Abo
  • IT-Karriere:

Galileo bietet mehrere Dienste

Für den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS) wird das Signal verschlüsselt. Dieser Dienst ist gedacht für Sicherheitskräfte wie Polizei, Küstenwache, Zoll oder auch für Geheimdienste.

Stellenmarkt
  1. Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, München
  2. Sedus Stoll AG, Dogern

Ebenfalls der Sicherheit dient der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service, SAR). Darüber können Schiffe, die auf hoher See in Not geraten, oder Flugzeuge Hilfe rufen. Der Dienst, der in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert wird, ermöglicht eine Zwei-Wege-Kommunikation: Zusammen mit dem Notruf wird die Position übertragen. Die Rettungsstelle wiederum hat die Möglichkeit, eine Antwort zu senden. Diese Funktion wird nur Galileo bieten.

Der kommerzielle Dienst ist der genaueste

Die akkurateste Standortbestimmung bietet der kommerzielle Dienst von Galileo (Commercial Service, CS), bei dem eine Genauigkeit von unter einem Meter angepeilt ist. Er steht zivilen Anwendern zur Verfügung und ist kostenpflichtig. Gedacht sei er für Anwendungen, die eine hohe Genauigkeit erfordern, etwa in der Landwirtschaft, beim Flottenmanagement oder beim autonomen Fahren. Die Untersuchungen dazu seien noch nicht abgeschlossen, sagt Kleeßen.

Der wichtigste Dienst sei jedoch der offene Dienst (Open Service, OS). Das sei das auf zwei Frequenzen ausgestrahlte unverschlüsselte Signal, das für alle kostenlos zur Verfügung stehen werde.

Europa braucht ein Satellitennavigationssystem

Ein Grund, dass die Europäer - ebenso wie die Russen und die Chinesen - ein eigenes Satellitennavigationssystem haben wollen, sei Eigenständigkeit: nicht von einem System abhängig zu sein, das vom US-Militär kontrolliert wird und zudem ziemlich ungenau ist. Die Entscheidung für Galileo fiel zu einer Zeit, als das US-Militär das zivile Signal noch künstlich verschlechterte. Eine Positionsbestimmung war nur auf etwa 100 Meter genau oder noch schlechter.

Als Alternative zu dem militärischen wollten die Europäer deshalb ein ziviles System aufbauen. Anfangs war Galileo als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP oder PPP, für: Public-private-Partnership) zwischen Industrie und Europäischer Kommission geplant. Allerdings wollten die beteiligten Unternehmen, dass die öffentliche Hand das Risiko trägt, weshalb diese dann das gesamte Projekt übernahm.

Die USA beherrschen den Navigationsmarkt

"Der zweite Grund ist, die Technologie selbst zu beherrschen", sagt Kleeßen. "Man kann den Markt nur mitbestimmen, wenn man die Technologie selbst in der Hand hat." Derzeit dominieren die USA den Navigationsmarkt - sowohl was die Satelliten als auch was die Empfänger betrifft. Mit Galileo wollen sich die Europäer einen Anteil daran sichern. Gerade der offene Dienst soll neue Anwendungen für den Massenmarkt bringen.

Die USA versuchten einiges, um diese europäischen Bestrebungen nach Eigenständigkeit zu verhindern. Unter anderem hob die US-Regierung unter Präsident Bill Clinton im Mai 2000 die sogenannte Selective Availability auf. Seither erlaubt das zivile GPS-Signal eine Genauigkeit von 10 bis 15 Metern, die aber im Normalfall übertroffen wird.

Das US-Militär behält sich auch heute noch vor, in einem Krisenfall das zivile GPS-Signal zu stören. Allerdings nicht mehr global, sondern nur mit Störsendern im betroffenen Gebiet. Wie das geht, erfuhren schottische Fischer vor einigen Jahren: Wegen eines Manövers vor der schottischen Westküste hatte die britische Marine im Oktober 2011 das GPS-Signal dort gestört. Das brachte nicht nur die Fischer in den tückischen Gewässern in Gefahr, sondern störte auch gleich noch Mobilfunk und Internet sowie Satellitenfernsehen auf mehreren Inseln.

In die Satellitennavigation eingestiegen sind die Europäer allerdings nicht erst mit Galileo.

 Mit Galileo lässt sich der Standort sehr genau bestimmenWie geht es mit Galileo weiter? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 72,99€ (Release am 19. September)
  2. 294€
  3. 469€

WhyLee 07. Okt 2015

die wahnsinnige eile ist jetzt auch nicht angebracht, nachdem man prizipiell gut versorgt...

WhyLee 07. Okt 2015

freizuschalten ist vermutlich das falsche wort. es wird vermutlich die komplette...

LASERwalker 27. Sep 2015

Nein, alle GPS Satelliten senden auf der gleichen Frequenz. Die Trennung der Signale wird...

LASERwalker 27. Sep 2015

Für Echtzeit-DGPS müssen Referenzdaten empfangen werden (brauch Internet), im Chip...

LASERwalker 26. Sep 2015

Nein, der Almanach wird für die Positionsbestimmung nicht benötigt. Jeder Satellit sendet...


Folgen Sie uns
       


Die Commodore-264er-Reihe angesehen

Unschlagbar günstig, unfassbar wenig RAM - der C16 konnte in vielen Belangen nicht mit dem populären C64 mithalten.

Die Commodore-264er-Reihe angesehen Video aufrufen
5G-Report: Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen
5G-Report
Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen

Die umstrittene Versteigerung von 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur ist zu Ende. Die Debatte darüber, wie Funkspektrum verteilt werden soll, geht weiter. Wir haben uns die Praxis in anderen Ländern angeschaut.
Ein Bericht von Stefan Krempl

  1. Sindelfingen Mercedes und Telefónica Deutschland errichten 5G-Netz
  2. iPhone-Modem Apple will Intels deutsches 5G-Team übernehmen
  3. Bundesnetzagentur Mobilfunkbetreiber vermissen Chefplaner bei 5G-Auktion

WD Blue SN500 ausprobiert: Die flotte günstige Blaue
WD Blue SN500 ausprobiert
Die flotte günstige Blaue

Mit der WD Blue SN500 bietet Western Digital eine spannende NVMe-SSD an: Das M.2-Kärtchen basiert auf einem selbst entwickelten Controller und eigenem Flash-Speicher. Das Resultat ist ein schnelles, vor allem aber günstiges Modell als bessere Alternative zu Sata-SSDs.
Von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 ausprobiert Direkt hinter Samsungs SSDs
  2. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  3. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte

Ada und Spark: Mehr Sicherheit durch bessere Programmiersprachen
Ada und Spark
Mehr Sicherheit durch bessere Programmiersprachen

Viele Sicherheitslücken in Software sind auf Programmierfehler zurückzuführen. Diese Fehler lassen sich aber vermeiden - und zwar unter anderem durch die Wahl einer guten Programmiersprache. Ada und Spark gehören dazu, leider sind sie immer noch wenig bekannt.
Von Johannes Kanig

  1. Das andere How-to Deutsch lernen für Programmierer
  2. Programmiersprachen, Pakete, IDEs So steigen Entwickler in Machine Learning ein
  3. Software-Entwickler Welche Programmiersprache soll ich lernen?

    •  /