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Saubere Energie: In New York kommt Strom bald aus der Wasserleitung

New York hat ein Projekt für saubere Energie gestartet: Der Überdruck im Trinkwassersystem soll in elektrische Energie gewandelt werden.
/ Werner Pluta
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Bau eines Wassertanks auf einem Dach im New Yorker Stadtteil Queens: inspirierender Anblick (Bild: Lucas Jackson/Reuters)
Bau eines Wassertanks auf einem Dach im New Yorker Stadtteil Queens: inspirierender Anblick Bild: Lucas Jackson/Reuters

Wasserkraft ist eine der saubersten Energiequellen. Und wo fließt immer Wasser? In den Wasserrohren der städtischen Trinkwasserversorgung. New York City startet jetzt einen Versuch, Strom aus der Wasserleitung zu gewinnen.

Bürgermeister Michael Bloomberg hat kürzlich einem Pilotprojekt zugestimmt(öffnet im neuen Fenster) , das auf anderthalb Jahre angelegt wird. In dieser Zeit soll das für die Wasserversorgung zuständige Department of Environmental Protection herausfinden, ob eine Stromerzeugung aus den Wasserleitungen machbar und sinnvoll ist.

Wasser aus den Catskills

Die Metropole bezieht ihr Trinkwasser aus den Catskill Mountains(öffnet im neuen Fenster) , einem etwa 200 Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Mittelgebirge. Durch ein System von Rohren fließt das Wasser nur durch das Gefälle mit einem solchen Druck nach New York, dass es ohne Pumpe bis in den sechsten Stock steigt.

Das Wasser kommt mit einem Druck von etwa 41 bar an. Der Druck in den Leitungen beträgt aber nur etwa ein Zehntel. Über einen Druckminderer(öffnet im neuen Fenster) wird der Druck in der Leitung verringert. Das New Yorker Unternehmen Rentricity(öffnet im neuen Fenster) will die Druckminderer durch das von ihm entwickelte System Flow-to-Wire(öffnet im neuen Fenster) ersetzen. Das übernimmt die Aufgabe des Reduzierventils und wandelt die durch die Druckminderung freiwerdende Energie in elektrische Energie um.

Blick auf den Wasserspeicher

Die Idee dazu stammt von Frank Zammataro. Sie kam ihm, als sein kleines Unternehmen nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 von Süd-Manhattan zum Time Square umziehen musste. Beim Anblick der Wasserspeicher auf den Dächern fragten sich er und sein Kollege, ob und wie sich das Wasser für die Stromerzeugung nutzen ließe. Nach einigem Hin- und Herüberlegen generierten sie schließlich das Rentricity-Konzept.

Das System funktioniert nur dort, wo Wasser durch natürliches Gefälle in eine Stadt fließt und der Druck reduziert werden muss. Der so gewonnene Strom ist wie Wind- oder Solarstrom komplett sauber.

Beitrag zur Stromversorgung

Natürlich sei das nicht die Hoover-Talsperre, sagte Zammataro der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Die Turbinen des Wasserkraftwerkes an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Nevada und Arizona(öffnet im neuen Fenster) haben eine Leistung von rund 2 Gigawatt. Aber das System könne zumindest etwas zur Energieversorgung der Stadt beitragen.

So wie in Keene im US-Bundesstaat New Hampshire. Dort hat Rentricity in der Wasseraufbereitungsanlage der Stadt die erste Flow-to-Wire-Anlage installiert. Sie leistet 62 Kilowatt – genug, um die Anlage mit Strom zu versorgen.


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