Satellitennavigation: Galileo gehen die Uhren aus

In den Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo fallen unerwartet viele Atomuhren aus. Noch ist kein Satellit dadurch defekt. Die Esa hofft, zumindest einige der Uhren wieder in Betrieb nehmen zu können.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Galileosatellit, künsterlische Darstellung
Ein Galileosatellit, künsterlische Darstellung (Bild: Esa)

Die Satelliten des Galileo-Navigationssystems sind in Zeitnot. Die Atomuhren in den Satelliten sind weniger standhaft als erhofft. Das teilte Jan Wörner, Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, in einer Pressekonferenz mit. Die Satelliten sind bei der Navigation auf genaue Zeitbestimmung angewiesen. Dafür haben sie jeweils vier Atomuhren von zwei unterschiedlichen Typen an Bord. Ein Satellit benötigt wenigstens eine funktionierende Atomuhr, um Daten für die Satellitennavigation liefern zu können.

Stellenmarkt
  1. Software Entwickler (m/w/d) Automation
    SUSS MicroTec Solutions GmbH und Co. KG, Sternenfels
  2. SAP-Basis-Administrator (m/w/d)
    Bayerische Versorgungskammer, München
Detailsuche

In den Galileo-Satelliten sind sowohl Rubidium-Uhren als auch passive Wasserstoff-Maser-Uhren verbaut. Insgesamt sind sieben der Wasserstoff-Maser-Uhren und drei Rubidium-Uhren ausgefallen. Im am schwersten betroffenen Satellit sind drei von vier Uhren ausgefallen. Eine der Rubidium-Uhren konnte allerdings laut Wörner schon "wiederbelebt" werden. Zur genauen Ursache für den Ausfall hat die Esa noch nichts gesagt.

Galileo fehlen bereits drei Satelliten

Die Zeitsignale der Atomuhren sind ein integraler Bestandteil moderner Satellitennavigation. Die Signale der Navigationssatelliten bestehen aus zwei Teilen. Ein Teil ist der genaue Zeitpunkt, zu dem das Signal vom Satelliten aus gesendet wurde. Dazu kommt eine Beschreibung der Bahnelemente des genauen Orbits, in dem sich der Satellit zurzeit befindet. Mit Hilfe der Bahnelemente und des Zeitpunktes kann dann der genaue Ort des jeweiligen Satelliten im Orbit bestimmt werden. Aus dem Vergleich von mehreren Satellitensignalen kann der Empfänger dann den eigenen Standort errechnen.

Bisher wurden 20 Galileo-Satelliten gestartet, woraufhin das System im Dezember offiziell in Betrieb ging. Zurzeit sind elf der Satelliten im Orbit aktiv. Die vier vor kurzem mit einer Ariane 5 gestarteten Satelliten sind noch in der Inbetriebnahme. Zwei der Satelliten wurden nur zu Testzwecken gebaut und gestartet. Zwei weitere wurden durch Probleme mit der Trägerrakete in einen unbrauchbaren Orbit gebracht und ein Satellit fiel durch einen Antennenschaden aus.

Nachtrag vom 18. Januar 2017, 14:50 Uhr

Golem Karrierewelt
  1. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
  2. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Space Intel Report hat ein Interview mit dem Leiter des Galileo-Programms, Javier Benedicto, geführt. Demnach stammen die Atomuhren von dem Schweizer Unternehmen Spectra Time, das auch die Uhren für das chinesische (Beidou) und das indische (IRNSS) Satellitennavigationssystem liefert. Auch bei deren Systemen soll es zu Problemen kommen.

Die Ursache soll in den Betriebsbedingungen im Weltraum liegen. Bei der Qualifikation am Boden traten keine vergleichbaren Probleme auf. Um die Probleme zu reduzieren, sollen die Betriebsspannungen und -temperaturen der Uhren verändert werden. Benedicto sagte außerdem, dass eine Partnerschaft zum Informationsaustausch mit den anderen Betreibern angestrebt werde, soweit das im Rahmen der militärischen Geheimhaltung möglich sei.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


bernstein 21. Jan 2017

leider herrscht heute in der ch vielfach das motto "und nach mir die sintflut" hauptsache...

FreiGeistler 20. Jan 2017

Industrie ist eher eine Stärke von DE, CH ist für Forschung und Hightech bekannt. Und...

Der Spatz 19. Jan 2017

Isch guck Tschungel-Champ, komm mir nicht mit Tatsachen ;-) Oder für die Sportlichen...

Lebostein 19. Jan 2017

Ist die ISS nicht genau dafür gedacht, solche sensiblen Teile im Vorfeld auszuprobieren...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Retro Computing: Lotus 1-2-3 auf Linux portiert
    Retro Computing
    Lotus 1-2-3 auf Linux portiert

    Das Tape-Archiv eines BBS mit Schwarzkopien aus den 90ern lädt Google-Entwickler Tavis Ormandy zum Retro-Hacking ein.

  2. Übernahme: Twitter zahlt Millionenstrafe und Musk schichtet um
    Übernahme
    Twitter zahlt Millionenstrafe und Musk schichtet um

    Die US-Regierung sieht Twitter als Wiederholungstäter bei Datenschutzverstößen und Elon Musk will sich das Geld für die Übernahme nun anders besorgen.

  3. Heimnetze: Die Masche mit dem Nachbarn
    Heimnetze
    Die Masche mit dem Nachbarn

    Heimnetze sind Inseln mit einer schmalen und einsamen Anbindung zum Internet. Warum eine Öffnung dieser strengen Isolation sinnvoll ist.
    Von Jochen Demmer

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Mindstar (u. a. Palit RTX 3050 Dual 319€, MSI MPG X570 Gaming Plus 119€ und be quiet! Shadow Rock Slim 2 29€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) • Viewsonic-Monitore günstiger • Alternate (u. a. Razer Tetra 12€) • Marvel's Avengers PS4 9,99€ • Sharkoon Light² 200 21,99€ [Werbung]
    •  /