Satellitennavigation: US-Armee testet störungsfreies GPS

Das GPS-Signal ist bekanntlich anfällig, und es wird auch immer wieder bei militärischen Operationen gestört. Das US-Militär entwickelt derzeit ein System, das weniger störanfällig ist. Es soll Ende des Jahres in Deutschland getestet werden.

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GPS-Satellit: billig scheitern
GPS-Satellit: billig scheitern (Bild: Nasa)

Herbst 2018, Nordnorwegen: Soldaten aus 31 Nato- und befreundeten Staaten trainieren für den Ernstfall. Ein wichtiges Hilfsmittel für die Orientierung in der Wildnis ist das Global Positioning System (GPS). Doch plötzlich arbeitet das Satellitennavigationssystem nicht mehr richtig, es wird von außen gestört. Das soll sich nicht mehr wiederholen: Das US-Militär testet eine GPS-Variante, die nicht so leicht gestört werden kann.

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Mounted Assured Positioning, Navigation and Timing (Maps) heißt das System. Es nutzt eine spezielle Atomuhr in Chip-Größe, das Selective Availability Anti-Spoofing Module for GPS. Mit deren Hilfe sollen Positions- und Navigationsdaten sowie die Zeit an die Ausrüstung einer Einheit weitergegeben werden, wie das auf Militärthemen spezialisierte US-Magazin C4ISRnet berichtet.

Eine zweite Generation von Maps ist bereits in Arbeit. Maps Gen 2 soll möglicherweise mit einem Trägheitsnavigationssystem ausgestattet werden. Es soll als Backup dienen, wenn GPS komplett ausfällt.

Bei der Entwicklung des Systems setzt das US-Militär auf Geschwindigkeit: Das System soll bereits Ende des Jahres vom in Deutschland stationierten 2nd Cavalry Regiment getestet werden. Geschwindigkeit sei entscheidend, sagte Colonel Nickolas Kioutas auf einer von C4ISRnet veranstalteten Konferenz.

Das US-Militär setzt auf iterative Prozesse

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Statt jahrelang ein komplexes System zu entwickeln, das anschließend und über Jahrzehnte beim gesamten Militär eingeführt werde, setzten sie auf kleinere, iterative Programme, sagte Kioutas: Das 2nd Cavalry Regiment wird Maps testen und dann Rückmeldung darüber geben, was funktioniere und was nicht. Darauf basierend werde das System weiterentwickelt. So hänge der Erfolg des gesamten Programms nicht von der ersten Iteration ab. "Wenn dieses Ding scheitert, dann scheitern wir billig", sagte er. Dann könnten sie es noch einmal versuchen, statt ein Programm durchziehen, das zehn Jahre bis zum Einsatz brauche - und am Ende nicht mehr das sei, womit sie angefangen hätten.

Das US-Militär hatte nach dem Ende des Kalten Kriegs seine Artillerie weitgehend abgeschafft und durch Bomben und Raketen ersetzt, die ebenso wie Drohnen per GPS gesteuert werden. Das US-Militär ist deshalb auf die Funktionsfähigkeit seines Satellitennavigationssystems angewiesen, das aber anfällig gegen Störungen ist.

Nach dem Manöver Trident Juncture 18 beschuldigten die Regierungen von Norwegen und Finnland das russische Militär, für die Störungen verantwortlich zu sein. Im vergangenen Frühjahr sagte das US-Militär, in Syrien sei das GPS-Signal bei Drohneneinsätzen gestört. Auch dafür soll das russische Militär verantwortlich sein.

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