• IT-Karriere:
  • Services:

Saturnmond Titan: Nasa baut ein U-Boot für die Raumfahrt

Ein U-Boot im Weltall? Auf dem Saturnmond Titan gibt es große Seen, die mutmaßlich mit flüssigem Methan gefüllt sind. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa möchte einem von ihnen auf den Grund gehen - mit einem Tauchroboter.

Artikel veröffentlicht am ,
Titan Submarine: 2.000 Kilometer in 90 Tagen
Titan Submarine: 2.000 Kilometer in 90 Tagen (Bild: Nasa/Screenshot: Golem.de)

Kurs auf Kraken: Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) will ein U-Boot zu einem fernen Himmelskörper schicken. Es soll in etwa 25 Jahren im Kraken Mare auf dem Saturnmond Titan auf Tauchstation gehen.

Stellenmarkt
  1. ALBIS PLASTIC GmbH, Hamburg
  2. Bayerische Versorgungskammer, München

Das Konzept für das autonom agierende Titan Submarine, das Titan-U-Boot, stammt von Wissenschaftlern des Glenn Research Center der Nasa in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio. Sie wollen es Mitte März bei der Lunar and Planetary Science Conference vorstellen.

Fotografieren, kartieren, Proben nehmen

Das U-Boot wird in etwa aussehen wie ein irdisches U-Boot, mit einem langen, runden Rumpf. In einem Mast auf der Oberseite, der einem Periskop gleicht, wird eine Kamera montiert sein, die Aufnahmen von dem Himmelskörper liefern soll. Auf Tauchfahrt wird ein Sonar den Grund von Kraken kartieren. Zudem soll das U-Boot Proben nehmen und untersuchen.

Angetrieben wird das U-Boot von vier Motoren am Heck. Ein Tauchfahrzeug kann nicht von Solarzellen mit Strom versorgt werden. Deshalb wird es eine Radionuklidbatterie an Bord haben. Die wandelt die Wärme, die beim Zerfall einer radioaktiven Substanz entsteht, in elektrische Energie. Sie soll etwa 90 Tage durchhalten. In der Zeit soll das U-Boot 2.000 Kilometer durch Kraken fahren. Der Marsrover Curiosity hat ebenfalls eine solche Radionuklidbatterie.

Keine genaue Größenangabe

Über die Größe machen die Forscher keine genauen Angaben. Das U-Boot soll aber gut in das X-37B Orbital Test Vehicle (OTV) passen, das streng geheime, unbemannte Raumfahrzeug des US-Militärs. Das X-37B OTV ist 9 Meter lang. Das Titan Submarine wird also etwa 6 bis 7 Meter lang sein. Es wird rund eine Tonne wiegen.

Das Kraken Mare ist einer der großen Seen auf Titan, dem größten der Monde des Saturn. Die Saturn-Sonde Cassini hat die Seen vor wenigen Jahren entdeckt. Kraken bedeckt eine Fläche von knapp 400.000 Quadratkilometern - das ist fast so groß wie die Ostsee. Möglicherweise gibt es sogar so etwas wie Wellengang auf den Seen.

See mit flüssigem Methan

Gefüllt sind Kraken und die anderen Seen auf Titan nicht mit Wasser - dazu ist es auf Titan viel zu kalt: Dort beträgt die Temperatur -180 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen sind Kohlenwasserstoffe wie Methan oder Ethan flüssig. Einige der Seen sind mindestens 200 Meter tief - möglicherweise sogar noch tiefer. Allerdings dringt Cassinis Radar nicht tiefer als 200 Meter hinab.

Diese Bedingungen stellen eine Herausforderung bei der Konstruktion dar: So können dort beispielsweise keine Tanks, die mit Luft gefüllt sind, für Auftrieb genutzt werden: In 300 Metern Tiefe sind Druck und Temperatur mutmaßlich so, dass der Stickstoff kondensiert.

Antenne als Finne

Schwierig ist auch die Kommunikationseinrichtung: Das U-Boot kann ohnehin nur dann Daten zur Erde funken, wenn es aufgetaucht ist. Dazu benötigt es eine große Antenne. Die befindet sich als lange gerade Finne auf der Oberseite. Diese Bauart wird voraussichtlich die hydrodynamischen Eigenschaften des U-Boots nur geringfügig beeinflussen. Die Funksignale von Titan sind etwa 90 Minuten zur Erde unterwegs.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (Daily Black Deals, u. a. Lexar 128GB SSD für 19,49€, HP Pavilion x360 Convertible für 583...
  2. (u. a. iRobot Roomba Saugroboter für 271,97€, LG OLED65B9DLA für 1.656,19€, Apple AirPods Pro...
  3. 183,99€ (inkl. 10€ Direktabzug)

__destruct() 17. Feb 2015

Diese Folgerung ist nicht zulässig. Der Beweis erfolgt anhand eines Gegenbeispiels...

Ach 15. Feb 2015

- Neil Degrasse Tyson - Frag den Lesch (HTML Version)

ichbinsmalwieder 15. Feb 2015

Die NASA mischt sich halt nicht in die Angelegenheiten der NOAA ein: NASA: National...

irata 14. Feb 2015

Und was hat die NASA an Akkuschrauber, Klettverschluss und UV-Filter verbessert? Beim...

narea 14. Feb 2015

EDIT: Hm ok ich schreibe bzgl Wasser, kA wie es bei Methan ist. Es gibt einen Grund...


Folgen Sie uns
       


IBM - von der Lochkarte zum Quantencomputer (Golem Geschichte)

Golem.de erzählt die über 100-jährige Geschichte von Big Blue im Video.

IBM - von der Lochkarte zum Quantencomputer (Golem Geschichte) Video aufrufen
Materiejets aus schwarzem Loch: Schneller als das Licht?
Materiejets aus schwarzem Loch
Schneller als das Licht?

Das schwarze Loch stößt Materie mit einer Geschwindigkeit aus, die wie Überlichtgeschwindigkeit aussieht.
Ein Bericht von Andreas Lutter

  1. Oumuamua Ein ganz normal merkwürdiger interstellarer Asteroid

Horror-Thriller Unsubscribe: Wie ein Zoom-Film die Nummer 1 an der Kinokasse wurde
Horror-Thriller Unsubscribe
Wie ein Zoom-Film die Nummer 1 an der Kinokasse wurde

Zwei US-Filmemacher haben mit Zoom den Horror-Film Unsubscribe gedreht. Sie landeten damit sogar an der Spitze der US-Box-Office-Charts. Zumindest für einen Tag.
Von Peter Osteried

  1. Film Wie sich Science-Fiction-Autoren das Jahr 2020 vorstellten
  2. Alien Im Weltall hört dich keiner schreien
  3. Terminator: Dark Fate Die einzig wahre Fortsetzung eines Klassikers?

Mehrwertsteuersenkung: Worauf Firmen sich einstellen müssen
Mehrwertsteuersenkung
Worauf Firmen sich einstellen müssen

Wegen der Mehrwertsteuersenkung müssen viele Unternehmen in kürzester Zeit ihre Software umstellen. Alle möglichen Sonderfälle müssen berücksichtigt werden, der Aufwand ist enorm.
Von Boris Mayer

  1. Raumfahrt Vega-Raketenstart während Corona-Ausbruchs verschoben
  2. Corona Google und Microsoft starten Weiterbildungsprogramme
  3. Kontaktverfolgung Datenschützer kritisieren offene Gästelisten

    •  /