Satellitenkonstellationen: Starlink-Satelliten sollen Sonnenschirm bekommen

In Zukunft sollen sie für das bloße Auge unsichtbar sein. Nur direkt nach dem Start bleibt es beim Perlenketteneffekt von Starlink.

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Die hellen Radioantennen der Starlink-Satelliten sollen in Zukunft dauerhaft im Schatten bleiben.
Die hellen Radioantennen der Starlink-Satelliten sollen in Zukunft dauerhaft im Schatten bleiben. (Bild: SpaceX/Fotobearbeitung: Golem.de)

Die Starlink-Satelliten sollen eine Art Sonnenschirm bekommen, um Reflexionen von Sonnenlicht zur Erde zu verhindern. Die ersten Prototypen sollen nach Angaben des Satellitenbetreibers SpaceX beim nächsten Start im Mai dabei sein. Ziel ist es, die Helligkeit der Satelliten in Zukunft auf etwa ein Zehntel der derzeitigen Satelliten zu senken. Dann sind sie für das bloße Auge unsichtbar und stören astronomische Beobachtungen weniger.

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Ausklappbare Schattenspender sollen während des Betriebs der Satelliten verhindern, dass ihre Unterseite Sonnenlicht zur Erde reflektiert. Die Schattenspender bestehen aus einem schwarzen Schaum, der durchlässig für die Radiowellen der Antennen auf der Unterseite ist. Schon bei einem früheren Start senkte SpaceX die Reflektivität eines Satelliten mit schwarzer Farbe um etwa 55 Prozent, was aber nicht genug war und zu Hitzeproblemen im Satelliten führte. Die Sonnenschirme sind dagegen nicht direkt mit dem Rest des Satelliten verbunden und leiten die Wärme nicht an diesen ab.

Die Helligkeit der Starlink-Satelliten am Nachthimmel sorgt zwar für einen spektakulären Anblick, stört aber auch astronomische Beobachtungen. Seit dem ersten Start gab es Proteste gegen die hellen Satelliten, aber auch konstruktive Diskussionen zwischen Astronomen und SpaceX. Die meisten Großobservatorien wären kaum betroffen, da sie nur kleine Objekte beobachten können. Schätzungen zufolge wären selbst von 27.000 Satelliten nur 0,8 Prozent der Beobachtungen betroffen. Das gilt aber beispielsweise nicht für das im Bau befindliche Vera C. Rubin Observatory, ein Großteleskop für Übersichtsaufnahmen zur Himmelsdurchmusterung und andere Untersuchungen. Die Betreiber des damals als LSST bekannten Teleskops stehen seit dem vergangenen Sommer mit SpaceX in Kontakt.

Bei den ursprünglichen Berechnungen wurde ein großer Teil der Störungen durch Satelliten in höheren Orbits auf rund 1.200 km Höhe verursacht, die noch lange nach Sonnenuntergang zu sehen sind. SpaceX beantragte, alle Satelliten in tieferen Orbits unter 600 km Höhe zu fliegen, die eine Stunde nach Ende der Dämmerung im Erdschatten verschwinden.

Die Perlenketten bleiben, aber nicht mehr so lange wie bisher

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Die empfindlichen CCD-Detektoren des Teleskopes würden häufiger von den Satelliten gestört werden. Solange sich die Satelliten im Sonnenlicht befinden, sind sie in ihrer derzeitigen Form allerdings so hell, dass die Pixel saturiert werden, und es zum sogenannten Blooming kommt. Dabei gerät die elektrische Ladung der überladenen Pixel in die angrenzenden Pixel hinein und zerstört deren Informationsgehalt. Erst nach einer Senkung der Helligkeit um 90 Prozent soll das nicht mehr vorkommen, weshalb die schwarze Farbe des Darksat genannten Prototyp nicht ausreichend war.

In Zukunft sollen die Satelliten auch auf dem Weg in den endgültigen Orbit weniger hell erscheinen. Wegen der Restatmosphäre in ihrem zunächst sehr niedrigen Erdorbit werden die großen Solarpanele derzeit zunächst wie ein Flügel horizontal ausgerichtet und erst bei Ankunft im endgültigen Orbit senkrecht aufgestellt. Der Prozess dauert wegen der verwendeten Plasmatriebwerke und der Himmelsmechanik der Manöver einige Monate.

In der waagerechten Stellung können die großen Panele allerdings Sonnenlicht direkt auf die Nachthälfte der Erde reflektieren, wobei die Satelliten am Nachthimmel besonders hell erscheinen. In Zukunft sollen die Panele bereits nach einer Woche senkrecht gestellt werden, sobald die Satelliten aus den tiefsten und dichtesten Schichten der Atmosphäre heraus sind. Der Perlenketteneffekt direkt nach dem Start bleibt also, allerdings werden sich die Satelliten deutlich schneller als bisher zu lichtschwachen Punkten abschwächen.

Unter Voraussetzung eines erfolgreichen Tests soll die Technik ab Juni bei allen Satelliten eingesetzt werden. Die derzeit im Orbit befindlichen Satelliten sollen in drei bis vier Jahren durch neuere Exemplare abgelöst und dann deorbitiert werden.

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m9898 03. Mai 2020

Die Satelliten bleiben ja nicht immer in dieser Formation, sie verteilen sich mit der...

m9898 02. Mai 2020

"Abgestürzt werden" ist in dem Zusammenhang weniger beschreibend. Ein Satellit wird in...

m9898 02. Mai 2020

Bei jedem Autohersteller, und bei jedem größeren Flugzeughersteller laufen jeden Tag...

emdotjay 01. Mai 2020

natürlich geht das ist aber dann alles Fehler anfälliger. Man kann die der Temperatur...



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