Satelliteninternet: Insolventes Oneweb will Zehntausende Satelliten starten
Pleite, aber trotzdem noch aktiv: Das US-Unternehmen Oneweb hat bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) einen Antrag gestellt, neue Satelliten in die Erdumlaufbahn schießen zu dürfen. Das Unternehmen hatte im März Insolvenz angemeldet.
Onewebs Plan ist es, eine Satellitenkonstellation aufzubauen, um schnelle Internetzugänge überall auf der Erde verfügbar zu machen. Dazu hatte das Unternehmen eigens ein Joint Venture mit Airbus Defence And Space gegründet , das die Satelliten bauen sollte. Doch Oneweb ging das Geld aus und so meldete das Unternehmen Ende März Insolvenz an .
Ungeachtet dessen hat Oneweb bei der FCC einen Antrag eingereicht(öffnet im neuen Fenster) , knapp 48.000 Satelliten in den Orbit bringen zu dürfen. Laut Antrag hat das Unternehmen bereits eine Finanzierung durch den Schuldner gesichert und geht davon aus, das Insolvenzverfahren bald abschließen zu können.
Auch SpaceX will mehr Satelliten
Neben Oneweb hat auch SpaceX einen Antrag auf weitere Satellitenstarts(öffnet im neuen Fenster) eingereicht. Wie Oneweb will auch das US-Raumfahrtunternehmen eine Konstellation für Satelliteninternet aufbauen. Bisher hieß es, Starlink solle in der vollständigen Ausbaustufe aus 12.000 Satelliten bestehen . Jetzt hat SpaceX weitere 30.000 Satelliten beantragt.

SpaceX kann zudem einen neuen Interessenten für Starlink verzeichnen: Die US-Armee hat angekündigt, das Satelliteninternetangebot zu testen. Der Test werde eine Laufzeit von drei Jahren haben, berichtet das auf Raumfahrtthemen spezialisierte US-Nachrichtenangebot Spacenews(öffnet im neuen Fenster) .
In dieser Zeit soll unter anderem geprüft werden, welche Ausrüstung für die Nutzung des Starlink-Dienstes benötigt wird, wie die Kommunikation gesichert werden kann sowie wie aufwendig – und teuer – die Integration ist. Über die Satelliten soll die Kommunikation im Einsatz einfacher werden. Bisher werden dafür große, auf Anhängern montierte Satellitenantennen benötigt. Die Starlink-Ausrüstung soll handlicher sein.
Neben Oneweb und SpaceX haben auch andere Anbieter Anträge bei der FCC eingereicht: So will Telesat knapp 1.700 Satelliten in den Orbit bringen, Kepler 360 und Viasat 288. Diese sowie die Konstellationen von SpaceX und Oneweb sollen in einem niedrigen Orbit aufgebaut werden. Mangata Networks will knapp 800 Satelliten in eine höhere Umlaufbahn schießen.
Raumfahrtexperten sehen solche Megakonstellationen jedoch kritisch. Sie befürchten eine Verschärfung des Weltraummüllproblems . Zudem wird bemängelt, dass die Satelliten das Bild des Nachthimmels veränderten .
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