzentren bequem gemacht.

plutoniumsulfat 18. Sep 2019

Ist ja wie ein Papierflieger :D

cpt.dirk 17. Sep 2019

Aber ja, mit dem Rohöhlpreis ist es wohl kaum anders, als mit dem Börsenkurs: rein von...

DerSchwarzseher 17. Sep 2019

wir waren grad nen Monat zum Urlaub im Iran. Wurden mit offenen Armen empfangen und aßen...

vs-teuer 17. Sep 2019

... es ist nicht die Anzahl der Artikel, es ist die Wortwahl: Allianz vs. Rebellen, eigl...

mainframe 16. Sep 2019

Ich baue seit über 10 Jahren Kopter, der Witz ist, dass man mittlerweile fast alles sehr...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Rainbow Six Extraction Limited PS5 69,99€ • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Snakebyte Gaming Seat Evo 149,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /