Abo
  • Services:
Anzeige
Galileo-Satellit: Ende 2015 sind 12 Satelliten im Orbit.
Galileo-Satellit: Ende 2015 sind 12 Satelliten im Orbit. (Bild: P. Carril/Esa)

Galileo bietet mehrere Dienste

Für den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS) wird das Signal verschlüsselt. Dieser Dienst ist gedacht für Sicherheitskräfte wie Polizei, Küstenwache, Zoll oder auch für Geheimdienste.

Ebenfalls der Sicherheit dient der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service, SAR). Darüber können Schiffe, die auf hoher See in Not geraten, oder Flugzeuge Hilfe rufen. Der Dienst, der in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert wird, ermöglicht eine Zwei-Wege-Kommunikation: Zusammen mit dem Notruf wird die Position übertragen. Die Rettungsstelle wiederum hat die Möglichkeit, eine Antwort zu senden. Diese Funktion wird nur Galileo bieten.

Anzeige

Der kommerzielle Dienst ist der genaueste

Die akkurateste Standortbestimmung bietet der kommerzielle Dienst von Galileo (Commercial Service, CS), bei dem eine Genauigkeit von unter einem Meter angepeilt ist. Er steht zivilen Anwendern zur Verfügung und ist kostenpflichtig. Gedacht sei er für Anwendungen, die eine hohe Genauigkeit erfordern, etwa in der Landwirtschaft, beim Flottenmanagement oder beim autonomen Fahren. Die Untersuchungen dazu seien noch nicht abgeschlossen, sagt Kleeßen.

Der wichtigste Dienst sei jedoch der offene Dienst (Open Service, OS). Das sei das auf zwei Frequenzen ausgestrahlte unverschlüsselte Signal, das für alle kostenlos zur Verfügung stehen werde.

Europa braucht ein Satellitennavigationssystem

Ein Grund, dass die Europäer - ebenso wie die Russen und die Chinesen - ein eigenes Satellitennavigationssystem haben wollen, sei Eigenständigkeit: nicht von einem System abhängig zu sein, das vom US-Militär kontrolliert wird und zudem ziemlich ungenau ist. Die Entscheidung für Galileo fiel zu einer Zeit, als das US-Militär das zivile Signal noch künstlich verschlechterte. Eine Positionsbestimmung war nur auf etwa 100 Meter genau oder noch schlechter.

Als Alternative zu dem militärischen wollten die Europäer deshalb ein ziviles System aufbauen. Anfangs war Galileo als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP oder PPP, für: Public-private-Partnership) zwischen Industrie und Europäischer Kommission geplant. Allerdings wollten die beteiligten Unternehmen, dass die öffentliche Hand das Risiko trägt, weshalb diese dann das gesamte Projekt übernahm.

Die USA beherrschen den Navigationsmarkt

"Der zweite Grund ist, die Technologie selbst zu beherrschen", sagt Kleeßen. "Man kann den Markt nur mitbestimmen, wenn man die Technologie selbst in der Hand hat." Derzeit dominieren die USA den Navigationsmarkt - sowohl was die Satelliten als auch was die Empfänger betrifft. Mit Galileo wollen sich die Europäer einen Anteil daran sichern. Gerade der offene Dienst soll neue Anwendungen für den Massenmarkt bringen.

Die USA versuchten einiges, um diese europäischen Bestrebungen nach Eigenständigkeit zu verhindern. Unter anderem hob die US-Regierung unter Präsident Bill Clinton im Mai 2000 die sogenannte Selective Availability auf. Seither erlaubt das zivile GPS-Signal eine Genauigkeit von 10 bis 15 Metern, die aber im Normalfall übertroffen wird.

Das US-Militär behält sich auch heute noch vor, in einem Krisenfall das zivile GPS-Signal zu stören. Allerdings nicht mehr global, sondern nur mit Störsendern im betroffenen Gebiet. Wie das geht, erfuhren schottische Fischer vor einigen Jahren: Wegen eines Manövers vor der schottischen Westküste hatte die britische Marine im Oktober 2011 das GPS-Signal dort gestört. Das brachte nicht nur die Fischer in den tückischen Gewässern in Gefahr, sondern störte auch gleich noch Mobilfunk und Internet sowie Satellitenfernsehen auf mehreren Inseln.

In die Satellitennavigation eingestiegen sind die Europäer allerdings nicht erst mit Galileo.

 Mit Galileo lässt sich der Standort sehr genau bestimmenWie geht es mit Galileo weiter? 

eye home zur Startseite
WhyLee 07. Okt 2015

die wahnsinnige eile ist jetzt auch nicht angebracht, nachdem man prizipiell gut versorgt...

WhyLee 07. Okt 2015

freizuschalten ist vermutlich das falsche wort. es wird vermutlich die komplette...

LASERwalker 27. Sep 2015

Nein, alle GPS Satelliten senden auf der gleichen Frequenz. Die Trennung der Signale wird...

LASERwalker 27. Sep 2015

Für Echtzeit-DGPS müssen Referenzdaten empfangen werden (brauch Internet), im Chip...

LASERwalker 26. Sep 2015

Nein, der Almanach wird für die Positionsbestimmung nicht benötigt. Jeder Satellit sendet...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bonn
  2. Bundeskriminalamt, Meckenheim bei Bonn
  3. expert SE, Langenhagen
  4. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden


Anzeige
Top-Angebote
  1. 149,00€ statt 199,00€
  2. 284,00€ jetzt auch bei Amazon (bei Media Markt ausverkauft!)
  3. (heute u. a. Seagate 2-TB-HDD extern 56€, Samsung Galaxy S8 661,00€, Samsung 55 Zoll Curved TV...

Folgen Sie uns
       


  1. Autonomes Fahren

    Singapur kündigt fahrerlose Busse an

  2. Coinhive

    Kryptominingskript in Chat-Widget entdeckt

  3. Monster Hunter World angespielt

    Die Nahrungskettensimulation

  4. Rechtsunsicherheit bei Cookies

    EU warnt vor Verzögerung von ePrivacy-Verordnung

  5. Schleswig-Holstein

    Bundesland hat bereits 32 Prozent echte Glasfaserabdeckung

  6. Tesla Semi

    Teslas Truck gibt es ab 150.000 US-Dollar

  7. Mobilfunk

    Netzqualität in der Bahn weiter nicht ausreichend

  8. Bake in Space

    Bloß keine Krümel auf der ISS

  9. Sicherheitslücke

    Fortinet vergisst, Admin-Passwort zu prüfen

  10. Angry Birds

    Rovio verbucht Quartalsverlust nach Börsenstart



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gaming-Smartphone im Test: Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
Gaming-Smartphone im Test
Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
  1. Razer Phone im Hands on Razers 120-Hertz-Smartphone für Gamer kostet 750 Euro
  2. Kiyo und Seiren X Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer
  3. Razer-CEO Tan Gaming-Gerät für mobile Spiele soll noch dieses Jahr kommen

Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
Firefox 57
Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
  1. Firefox Nightly Build 58 Firefox warnt künftig vor Webseiten mit Datenlecks
  2. Mozilla Wenn Experimente besser sind als Produkte
  3. Mozilla Firefox 56 macht Hintergrund-Tabs stumm

Fire TV (2017) im Test: Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
Fire TV (2017) im Test
Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
  1. Neuer Fire TV Amazons Streaming-Gerät bietet HDR für 80 Euro
  2. Streaming Update für Fire TV bringt Lupenfunktion
  3. Streaming Amazon will Fire TV und Echo Dot vereinen

  1. Re: Großartiger Guardian-Artikel und...

    FreierLukas | 23:23

  2. Re: LTE900 seit ein paar Tagen vielerorts gro...

    Axido | 23:18

  3. Re: beeindruckende Ersparnis! Hätte nicht...

    Ach | 23:17

  4. Da werden die Browserhersteller wohl reagieren...

    xMarwyc | 23:16

  5. Re: Überleben durch Anzahlungen

    FreierLukas | 22:55


  1. 17:56

  2. 15:50

  3. 15:32

  4. 14:52

  5. 14:43

  6. 12:50

  7. 12:35

  8. 12:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel