Satoru Iwata: Nintendo arbeitet am Nachfolger der Wii U

In den letzten Tagen gab es im Netz vereinzelt Gerüchte, dass Nintendo Anfang Juni 2014 im Rahmen der Spielemesse E3 einen Nachfolger für die Wii U vorstellt. Diese Spekulationen sind nach aktuellem Stand falsch – aber sie haben so etwas wie einen wahren Kern: Firmenchef Satoru Iwata hat im Gespräch mit Investoren(öffnet im neuen Fenster) gesagt, dass er seine Ingenieure bereits an dem Nachfolger für die Wii U arbeiten lässt. Es gebe eine "klare Vorstellung" davon, welche Richtung man mit dem Gerät einschlagen wolle. Weitere Details oder Termine nennt Iwata nicht.

Der Nintendo-Chef stellt die Sache so dar, dass Nintendo grundsätzlich gleich nach dem Start einer Konsole mit der Arbeit an der nächsten beginne und dass sein Unternehmen im Grunde immer mit neuer Hardware beschäftigt sei – schließlich "dauert es mehrere Jahre, eine einzelne Plattform zu entwickeln" .
Das ist zwar einerseits selbstverständlich, widerspricht andererseits aber den Gepflogenheiten der Spielebranche. Sony und Microsoft etwa haben jahrelang alle Spekulationen dementiert, dass sie an Nachfolgern für die Xbox 360 und die Playstation 3 arbeiten. Erst wenige Monate vor der Spielemesse E3 im letzten Jahr haben die Unternehmen einen ersten Blick auf die kommenden neuen Konsolen gewährt. Grund: Ab dem Moment, ab dem es Hinweise auf den Nachfolger gibt, könnten Kunden ja auf diesen warten – statt aktuell verfügbare Spielekisten zu kaufen.
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Allerdings hat Nintendo das Problem, dass der Verkauf der Wii U nicht richtig in Schwung kommt. Seit dem Start Ende 2012 hat das Unternehmen nur rund 6,1 Millionen Exemplare abgesetzt. Laut einer Schätzung der Webseite Vgchartz.com(öffnet im neuen Fenster) verkauft Nintendo von der Wii U pro Woche derzeit nur rund 31.000 Stück – die Xbox One findet pro Woche rund 78.000 neue Besitzer, die Playstation 4 sogar mehr als 120.000.
Trotz spannender neuer Spiele – Ende Mai 2014 etwa erscheint endlich ein Mario Kart für die Wii U – dürfte sich an dieser Lage so schnell nichts ändern. Der Aktienkurs von Nintendo ist weit von seinen hohen Werten zur Glanzzeit der Wii entfernt, in den letzten Monaten musste sich Iwata sogar Rücktrittsforderungen von Investoren und Presse anhören – da kann ein Ausblick auf neue Hardware, und sei er noch so vage, zumindest nicht schaden.
Bei dem Gespräch mit den Investoren hat sich Iwata auch ausführlich zur langfristigen Positionierung von Nintendo geäußert. Die Firma habe sich in ihrer rund 125-jährigen Geschichte nur 31 Jahre lang stark auf Games konzentriert und sei eigentlich viel breiter aufgestellt. Er wiederholte seine bereits etwas älteren Vorstellungen davon, dass er sich künftig auch um Sportprogramme und ähnliche "Quality of Life"-Ansätze kümmern wolle.
Erst im März 2014 habe Nintendo außerdem eine Abteilung für "Business Development" aufgebaut, von der neue Wachstumsimpulse ausgehen sollen. Nach Darstellung von Iwata handelt es sich dabei um die größte organisatorische Umstrukturierung innerhalb von Nintendo seit Einführung des Nintendo Entertainment System – das war im Jahr 1983.