Abo
  • IT-Karriere:

Satellitennavigation: Galileo fiel durch unglücklichen Zufall aus

Ein unglückliches Zusammentreffen mehrere Ereignisse hat zum Ausfall des europäischen Satellitennavigationssystem Galileo geführt. In dem einen Kontrollzentrum war ein System ausgefallen, das andere war durch eine Software-Aktualisierung lahmgelegt.

Artikel veröffentlicht am ,
Galileo-Konstellation: Probleme mit der Zeitsynchronisation
Galileo-Konstellation: Probleme mit der Zeitsynchronisation (Bild: Esa)

Sie sollte für mehr Sicherheit sorgen, doch stattdessen hat die Aktualisierung einer Sicherheitssoftware zum Ausfall des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo beigetragen. Das Update im Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen war aber nur einer unter mehreren Faktoren, die dazu führten, dass das System eine Woche lang nicht einsatzbereit war.

Stellenmarkt
  1. Landkreis Märkisch-Oderland, Seelow
  2. MACH AG, Berlin, Lübeck

Nachdem das System wieder einsatzbereit war, hat die in Prag ansässige European Global Navigation Satellite Systems Agency (European GNSS Agency oder GSA) den Vorfall untersucht. Das Ergebnis präsentierte GSA-Chef Carlo des Dorides in dieser Woche im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments, wie das Politik-Onlinemagazin Politico berichtet.

Demnach hat eine Verkettung unglücklicher Ereignisse den Systemausfall ausgelöst. Angefangen hatte es im anderen Galileo-Kontrollzentrum in Fucino nahe der italienischen Hauptstadt Rom. Dort trat ein Fehler bei dem System auf, das die Systemzeit an die Galileo-Satelliten übermittelt.

Das Zentrum in Oberpfaffenhofen verfügt ebenfalls über ein solches System. Falls es zu einem Problem mit der Zeitsynchronisation kommt - was zuweilen passiert -, übernimmt das jeweils andere Kontrollzentrum. In Oberpfaffenhofen wurde jedoch in dem Moment eine Software aktualisiert, die die Systeme dort vor Eindringlingen schützen soll. Deshalb konnte das deutschen Zentrum nicht übernehmen und es kam zu dem Ausfall des GNSS.

Schutz vor Cyberangriffen sei wichtig, weshalb die entsprechende Software stets aktuell sein müsse, sagte Pierre Delsaux, stellvertretender Leiter der für den Binnenmarkt zuständigen Abteilung der Europäischen Kommission. Aber es müsse darüber nachgedacht werden, wie die Aktualisierungen durchgeführt würden, ohne dass dabei das ganze System geschwächt werde.

In der vorvergangenen Woche waren fast alle Galileo-Dienste nicht verfügbar - lediglich der Such- und Rettungsdienst arbeitete noch. Der Ausfall dauerte gut eine Woche. Das System ist noch im Testbetrieb. "In gewissem Maße ist so ein Vorfall in einer solchen Phase leider Teil des Prozesses", sagte Delsaux.

Geräte, die mit Galileo navigieren, können normalerweise auch Signale anderer Satellitennavigationssysteme verarbeiten: die des US-Systems GPS, des russischen Glonass sowie des chinesischen Beidou. Insofern sei den meisten Bürgern nicht aufgefallen, dass Galileo nicht verfügbar war, sagte Delsaux. Aber es sei keine schöne Situation gewesen.

Die Galileo-Konstellation besteht derzeit aus 22 aktiven Satelliten. Zwei werden noch getestet, zwei weitere sind außer Betrieb. Voraussichtlich Ende kommenden Jahres werden die letzten in den Orbit geschossen. Nach diversen Verzögerungen, Pannen und Problemen beim Aufbau des rund zehn Milliarden Euro teuren Galileo-Systems wurden die ersten Dienste im Dezember 2016 freigeschaltet.

Galileo bietet vier Dienste, die für verschiedene Zielgruppen vorgesehen sind. Der wichtigste ist der offene Dienst (Open Service, OS). Das Signal wird auf zwei Frequenzen ausgestrahlt und ermöglicht eine Positionsbestimmung, die bis auf ein bis zwei Meter genau ist. Der kostenpflichtige kommerzielle Dienst (High Accuracy Service, HAS) ortet mit einer Genauigkeit von unter einem Meter. Er ist für geschäftliche Anwendungen gedacht, etwa die vernetzte Landwirtschaft, für die Logistikbranche oder für autonomes Fahren.

Hinzu kommen der verschlüsselte regulierte Dienst (Public Regulated Service, PRS) sowie der Such- und Rettungsdienst (Galileo Search and Rescue Service). Der PRS ist für Nutzer mit hoheitlichen Aufgaben gedacht, etwa die Polizei, die Feuerwehr oder den Katastrophenschutz. Der Galileo Search and Rescue Service soll künftig in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert werden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 119,90€ + Versand (Vergleichspreis 144,61€ + Versand)
  2. 199€
  3. (aktuell u. a. AMD Ryzen Threadripper 1920X für 209,90€ statt 254,01€ im Vergleich und be...
  4. (u. a. Logitech G502 Proteus Spectrum für 39€ und Nokia 3.2 DS 16 GB für 84,99€ - Bestpreise!)

schily 29. Jul 2019

Du hast aber keine Galileo Satteliten, die werden nämlich als Fünfecke dargestellt. Du...

Olliar 29. Jul 2019

So etwas als "unglücklichen Zufall" zu betrachten zeugt von völliger Inkompetenz der...

M.P. 28. Jul 2019

Die Kunst dabei ist, den Text so zu formulieren, dass nicht der Anschein entsteht, dass...

SR_Lut3t1um 27. Jul 2019

Dann bräuchte man insgesamt aber 4 statt 3 Systeme...

falkoh 27. Jul 2019

Ich möchte das deutlicher sagen, als es möglicherweise durch die Wiedergabe der Wortwahl...


Folgen Sie uns
       


Ghost Recon Breakpoint - Fazit

Das Actionspiel Ghost Recon Breakpoint von Ubisoft schickt Spieler als Elitesoldat Nomad auf eine fiktive Pazifikinsel.

Ghost Recon Breakpoint - Fazit Video aufrufen
IT-Sicherheit: Auch kleine Netze brauchen eine Firewall
IT-Sicherheit
Auch kleine Netze brauchen eine Firewall

Unternehmen mit kleinem Geldbeutel verzichten häufig auf eine Firewall. Das sollten sie aber nicht tun, wenn ihnen die Sicherheit ihres Netzwerks wichtig ist.
Von Götz Güttich

  1. Anzeige Wo Daten wirklich sicher liegen
  2. Erasure Coding Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
  3. Endpoint Security IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
Cyberangriffe
Attribution ist wie ein Indizienprozess

Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.
Von Anna Biselli

  1. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken
  2. Internet of Things Neue Angriffe der Hackergruppe Fancy Bear
  3. IT-Security Hoodie-Klischeebilder sollen durch Wettbewerb verschwinden

Rabbids Coding angespielt: Hasenprogrammierung für Einsteiger
Rabbids Coding angespielt
Hasenprogrammierung für Einsteiger

Erst ein paar einfache Anweisungen, dann folgen Optimierungen: Mit dem kostenlos erhältlichen PC-Lernspiel Rabbids Coding von Ubisoft können Jugendliche und Erwachsene ein bisschen über Programmierung lernen und viel Spaß haben.
Von Peter Steinlechner

  1. Transport Fever 2 angespielt Wachstum ist doch nicht alles
  2. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  3. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle

    •  /